ARRAY(0xae36d300)
 

Massive Attack

 

Top-Alben von Massive Attack (Alle Alben anzeigen)


CD: €7.97  |  MP3: €9.99
CD: €7.97  |  MP3: €11.99
CD: €7.47
CD: €13.98  |  MP3: €9.99
CD: €12.83
CD: €10.99  |  MP3: €9.99
CD: €11.55  |  MP3: €8.99
CD: €21.12  |  MP3: €9.99
CD: €17.99
Alle 132 Alben von Massive Attack anzeigen

MP3-Download-Bestseller von Massive Attack

 
Alle MP3-Songs
1 - 10 von 304 MP3-Songs
Sortieren nach
Song Album Länge Preis
Anhören1. TeardropMezzanine 5:30EUR 1,29  Kaufen 
Anhören2. Paradise CircusHeligoland (Extended) [+digital booklet] 4:57EUR 1,29  Kaufen 
Anhören3. Unfinished SympathySingles Collection 5:15EUR 1,29  Kaufen 
Anhören4. Live With MeCollected [+digital booklet] 4:51EUR 1,29  Kaufen 
Anhören5. AngelAngel 6:21EUR 1,29  Kaufen 
Anhören6. Safe From HarmSingles Collection 5:19EUR 1,29  Kaufen 
Anhören7. Pray For RainHeligoland (Extended) [+digital booklet] 6:43EUR 1,29  Kaufen 
Anhören8. Safe From Harm (Perfecto Mix)Singles Collection 8:13EUR 1,29  Kaufen 
Anhören9. Unfinished Sympathy (2006 Digital Remaster)Collected 5:12EUR 0,69  Kaufen 
Anhören10. Bulletproof Love (Van Rivers & The Subliminal Kid Remix)Splitting The Atom 6:43EUR 1,29  Kaufen 
1 - 10 von 304 MP3-Songs
« Zurück| Seite: 12345...|Weiter »
Verkauf durch Amazon Media EU S.à r.l. Mit Ihrer Bestellung erkennen Sie unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen an.



Bilder von Massive Attack
Bereitgestellt von den Künstlern oder deren Vertretern.

Biografie

Massive Attack
Blue Lines

Blue Lines von Massive Attack war der Meilenstein des Jahres 1991: nachdenklich und dunkel, eklektisch und zugleich von einzigartiger Schönheit. Dieses atemberaubend originelle Album erwies sich als ein Werk, in dem die unterschiedlichsten musikalischen Szenen geschickt miteinander verknüpft wurden, von Soul, Punk und Post-Punk bis hin zu HipHop, Dance und Klassik.

Die Platte beantwortete die durch Punk aufgeworfenen Fragen, indem sie mit ambitionierten Songs den Soundtrack zum Niedergang von Acid House schuf, Songs, die entschleunigt waren und so einen ... Lesen Sie mehr

Massive Attack
Blue Lines

Blue Lines von Massive Attack war der Meilenstein des Jahres 1991: nachdenklich und dunkel, eklektisch und zugleich von einzigartiger Schönheit. Dieses atemberaubend originelle Album erwies sich als ein Werk, in dem die unterschiedlichsten musikalischen Szenen geschickt miteinander verknüpft wurden, von Soul, Punk und Post-Punk bis hin zu HipHop, Dance und Klassik.

Die Platte beantwortete die durch Punk aufgeworfenen Fragen, indem sie mit ambitionierten Songs den Soundtrack zum Niedergang von Acid House schuf, Songs, die entschleunigt waren und so einen nächtlichen Groove erzeugten. “Dancemusic für den Kopf statt für die Füße”, wie es Bandmitglied Daddy G treffend bezeichnete.

Die Songs waren so persönlich wie beseelt und zugleich sehr symphonisch. Ihnen gelang es geradezu perfekt, ein neues, multikulturelles Großbritannien zu repräsentieren. Hier gab es in manchen Songs gleichzeitig Referenzen an Sobbuteo (Anm.: britisches Tischfußballspiel) und Studio One, in anderen spiegelte sich bildreich und elegisch das urbane Leben in den trist verregneten Innenstädten wider.

