So Leute, Röhrenjeans an, die weißen, knöchelhohen Adidas Sneakers ange-schnallt, das ärmellose Shirt übergestreift und ab geht die Luzie. Thrash ist angesagt und zwar so richtig oldschool. Die Virginia-Bande Municipal waste geben sich zum vierten Mal die Ehre und ballerm dem geneigten Zuhörer auf Massive aggressive" 13 Songs in exakt 28 Minuten ins Hirn. Ergo kann sich der Konsument auf kurze, knackige Genickschläge einstellen.
Dass das Quartett mit ihrer neuen Scheibe das Rad neu erfindet, durfte bereits im Vorfeld nicht erwartet werden, dennoch war ich ein klein wenig konsterniert, da im Gegensatz zum Oberkracher The art of partying" von 2007 die Jungs sich diesmal viel zu sehr an alten Heroen der späten Achtziger, Anfang Neunziger namens D.R.I., Suicidal Tendencies oder den Crumbsuckers orientiert haben und somit das kleine bisschen Eigenständigkeit diesmal gänzlich flöten ging. Sprich, es wird diesmal mehr Crossover statt Thrash geboten, was bei den vorhandenen spielerischen Fähigkeiten der Jungs einen Schritt zurück bedeutet. Gelegentlich werden noch alte Attribute ausgepackt und fachmännisch an den Mann gebracht. Bestes Beispiel hierfür ist Mech-cannibal", der mit einem Riff-Massaker aufwartet und einem die Nackenwirbel verrückt. Ebenfalls in diese Kerbe schlägt Relentless threat", der Rest ist mir für eine Thrash Band einfach zu Hardcore-lastig und daher auch nur in Dosen genießbar.
Massive aggressive" hält, was der Titel verspricht, doch ich sehe zu der Mucke von Municipal waste eher die Kurzhaarigen im Kreis rennen, als gestandene Szene Ve-teranen das Haupthaar schütteln. Das ist das große Manko des Quartetts, die durch-aus in der Lage sind, knallharte Thrashsongs zu schreiben. Diesmal hat das leider nicht geklappt.