Als Dave Grusin zusammen mit Larry Rosen 1976 das Jazzlabel GRP gründete, war er bereits ein arrivierter Sessionpianist, -arrangeur und Filmkomponist. Er hatte mit Gerry Mulligan, Sarah Vaughan, Quincy Jones und Lee Ritenour zusammengearbeitet und mit Scores und Beiträgen für Filme wie "Die Reifeprüfung", "Indianapolis", "Auf leisen Sohlen kommt der Tod" (dessen Blaxploitation-beeinflusster Soundtrack leider immer noch einer Veröffentlichung harrt) oder "Eine Leiche zum Dessert" bereits Klassiker vertont - von seinen zeitlosen TV-Musiken für "The Girl From U.N.C.L.E.", "Ihr Auftritt, Al Mundy" oder "Baretta" gar nicht erst zu reden.
Die hier versammelten Aufnahmen - ausnahmslos eigene Kompositionen - stammen aus den Jahren 1977 - 1995 und präsentieren einen schönen Querschnitt von Grusins Output auf seinem Label. Mal lyrisch oder leicht Fusion-artig, mal mit Klassikanleihen oder schwerem Acid-Einschlag; jedoch immer pianistisch ein Hochgenuss und mit viel Spielwitz interpretiert. Interessant sind besonders die Bearbeitungen Grusins eigener Filmmusiken wie etwa zu "Die drei Tage des Condor" ("Condor"), "Am goldenen See" ("On Golden Pond" & "New Hampshire Hornpipe"), "Mississippi - Fluß der Hoffnung" ("Gathering Leaves") oder "Die Firma" ("The Plan"). Auch die traumhafte Ballade "The Heart Is A Lonely Hunter" ist ein Stück für die Ewigkeit. Insgesamt eine fachkundig kompilierte Scheibe mit interessanten Linernotes.
Grusin, der in Personalunion Klavier, Keyboards, Fender Rhodes und Synthesizer bedient, wird unterstütz von GRP-erprobten Sidemen wie Ron Carter, Branford Mersalis, Marcus Miller, Lee Ritenour, Tom Scott, Grover Washington jr. oder Ernie Watts - allesamt Meister ihrer Zunft und mit partiellen Soli eine echte Bereicherung für die gebotenen Stücke. Wer gerne schwelgerische Jazzmusik des digitalen Zeitalters mit sympathischen Melodien und Arrangements hört, dem sei diese CD schwer empfohlen.