Der in Bristol beheimateten Formation war ein vielfältiges Meisterwerk gelungen, in dem alle losen Enden der britischen Popkultur zu einer nahtlosen und perfekten Einheit verbunden waren – und das postwendend zu einem riesigen Hit avancierte. Hat es in den frühen Neunzigern eine perfektere Platte gegeben, in der sich gegenseitig befruchtende Ideen derart gut auf den Punkt gebracht wurden?

Dies war wahrlich ein gut geerdetes Album einer Band, die überall ihre Wurzeln trieb. Mit Leib und Seele in den verrauchten Clubs von Bristol verankert und stets an den Schnittstellen von Dub-Reggae, Post-Punk, HipHop und Soul operierend, führte das Album die neuen Klanglandschaften der Achtziger über in die Neunziger. Gerade im United Kingdom, wo Ecstasy die Nachschwärmer wachhielt und sich diese für eine Vielzahl von Musikstilen begeisterten, konnte sich solch eine neue Formel, wie man an Musik herangeht und sie neu gestaltet, durchsetzen.

Massive Attack nutzten die Sound Systems und die DJ Culture der Achtziger nach ihrer eigenen Fasson. Dies war eine abenteuerliche Zeit für den Underground, der sich deutlich von dem schwerfälligen Mainstream absetzte. Punk war die Stunde Null, die viele Türen für immer verschloss, aber in der wichtige Protagonisten wie Clash und Public Image auch neue Wege aufzeigten, indem sie die Räumlichkeit des Dub nutzten und die Freiheit von Punk, Krautrock mit Soul ebenso vermischten wie den Freigeist eines Miles Davis und dessen 'Bitches Brew' mit den aufkommenden Electro-Sounds aus New York.

Jeder, der was auf sich hielt, wurde von der neu entdeckten Begeisterung für klassische Vinylscheiben angesteckt, für verkratzte alte Soulplatten und Siebziger Funk, für abgegriffene Reggaeplatten und abenteuerlichen Post-Punk. Massive Attack waren wahre Kinder dieser Revolution – sie konnten nur aus einer Stadt stammen, in der weiße und schwarze Jugendliche ihre verschiedenen Subkulturen miteinander verbunden hatten.
Massive Attack waren ein Kollektiv, das sich um den kreativen Kern des ehemaligen Graffitikünstlers und Punkzöglings Robert "3D" Del Naja, Grant "Daddy G" Marshall und Andrew "Mushroom" Vowles formiert hatte.

Es gab keinen sonderlichen Schwerpunkt – lediglich die Songs. Die beste Stimme übernahm jeweils das Mikro, die besten Beats bildeten den Hintergrundsound. Sie waren nie so etwas wie eine traditionelle Band. Sie waren ein Kollektiv mit Gastsängern – eine neue Idee, Musik zu machen, und die Blaupause, auf die sich eine Dekade später unter anderem die Gorillaz beriefen.

Auch wenn die Post-Punk-Szene wesentlich überschaubarer war als in anderen britischen Städten, konnte sich Bristol auf eine Tradition stilistisch vielgestalteter Musikbewegungen berufen. The Pop Group hatte in der Punk-Ära durch ihre stürmische Mixtur aus Punkrock, den Ecken und Kanten des James-Brown-Funk und ihren Ausflügen in schrägen Dub neue Maßstäbe gesetzt – ihre freigeistigen Experimente hatten Strukturen aufgebrochen und einen Raum geschaffen, den auch einige der besten Musiker Bristols später für sich nutzen. Unter der weiteren Prämisse des multikulturellen Spirits der Hafenstadt und seiner reichen Musikszene ergab sich ein denkbar fruchtbares Fundament für Kreativität in allen erdenklichen Kombinationen.

