LEIDER GESCHNITTEN!
Ein todunglücklicher Mann geht in seiner Verzweifelung zu einer alten Frau der nachgesagt wird sie könnte die Toten wieder zum Leben erwecken. Sein innigster Wunsch ist es nämlich seine tote Frau wieder bei sich zu haben, von der alten Frau erwartet er gegen einen Obolus das sie ihm diesen Wunsch erfüllt. Ob er sie auch wirklich liebe fragt sie, er bejaht. Um ihm zu zeigen was diese Liebe über den Tod hinaus wirklich bedeuten kann, erzählt sie ihm die Geschichte von Ernst Haeckel. Haeckel ist ein junger aufstrebender Wissenschaftler, der sich mehr mit dem Tod als dem Leben, respektive der Liebe, befasst. An Magie oder Übernatürliches glaubt er nicht, die Wissenschaft steht über Leben und Tod, allein sie kann Leben erschaffen oder nehmen. Doch als selbst das best vorbereitete Experiment schief geht und sein Lohn Hohn und Spott sind resigniert er nicht; ja lässt sich gar nicht von den wundersamen Tricks eines Necromancers von seiner Theorie abbringen. So forscht er und forscht bis er die Kunde bekommt das sein Vater im Sterbebett liegt. Als er sich auf den Weg macht ihn aufzusuchen wird er von einem Unwetter überrascht. Ein freundlicher alter Mann nimmt ihn die Nacht bei sich auf, doch das Geheimnis zwischen ihm und seiner jungen Frau entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Erklärung
John McNaughton ist der einzige Regisseur der keinen reinrassigen Horrorfilm vorweisen kann, wir kennen ihn als Schaffer der nihilistischen Henry Filme. Erst sollte auch Großvater George A. Romero die Kurzgeschichte von Clive Barker verfilmen, musste leider dann aus terminlichen Gründen absagen. So kam McNaughton die schwere Aufgabe zuteil in dessen Fußstapfen zu treten. Aber mal ehrlich, was wäre dies bloß für ein Mix geworden - Drehbuch Clive Barker und Regie George A. Romereo? Überraschenderweise ist das Ergebnis dann doch recht passabel ausgefallen, wenn auch offensichtlich McNaughton nicht ganz das Feingefühl für Horror- bzw. Zombiefilme hat. Im Gegensatz zu der Episode von Joe Dante gibt es hier auch mal wieder echte Untote und nicht solche haarsträubenden Hans Würste. Atmosphärisch kommt diese Episode wie eine Mischung aus einer Rahmenhandlung angelehnt an die Vault of Horror (ein Ableger der Geschichten aus der Gruft) Reihe, gefilmt im Stil der alten Hammer Produktionen mit einem Schuss Zombiegewalt und einem Clive Barker typisch bizarren Sexszenario daher. Der Look der viktorianischen Zeit ist gut eingefangen, erinnert die erste Hälfte an Frankenstein Obsessionen der Hauptfigur samt missglückender Reanimation vor Publikum durch Blitzstrom (natürlich mit lecker anzusehendem verschmortem Körper), geht dann in der zweiten Hälfte über in einen alptraumhaften Plot um untote Liebe und erwachendes Verlangen. Obwohl schon die anfängliche Atmosphäre durch Bauten, Kostüme und Ambiente recht stimmig ist, kommt die Geschichte leider erst in der zweiten Hälfte wirklich in Fahrt und beginnt dann auch erst deutlich mehr Faszination auszuüben. Trotz der soliden Umsetzung kennt man das Thema Frankenstein nämlich zur Genüge und da hier auch keine neuen Innovationen einfließen, sondern nur Altbekanntes aufgewärmt serviert wird, hätte man gerne etwas straffen können. Dafür entwickelt sich der zweite Teil zu dem was man erwartet: einer düsteren Horrormär mit einer guten Portion schwarzen Humors und vielen Zombies. Diese sind leider im Land of the Dead Look, sprich sehen mir zu sauber aus, mehr Verwesung hätte zu dem Rest des modrigen Sets besser gepasst. Dafür gibt es aber dann herrlich altbackene Zerfleischungseffekte zu sehen, die darüber ein wenig hinweg trösten! Leider kommt hier das wichtigste - die eigentliche und interessante Geschichte um das seltsame Ehepaar mit dem großen Altersunterschied, die Hintergründe für deren Zusammenleben und die Rolle des Necromancers - eindeutig zu kurz. Auch fehlt irgendwie die tiefere Verbindung zu den ersten 30 Minuten Handlung um Haeckel, wirkt fast ein wenig abgehackt. Trotzdem wird man zufrieden stellend unterhalten, mit Romero auf dem Regiestuhl wäre aber noch mehr drin gewesen. (Leicht punktuelle Aufwertung durch die starke zweite Hälfte und dem schön nostalgischen Ambiente - (7/10), ansonsten 6/10).
LEIDER GESCHNITTEN!