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In "Massenpsychologie und Ich-Analyse" (in der er sich stark auf die Aussagen Le Bons stützt)untersucht Freud die Masse, wobei er sich weniger für die Masse in ihrer Gesamtheit interessiert, sondern für den Einzelnen. Freud fragt danach, welchen Einfluss die Masse auf den Einzelnen (als Teil dieser Masse) hat.
Er unterscheidet zwischen verschiedenen Massen und geht exemplarisch auf Kirche und Heer ein. Als interessant habe ich Freuds Schilderungen über die sog. "primären Massen" empfunden, deren hervorstechendes Merkmal es sei, dass sie "ein und das selbe Objekt an die Stelle Ihres Ichideals gesetzt und sich infolgedessen in Ihrem Ich miteinander identifiziert haben.".
In "Die Zukunft einer Illusion" übt Freud eine radikale Religionskritik. Nachdem er das Verhältnis zwischen Religion und Menschen untersucht hat, kommt er (fast schon kantsch)zu dem Schluss, Religion sei im Wesentlichen nichts anderes als eine Zwangsneurose, die zu beseitigen sei, insbesondere weil sie autonomem, vernunftbasiertem Denken widerspräche. Aussagen der Kirche seien in sich widersprüchlich und wissenschaftlich widerlegbar. Um eine kritische Reflexion zu verhindern arbeite die Kirche mit Denkverboten mit dem Prinzip der Bestrafung (Hölle etc.)
Aufgrund der hierzulande abnehmenden Bedeutung von "Kirche und Heer" könnte man den Schluss ziehen, dass die beiden Werke für unsere Zeit nicht mehr relevant sind. Das Phänomen, welches Freud in Bezug auf die primäre Masse beschrieben hat (s.o.) trifft heute sicherlich oft noch in ähnlicher Weise zu; heute heute ist es kein "Führer" (nicht personengebunden), der zusammen mit anderen an die Stelle des Ichideals gesetzt wird, sondern es ist oft das Unausgesprochene, dem ein Großteil folgt, ohne sich dessen bewusst zu sein.
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