The Wild Bunch, ein loser Verband von Außenseitern, die das Herzstück der Underground-Partyszene der Achtziger von Bristol bildeten, waren damals das wohl bedeutendste Sound System in Bristol, die riesige Partys musikalisch entsprechend aufmischten. Zu der ständig wechselnden Crew von Musik-Freaks, die zu dem Kern von Massiv Attack hinzukamen, gehörten Tricky und Nellee Hooper, der, nachdem sich dieser Musikerverbund langsam auflöste, nach London zog und als Produzent und Remixer für eine Reihe von Major-Künstlern wie Madonna, U2, No Doubt und Björk arbeitete und als Musiker bei Soul II Soul einstieg. Es war also eine wilde Bande von Kreativen.

The Wild Bunch tauchte erstmals 1985 mit einer Coverversion von Burt Bacharachs 'The Look of Love' auf dem Bildschirm der britischen Musikszene auf. Hier war bereits die spätere Massive-Attack-Sängerin Shara Nelson zu hören. Massive Attack waren als Ableger des Wild Bunch zusammengekommen. 1988 veröffentlichten sie die Single ‘Any Love’. Neneh Cherry, eine enge Freundin und frühe Förderin, erkannte gleich das Potenzial der Band und half dieser, 1990 einen Vertrag mit Circa Records zu bekommen.

In dem Maße, wie sie den Klang ihres Sound Systems mäßigten, konzentrierten sie sich darauf, auf Samples aufbauend, eigene Songs zu schreiben und kreierten als Kollektiv schlussendlich Blue Lines, das Album, welches das Jahr 1991 definieren sollte. Dieses Album war nach all dem Wirbel durch Acid House der perfekte Ruhepol.

Blue Lines war eine ebenso nachdenkliche wie kraftvolle Albumaufnahme, die die Melancholie, die unter so ziemlich jeder großartigen britischen Musik schwelt, kongenial widerspiegelte, jene Dunkelheit verregneter Tage, die im Zusammenschluss mit der Euphorie der Popkultur den ewigen Kampf um das Seelenheil unserer geliebten Musik bestimmt.

Die Songs erwiesen sich als polierte Schmuckstücke, die selbst die Playlists des Mainstream eroberten und die Band an die Spitzen der Charts katapultierte, ohne dass diese die Tuchfühlung zum Underground-Soul verlor oder ihren Sinn für die Räumlichkeit der Dub Culture und anderer unorthodoxer Musikstile.

Damals interviewte ich die Band und erinnere mich daran, wie mir 3D von seiner Zeit als Punkrocker in Bristol erzählt hatte, von seiner großen Liebe zu den Dead Kennedys und durchgeknallten Nächten mit viel Cider, aber auch von der Begeisterung für Dub und wie er mit der Metal Box von Public Image Limited eine vollkommen neue Welt entdeckt hatte. Er erzählte auch von dem Einfluss, den HipHop und die HipHop-Culture gehabt hatten – von der Freiheit, die Kreativität bietet, und von der Graffitikunst.

Gerade diese abenteuerlichen Ausflüge in Klang- und Kunstwelten definierten die Band und tun dies bis hin in die jüngste Zeit und bis hin zu ihrem letzten Album Heligoland, einem erstaunlichen Werk, dem man anmerkt, dass sich diese Band niemals auf ihren Lorbeeren ausgeruht hat und immer auf der Suche nach neuen Klangmöglichkeiten ist.

Getragen wurden die Songs auf Blue Lines von den Gastsänger(inne)n, von der süßlich, himmlischen Stimme von Horace Andy auf den eher reggae-orientierten Stücken über Shara Nelsons cineastisch anmutende Soulakrobatik bis zum heiseren Flüsterton von Tricky, der hier und da noch von Del Naja und Marshall unterstützt wurde – allesamt wohlig gebettet in sorgfältig konstruierte Stücke.

Das Album war von Jonny Dollar und Cameron McVey gemeinsam produziert worden. Letzterer wurde später ihr erster Manager. Die auf Masterbänder aufgenommenen Sessions betreute Geoff Barrow, der in der Folge Portishead gründete. Aus dem Klangebilde ging schließlich der so genannte Trip Hop hervor, für den sich später zahlreiche Musiker begeisterten.

