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Massenpsychologie und Ich-Analyse / Die Zukunft einer Illusion
 
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Massenpsychologie und Ich-Analyse / Die Zukunft einer Illusion [Taschenbuch]

Sigmund Freud
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 166 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 8., Aufl. (1. Juli 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596104521
  • ISBN-13: 978-3596104529
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 139.091 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sigmund Freud
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nach >Totem und Tabu< (1912/13) hatte Freud eine Zeitlang keinen größeren kulturhistorischen Beitrag mehr veröffentlicht. Die Erschütterung des Ersten Weltkriegs und die dadurch beschleunigten politischen Umbrü-che in Europa haben dann offenbar sein Nachdenken über gesellschaftliche Phänomene erneut angefacht. Die beiden im vorliegenden Band zusammengefaßten berühmten Essays erschienen 1921 und 1927. Zupackend und unbefangen wendet Freud hier sein individualpsychologisches Wissen auf Kollektiverscheinungen an. Bei der Analyse jener spezifischen seelischen Veränderungen, denen der einzelne unterliegt, sobald er Teil einer Masse wird - Affektsteigerung, Denkhemmung, hochgradiger Beeinflußbarkeit-, kommen Freud seine frühen Forschungen über Suggestion und Hypnose ebenso zugute wie die inzwischen aus der klinischen Arbeit gewonnenen Einblicke in Identifizierungs- und Triebschicksale. Noch unmittelbarer, aber auch polemischer parallelisiert er in der anderen, der reli-gionspsychologischen Arbeit beide Sphären: in der Entwicklung der Menschheit sei die Religion einer Kindheitsneurose vergleichbar, die - so prognostiziert er vernunftgläubig - zugunsten rationaler Wissenschaft eines Tages »mit der schicksalsmäßigen Unerbittlichkeit eines Wachstumsvorganges« überwunden werde. Reimut Reiche zeigt in seiner so einfühlsamen wie souverän-kritischen Einleitung, worin die stupende Originalität dieser beiden Schriften besteht und was, gemäß moderner Kriterien, ihre Unzulänglichkeit ausmacht. Überdies führt er dem Leser vor Augen, was aus Freuds kulturanalytischem Projekt geworden ist, seit seinem Tode bis heute.

Über den Autor

Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg (Mähren) geboren. Nach dem Studium der Medizin wandte er sich während eines Studienaufenthalts in Paris, unter dem Einfluss J.-M. Charcots, der Psychopathologie zu. Anschließend beschäftigte er sich in der Privatpraxis mit Hysterie und anderen Neurosenformen. Er begründete die Psychoanalyse und entwickelte sie fort als eigene Behandlungs- und Forschungsmethode sowie als allgemeine, auch die Phänomene des normalen Seelenlebens umfassende Psychologie. 1938 emigrierte Freud nach London, wo er 1939 starb.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In diesem Büchlein sind 2 grundlegende Schriften Freuds nachzulesen: "Massenpsychologie und Ich-Analyse" und "Die Zukunft einer Illusion"

In "Massenpsychologie und Ich-Analyse" (in der er sich stark auf die Aussagen Le Bons stützt)untersucht Freud die Masse, wobei er sich weniger für die Masse in ihrer Gesamtheit interessiert, sondern für den Einzelnen. Freud fragt danach, welchen Einfluss die Masse auf den Einzelnen (als Teil dieser Masse) hat.

Er unterscheidet zwischen verschiedenen Massen und geht exemplarisch auf Kirche und Heer ein. Als interessant habe ich Freuds Schilderungen über die sog. "primären Massen" empfunden, deren hervorstechendes Merkmal es sei, dass sie "ein und das selbe Objekt an die Stelle Ihres Ichideals gesetzt und sich infolgedessen in Ihrem Ich miteinander identifiziert haben.".

In "Die Zukunft einer Illusion" übt Freud eine radikale Religionskritik. Nachdem er das Verhältnis zwischen Religion und Menschen untersucht hat, kommt er (fast schon kantsch)zu dem Schluss, Religion sei im Wesentlichen nichts anderes als eine Zwangsneurose, die zu beseitigen sei, insbesondere weil sie autonomem, vernunftbasiertem Denken widerspräche. Aussagen der Kirche seien in sich widersprüchlich und wissenschaftlich widerlegbar. Um eine kritische Reflexion zu verhindern arbeite die Kirche mit Denkverboten mit dem Prinzip der Bestrafung (Hölle etc.)

