Schade gab's dieses Buch nicht, als ich noch Gymnasiallehrer war: Ich hätte sofort einen Klassensatz davon gekauft. Denn es bietet einen hervorragenden Einstieg ins Thema «Masseinheiten». Im Zentrum stehen dabei jene, die die heute weltweit gebräuchlichen Masseinheiten entdeckten und ihnen so ihren Namen gaben. Es wird aber nicht nur ihr wissenschaftlicher Werdegang beschrieben, nein, auch die privaten und historischen Umstände, in denen sie lebten. So erfährt man etwa, dass der geniale Ampère seinen Vater recht früh durch das Schafott verlor. Oder dass der Laien wohl eher unbekannte Wilhelm Weber - als erster Telegraphist von grosser Bedeutung für die spätere Entwicklung des Internets - in seinem produktiven Leben auch noch zwölf Kinder zeugte. Illustriert ist das Buch mit beredten Portraits der Wissenschaftler und Abbildungen von technischen Apparaturen usw. Selbst die erste Röntgenaufnahme der Geschichte ist hier zu sehen. Zu jeder Persönlichkeit gibt's überdies Anekdoten (köstlich jene über Newton), die gelegentlich verdeutlichen, dass auch diese hochgescheiten Menschen ihre Makel hatten.
Interessant sind aber auch der Streifzug durch die Geschichte des Messwesens und die Kapitel über «pensionierte» Massmenschen (jene also, «deren» Masseinheit heute nicht mehr ihren Namen trägt) oder solche, deren Masseinheit nicht international gültig ist (z. B. Mach). Historisch wie sprachlich Interessierte dürften schliesslich an der Liste von alten, einst im deutschsprachigen Raum gebräuchlichen Masseinheiten wie z. B. dem Eimer oder dem Fuder ihre Freude haben. Und natürlich fehlen auch Literaturliste und Register nicht.
Kurz: Auf wenig Raum wird hier viel Wissen angeboten, das nicht nur Naturwissenschaftler begeistern dürfte.