Nach Blue Lines hat sich die Musik grundlegend verändert, weil hier höchst unterschiedliche Künstler die Gelegenheit genutzt haben, sich unter ebenso unterschiedlichen Einflüssen auf eine geradezu einmalige Klangreise zu begeben.

Blue Lines war nachweislich das erste Album des 21. Jahrhunderts, auch wenn es bereits eine Dekade früher erschien. Eine ernsthafte Platte für ernsthafte Zeiten und ein Richtungsweiser für die Zukunft.

John Robb

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Massive Attack
Blue Lines

Blue Lines von Massive Attack war der Meilenstein des Jahres 1991: nachdenklich und dunkel, eklektisch und zugleich von einzigartiger Schönheit. Dieses atemberaubend originelle Album erwies sich als ein Werk, in dem die unterschiedlichsten musikalischen Szenen geschickt miteinander verknüpft wurden, von Soul, Punk und Post-Punk bis hin zu HipHop, Dance und Klassik.

Die Platte beantwortete die durch Punk aufgeworfenen Fragen, indem sie mit ambitionierten Songs den Soundtrack zum Niedergang von Acid House schuf, Songs, die entschleunigt waren und so einen nächtlichen Groove erzeugten. “Dancemusic für den Kopf statt für die Füße”, wie es Bandmitglied Daddy G treffend bezeichnete.

Die Songs waren so persönlich wie beseelt und zugleich sehr symphonisch. Ihnen gelang es geradezu perfekt, ein neues, multikulturelles Großbritannien zu repräsentieren. Hier gab es in manchen Songs gleichzeitig Referenzen an Sobbuteo (Anm.: britisches Tischfußballspiel) und Studio One, in anderen spiegelte sich bildreich und elegisch das urbane Leben in den trist verregneten Innenstädten wider.

Der in Bristol beheimateten Formation war ein vielfältiges Meisterwerk gelungen, in dem alle losen Enden der britischen Popkultur zu einer nahtlosen und perfekten Einheit verbunden waren – und das postwendend zu einem riesigen Hit avancierte. Hat es in den frühen Neunzigern eine perfektere Platte gegeben, in der sich gegenseitig befruchtende Ideen derart gut auf den Punkt gebracht wurden?

Dies war wahrlich ein gut geerdetes Album einer Band, die überall ihre Wurzeln trieb. Mit Leib und Seele in den verrauchten Clubs von Bristol verankert und stets an den Schnittstellen von Dub-Reggae, Post-Punk, HipHop und Soul operierend, führte das Album die neuen Klanglandschaften der Achtziger über in die Neunziger. Gerade im United Kingdom, wo Ecstasy die Nachschwärmer wachhielt und sich diese für eine Vielzahl von Musikstilen begeisterten, konnte sich solch eine neue Formel, wie man an Musik herangeht und sie neu gestaltet, durchsetzen.

Massive Attack nutzten die Sound Systems und die DJ Culture der Achtziger nach ihrer eigenen Fasson. Dies war eine abenteuerliche Zeit für den Underground, der sich deutlich von dem schwerfälligen Mainstream absetzte. Punk war die Stunde Null, die viele Türen für immer verschloss, aber in der wichtige Protagonisten wie Clash und Public Image auch neue Wege aufzeigten, indem sie die Räumlichkeit des Dub nutzten und die Freiheit von Punk, Krautrock mit Soul ebenso vermischten wie den Freigeist eines Miles Davis und dessen 'Bitches Brew' mit den aufkommenden Electro-Sounds aus New York.

Jeder, der was auf sich hielt, wurde von der neu entdeckten Begeisterung für klassische Vinylscheiben angesteckt, für verkratzte alte Soulplatten und Siebziger Funk, für abgegriffene Reggaeplatten und abenteuerlichen Post-Punk. Massive Attack waren wahre Kinder dieser Revolution – sie konnten nur aus einer Stadt stammen, in der weiße und schwarze Jugendliche ihre verschiedenen Subkulturen miteinander verbunden hatten.
Massive Attack waren ein Kollektiv, das sich um den kreativen Kern des ehemaligen Graffitikünstlers und Punkzöglings Robert "3D" Del Naja, Grant "Daddy G" Marshall und Andrew "Mushroom" Vowles formiert hatte.