Aufgrund der hierzulande abnehmenden Bedeutung von "Kirche und Heer" könnte man den Schluss ziehen, dass die beiden Werke für unsere Zeit nicht mehr relevant sind. Das Phänomen, welches Freud in Bezug auf die primäre Masse beschrieben hat (s.o.) trifft heute sicherlich oft noch in ähnlicher Weise zu; heute heute ist es kein "Führer" (nicht personengebunden), der zusammen mit anderen an die Stelle des Ichideals gesetzt wird, sondern es ist oft das Unausgesprochene, dem ein Großteil folgt, ohne sich dessen bewusst zu sein.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Selten ist in einer Schrift gelassener und gleichzeitig rücksichtsloser über Religion diskutiert worden als in Sigmund Freuds 1927 erschienenem Essay: "Die Zukunft einer Illusion". So Schmidbauer zu diesem kurzen Essay. Kultur und Natur sieht Freud im Wettstreit, Aufgabe der Kultur ist es, den Menschen gegen die Natur zu verteidigen. Verglichen mit dem wenige Jahre später erschienen Essay über "Das Unbehagen in der Kultur" (vgl. hier meine Amazon-Rezension) wirkt Sigmund Freuds religionskritischer Essay optimistisch in Bezug auf die Vernunft. Die berühmte Formulierung gilt: "Wir mögen noch so oft betonen, der menschliche Intellekt sei kraftlos im Vergleich zum menschlichen Triebleben, und Recht damit haben. Aber es ist doch etwas Besonderes um diese Schwäche; die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat." Auf Dauer kann der Vernunft und Erfahrung nichts widerstehen, fügt er später an. Ein Glaube ist eine Illusion, wenn sich in seiner Motivierung die Wunscherfüllung vordrängt und er dabei von seinem Verhältnis zur Wirklichkeit absieht. Illusion verzichtet zudem auf eigene Beglaubigungen. Sie bleibt irrational.

Über weite Strecken hin führt Freud einen Dialog, der Leser ist angesprochen. Er versucht, beide Positionen einnehmend, zweckmäßige Gründe für die Religion zu finden und diese durch Vernunftgründe zu entkräften. Seine These ist, dass die Religion als Menschheitsphänomen den Neurosen vergleichbar ist. Eine im Kindheitsstadium verharrende Menschheit schafft es nicht, unbrauchbare Triebwünsche durch Vernunft zu beherrschen, sondern diese nur angstvoll zu verdrängen. Neurotische Symptome wie religiöse Rituale, die magischen Handlungen Zwangskranker gleichen, entstehen dann, wenn solche Unterdrückungsakte nicht mehr ausreichen. "Die Religion wäre die allgemein menschliche Zwangsneurose, wie die des Kindes stammte sie aus dem Ödipuskomplex, der Vaterbeziehung. Nach dieser Auffassung wäre vorauszusehen, dass sich die Abwendung von der Religion mit der schicksalhaften Unerbittlichkeit eines Wachstumsvorgangs vollziehen muss, und dass wir uns gerade jetzt mitten in dieser Entwicklungsphase befinden", so Freud.

Freud ist in dieser Schrift der Illusion ganz Aufklärer; er setzt auf den Sieg der Vernunft über das Irrationale und wird dadurch seinen eigenen Entdeckungen über die Macht des Irrationalen über die Vernunft teilweise untreu. Diese Untreue rächt sich; Freud muss sich von seinem Freund Romain Rolland sagen lassen, dass er mit der Religion längst nicht so sorgfältig umgegangen ist wie mit den Neurosen. Er hat die religiösen Gefühle und Phantasien, das Ozeanische nicht in den Menschen, an den Orten ihrer Entstehung, und nicht einmal in seinem eigenen Bewusstsein erforscht. Freuds Werk: "Das Unbehagen in der Kultur" wurde in Anlehnung an die Kritikpunkte seines Freundes Romain Rolland erst möglich und notwendig.