Es gab keinen sonderlichen Schwerpunkt – lediglich die Songs. Die beste Stimme übernahm jeweils das Mikro, die besten Beats bildeten den Hintergrundsound. Sie waren nie so etwas wie eine traditionelle Band. Sie waren ein Kollektiv mit Gastsängern – eine neue Idee, Musik zu machen, und die Blaupause, auf die sich eine Dekade später unter anderem die Gorillaz beriefen.

Auch wenn die Post-Punk-Szene wesentlich überschaubarer war als in anderen britischen Städten, konnte sich Bristol auf eine Tradition stilistisch vielgestalteter Musikbewegungen berufen. The Pop Group hatte in der Punk-Ära durch ihre stürmische Mixtur aus Punkrock, den Ecken und Kanten des James-Brown-Funk und ihren Ausflügen in schrägen Dub neue Maßstäbe gesetzt – ihre freigeistigen Experimente hatten Strukturen aufgebrochen und einen Raum geschaffen, den auch einige der besten Musiker Bristols später für sich nutzen. Unter der weiteren Prämisse des multikulturellen Spirits der Hafenstadt und seiner reichen Musikszene ergab sich ein denkbar fruchtbares Fundament für Kreativität in allen erdenklichen Kombinationen.

The Wild Bunch, ein loser Verband von Außenseitern, die das Herzstück der Underground-Partyszene der Achtziger von Bristol bildeten, waren damals das wohl bedeutendste Sound System in Bristol, die riesige Partys musikalisch entsprechend aufmischten. Zu der ständig wechselnden Crew von Musik-Freaks, die zu dem Kern von Massiv Attack hinzukamen, gehörten Tricky und Nellee Hooper, der, nachdem sich dieser Musikerverbund langsam auflöste, nach London zog und als Produzent und Remixer für eine Reihe von Major-Künstlern wie Madonna, U2, No Doubt und Björk arbeitete und als Musiker bei Soul II Soul einstieg. Es war also eine wilde Bande von Kreativen.

The Wild Bunch tauchte erstmals 1985 mit einer Coverversion von Burt Bacharachs 'The Look of Love' auf dem Bildschirm der britischen Musikszene auf. Hier war bereits die spätere Massive-Attack-Sängerin Shara Nelson zu hören. Massive Attack waren als Ableger des Wild Bunch zusammengekommen. 1988 veröffentlichten sie die Single ‘Any Love’. Neneh Cherry, eine enge Freundin und frühe Förderin, erkannte gleich das Potenzial der Band und half dieser, 1990 einen Vertrag mit Circa Records zu bekommen.

In dem Maße, wie sie den Klang ihres Sound Systems mäßigten, konzentrierten sie sich darauf, auf Samples aufbauend, eigene Songs zu schreiben und kreierten als Kollektiv schlussendlich Blue Lines, das Album, welches das Jahr 1991 definieren sollte. Dieses Album war nach all dem Wirbel durch Acid House der perfekte Ruhepol.

Blue Lines war eine ebenso nachdenkliche wie kraftvolle Albumaufnahme, die die Melancholie, die unter so ziemlich jeder großartigen britischen Musik schwelt, kongenial widerspiegelte, jene Dunkelheit verregneter Tage, die im Zusammenschluss mit der Euphorie der Popkultur den ewigen Kampf um das Seelenheil unserer geliebten Musik bestimmt.

Die Songs erwiesen sich als polierte Schmuckstücke, die selbst die Playlists des Mainstream eroberten und die Band an die Spitzen der Charts katapultierte, ohne dass diese die Tuchfühlung zum Underground-Soul verlor oder ihren Sinn für die Räumlichkeit der Dub Culture und anderer unorthodoxer Musikstile.

Damals interviewte ich die Band und erinnere mich daran, wie mir 3D von seiner Zeit als Punkrocker in Bristol erzählt hatte, von seiner großen Liebe zu den Dead Kennedys und durchgeknallten Nächten mit viel Cider, aber auch von der Begeisterung für Dub und wie er mit der Metal Box von Public Image Limited eine vollkommen neue Welt entdeckt hatte. Er erzählte auch von dem Einfluss, den HipHop und die HipHop-Culture gehabt hatten – von der Freiheit, die Kreativität bietet, und von der Graffitikunst.

Gerade diese abenteuerlichen Ausflüge in Klang- und Kunstwelten definierten die Band und tun dies bis hin in die jüngste Zeit und bis hin zu ihrem letzten Album Heligoland, einem erstaunlichen Werk, dem man anmerkt, dass sich diese Band niemals auf ihren Lorbeeren ausgeruht hat und immer auf der Suche nach neuen Klangmöglichkeiten ist.

Getragen wurden die Songs auf Blue Lines von den Gastsänger(inne)n, von der süßlich, himmlischen Stimme von Horace Andy auf den eher reggae-orientierten Stücken über Shara Nelsons cineastisch anmutende Soulakrobatik bis zum heiseren Flüsterton von Tricky, der hier und da noch von Del Naja und Marshall unterstützt wurde – allesamt wohlig gebettet in sorgfältig konstruierte Stücke.

Das Album war von Jonny Dollar und Cameron McVey gemeinsam produziert worden. Letzterer wurde später ihr erster Manager. Die auf Masterbänder aufgenommenen Sessions betreute Geoff Barrow, der in der Folge Portishead gründete. Aus dem Klangebilde ging schließlich der so genannte Trip Hop hervor, für den sich später zahlreiche Musiker begeisterten.

Nach Blue Lines hat sich die Musik grundlegend verändert, weil hier höchst unterschiedliche Künstler die Gelegenheit genutzt haben, sich unter ebenso unterschiedlichen Einflüssen auf eine geradezu einmalige Klangreise zu begeben.

Blue Lines war nachweislich das erste Album des 21. Jahrhunderts, auch wenn es bereits eine Dekade früher erschien. Eine ernsthafte Platte für ernsthafte Zeiten und ein Richtungsweiser für die Zukunft.

John Robb

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Massive Attack
Blue Lines

Blue Lines von Massive Attack war der Meilenstein des Jahres 1991: nachdenklich und dunkel, eklektisch und zugleich von einzigartiger Schönheit. Dieses atemberaubend originelle Album erwies sich als ein Werk, in dem die unterschiedlichsten musikalischen Szenen geschickt miteinander verknüpft wurden, von Soul, Punk und Post-Punk bis hin zu HipHop, Dance und Klassik.

Die Platte beantwortete die durch Punk aufgeworfenen Fragen, indem sie mit ambitionierten Songs den Soundtrack zum Niedergang von Acid House schuf, Songs, die entschleunigt waren und so einen nächtlichen Groove erzeugten. “Dancemusic für den Kopf statt für die Füße”, wie es Bandmitglied Daddy G treffend bezeichnete.

Die Songs waren so persönlich wie beseelt und zugleich sehr symphonisch. Ihnen gelang es geradezu perfekt, ein neues, multikulturelles Großbritannien zu repräsentieren. Hier gab es in manchen Songs gleichzeitig Referenzen an Sobbuteo (Anm.: britisches Tischfußballspiel) und Studio One, in anderen spiegelte sich bildreich und elegisch das urbane Leben in den trist verregneten Innenstädten wider.

Der in Bristol beheimateten Formation war ein vielfältiges Meisterwerk gelungen, in dem alle losen Enden der britischen Popkultur zu einer nahtlosen und perfekten Einheit verbunden waren – und das postwendend zu einem riesigen Hit avancierte. Hat es in den frühen Neunzigern eine perfektere Platte gegeben, in der sich gegenseitig befruchtende Ideen derart gut auf den Punkt gebracht wurden?

Dies war wahrlich ein gut geerdetes Album einer Band, die überall ihre Wurzeln trieb. Mit Leib und Seele in den verrauchten Clubs von Bristol verankert und stets an den Schnittstellen von Dub-Reggae, Post-Punk, HipHop und Soul operierend, führte das Album die neuen Klanglandschaften der Achtziger über in die Neunziger. Gerade im United Kingdom, wo Ecstasy die Nachschwärmer wachhielt und sich diese für eine Vielzahl von Musikstilen begeisterten, konnte sich solch eine neue Formel, wie man an Musik herangeht und sie neu gestaltet, durchsetzen.

Massive Attack nutzten die Sound Systems und die DJ Culture der Achtziger nach ihrer eigenen Fasson. Dies war eine abenteuerliche Zeit für den Underground, der sich deutlich von dem schwerfälligen Mainstream absetzte. Punk war die Stunde Null, die viele Türen für immer verschloss, aber in der wichtige Protagonisten wie Clash und Public Image auch neue Wege aufzeigten, indem sie die Räumlichkeit des Dub nutzten und die Freiheit von Punk, Krautrock mit Soul ebenso vermischten wie den Freigeist eines Miles Davis und dessen 'Bitches Brew' mit den aufkommenden Electro-Sounds aus New York.

Jeder, der was auf sich hielt, wurde von der neu entdeckten Begeisterung für klassische Vinylscheiben angesteckt, für verkratzte alte Soulplatten und Siebziger Funk, für abgegriffene Reggaeplatten und abenteuerlichen Post-Punk. Massive Attack waren wahre Kinder dieser Revolution – sie konnten nur aus einer Stadt stammen, in der weiße und schwarze Jugendliche ihre verschiedenen Subkulturen miteinander verbunden hatten.
Massive Attack waren ein Kollektiv, das sich um den kreativen Kern des ehemaligen Graffitikünstlers und Punkzöglings Robert "3D" Del Naja, Grant "Daddy G" Marshall und Andrew "Mushroom" Vowles formiert hatte.

Es gab keinen sonderlichen Schwerpunkt – lediglich die Songs. Die beste Stimme übernahm jeweils das Mikro, die besten Beats bildeten den Hintergrundsound. Sie waren nie so etwas wie eine traditionelle Band. Sie waren ein Kollektiv mit Gastsängern – eine neue Idee, Musik zu machen, und die Blaupause, auf die sich eine Dekade später unter anderem die Gorillaz beriefen.

Auch wenn die Post-Punk-Szene wesentlich überschaubarer war als in anderen britischen Städten, konnte sich Bristol auf eine Tradition stilistisch vielgestalteter Musikbewegungen berufen. The Pop Group hatte in der Punk-Ära durch ihre stürmische Mixtur aus Punkrock, den Ecken und Kanten des James-Brown-Funk und ihren Ausflügen in schrägen Dub neue Maßstäbe gesetzt – ihre freigeistigen Experimente hatten Strukturen aufgebrochen und einen Raum geschaffen, den auch einige der besten Musiker Bristols später für sich nutzen. Unter der weiteren Prämisse des multikulturellen Spirits der Hafenstadt und seiner reichen Musikszene ergab sich ein denkbar fruchtbares Fundament für Kreativität in allen erdenklichen Kombinationen.

The Wild Bunch, ein loser Verband von Außenseitern, die das Herzstück der Underground-Partyszene der Achtziger von Bristol bildeten, waren damals das wohl bedeutendste Sound System in Bristol, die riesige Partys musikalisch entsprechend aufmischten. Zu der ständig wechselnden Crew von Musik-Freaks, die zu dem Kern von Massiv Attack hinzukamen, gehörten Tricky und Nellee Hooper, der, nachdem sich dieser Musikerverbund langsam auflöste, nach London zog und als Produzent und Remixer für eine Reihe von Major-Künstlern wie Madonna, U2, No Doubt und Björk arbeitete und als Musiker bei Soul II Soul einstieg. Es war also eine wilde Bande von Kreativen.

The Wild Bunch tauchte erstmals 1985 mit einer Coverversion von Burt Bacharachs 'The Look of Love' auf dem Bildschirm der britischen Musikszene auf. Hier war bereits die spätere Massive-Attack-Sängerin Shara Nelson zu hören. Massive Attack waren als Ableger des Wild Bunch zusammengekommen. 1988 veröffentlichten sie die Single ‘Any Love’. Neneh Cherry, eine enge Freundin und frühe Förderin, erkannte gleich das Potenzial der Band und half dieser, 1990 einen Vertrag mit Circa Records zu bekommen.

In dem Maße, wie sie den Klang ihres Sound Systems mäßigten, konzentrierten sie sich darauf, auf Samples aufbauend, eigene Songs zu schreiben und kreierten als Kollektiv schlussendlich Blue Lines, das Album, welches das Jahr 1991 definieren sollte. Dieses Album war nach all dem Wirbel durch Acid House der perfekte Ruhepol.

Blue Lines war eine ebenso nachdenkliche wie kraftvolle Albumaufnahme, die die Melancholie, die unter so ziemlich jeder großartigen britischen Musik schwelt, kongenial widerspiegelte, jene Dunkelheit verregneter Tage, die im Zusammenschluss mit der Euphorie der Popkultur den ewigen Kampf um das Seelenheil unserer geliebten Musik bestimmt.

Die Songs erwiesen sich als polierte Schmuckstücke, die selbst die Playlists des Mainstream eroberten und die Band an die Spitzen der Charts katapultierte, ohne dass diese die Tuchfühlung zum Underground-Soul verlor oder ihren Sinn für die Räumlichkeit der Dub Culture und anderer unorthodoxer Musikstile.

Damals interviewte ich die Band und erinnere mich daran, wie mir 3D von seiner Zeit als Punkrocker in Bristol erzählt hatte, von seiner großen Liebe zu den Dead Kennedys und durchgeknallten Nächten mit viel Cider, aber auch von der Begeisterung für Dub und wie er mit der Metal Box von Public Image Limited eine vollkommen neue Welt entdeckt hatte. Er erzählte auch von dem Einfluss, den HipHop und die HipHop-Culture gehabt hatten – von der Freiheit, die Kreativität bietet, und von der Graffitikunst.

Gerade diese abenteuerlichen Ausflüge in Klang- und Kunstwelten definierten die Band und tun dies bis hin in die jüngste Zeit und bis hin zu ihrem letzten Album Heligoland, einem erstaunlichen Werk, dem man anmerkt, dass sich diese Band niemals auf ihren Lorbeeren ausgeruht hat und immer auf der Suche nach neuen Klangmöglichkeiten ist.

Getragen wurden die Songs auf Blue Lines von den Gastsänger(inne)n, von der süßlich, himmlischen Stimme von Horace Andy auf den eher reggae-orientierten Stücken über Shara Nelsons cineastisch anmutende Soulakrobatik bis zum heiseren Flüsterton von Tricky, der hier und da noch von Del Naja und Marshall unterstützt wurde – allesamt wohlig gebettet in sorgfältig konstruierte Stücke.

Das Album war von Jonny Dollar und Cameron McVey gemeinsam produziert worden. Letzterer wurde später ihr erster Manager. Die auf Masterbänder aufgenommenen Sessions betreute Geoff Barrow, der in der Folge Portishead gründete. Aus dem Klangebilde ging schließlich der so genannte Trip Hop hervor, für den sich später zahlreiche Musiker begeisterten.

Nach Blue Lines hat sich die Musik grundlegend verändert, weil hier höchst unterschiedliche Künstler die Gelegenheit genutzt haben, sich unter ebenso unterschiedlichen Einflüssen auf eine geradezu einmalige Klangreise zu begeben.

Blue Lines war nachweislich das erste Album des 21. Jahrhunderts, auch wenn es bereits eine Dekade früher erschien. Eine ernsthafte Platte für ernsthafte Zeiten und ein Richtungsweiser für die Zukunft.

John Robb

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Verbessern Sie diese Seite

Sie sind der Künstler, das Label oder das Management des Künstlers? Über Artist Central können Sie dieser Seite eine Biografie, Fotos und mehr hinzufügen und die Diskografie bearbeiten.

Feedback

Sehen Sie sich die häufigsten Fragen zu unseren Künstler-Seiten an
Senden Sie uns Feedback zu dieser Seite