In diesem Essay erreicht die Trennung zwischen Religion und Vernunft einen Höhepunkt. In der vor-aufklärerischen Tradition gab es keine solche Trennung. Freud stand zwischen gemäßigten und radikalen Verächtern der Religion. Er grub tiefer und wollte höher hinaus. Wenn die Erziehung nicht mehr missbraucht wird, um Menschen der Religion zu unterwerfen, hat das psychologische Ideal, der "Primat der Intelligenz" eine Chance. Erst wenn das Experiment einer irreligiösen Erziehung gescheitert ist, wollte sich Freud bereit finden, "die Reform aufzugeben und zum früheren, rein deskriptiven Urteil zurückzukehren: der Mensch ist ein Wesen von schwacher Intelligenz, das von seinen Triebwünschen beherrscht wird." In der Folge ist das Essay: Das Unbehagen in der Kultur eine sehr sinnvolle, gar notwendige Ergänzung auch um die Positionierung der Kultur.

Freud musste die Veröffentlichung gegen den Widerspruch seiner politisch denkenden Mitstreiter in der psychoanalytischen Bewegung durchsetzen. Die Angst war berechtigt, dass dieses Essay der Psychoanalyse schadet. Freud lässt nicht aus, diesen Tatbestand zu erwähnen und in sicheres Gewässer bzgl. der Deutung zu führen.

Heute wird den Lesern klar, dass Freud irrte, als er eine Entwicklung voraussah, in der die Menschheit parallel zum Fortschritt der Wissenschaft der Religion entwächst. Im Gegenteil, der augenblickliche Trend zur Wiederkehr der Religionen ist nicht durch die Illusionskritik zu stoppen. Vielmehr fällt auf, dass Thora und Talmud auch bei Freud trotz angeblicher Ungläubigkeit im Hinterkopf mitgewirkt haben. (vgl. aktuelle Serie in DIE ZEIT) Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, der hat eben auch Religion, um mit Goethe zu schließen.
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Massenpsychologie und Ich-Analyse -> finden Sie hinter dem Link als Besprechung

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von L.S.
Format:Taschenbuch
Wer meint, Freud würde einfach nur LeBon nacherzählen und keine eigenen Gedanken hinzufügen, der hat dieses kleine Essay bei weitem nicht richtig gelesen bzw verstanden.
Sein erstes Kapitel widmet er der Schrift LeBons, da diese die erste Auseinandersetzung mit dem Phänomen Masse ist.
Jedoch merkt man schon in diesem Kapitel, dass Freud mit dessen Meinung nicht konform geht, denn für LeBon ist Masse mit Menge zu vergleichen und der Führer spielt eine untergeordnete Rolle.
Freud hingegen sieht ebenso eine Massenbildung zu Zweit, der Führer bekommt eine zentrale Rolle zugesprochen, was man in den künstlichen Massen Herr und Kirche besonders sehen kann. Desweiteren geht er tiefenpsychologisch vor, indem er, nicht wie frühere Psychologiegen die Imitation, sondern die Identifikation als frühste libidinöse Bindung sieht.

Meiner Meinung nach eine gelungene Schrift, die es sich lohnt zu lesen. Es werden Aspekte genannt, die so noch nicht vorkamen und sehr schlüssig scheinen.

Dennoch hätte Freud ein bisschen weiter in Richtung Individualpsychologie gehen können, wie eine Zweiermasse (dessen Wort ich unglücklich gewählt finde) bestehen kann und wie Autorität zustande kommt. Einzig die Erklärung der Abtretung des Ich-Ideals ist meiner Meinung nach zu ungenau, wenn man sich länger mit dem Text beschäftigen möchte. iest man allerdings eher oberflächlich und möchte nicht zu tief graben, ist der Text sehr zufriedenstellend!
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Die neuesten Kundenrezensionen
Die real existierende Propagandamschine
Für alle, welche ein Interesse an tiefenpsychologischer Meinungsbildung haben, ist das Buch als Einführung empfehlenswert.
Vor 24 Monaten von hans-peter veröffentlicht
Jugendgefährdende Schrift
Es besteht eine Pflicht, Bücher von Freud, insbesondere dieses "Massenpsychologie und Ich-Analyse / Die Zukunft einer Illusion", strengstens zu verbieten. Lesen Sie weiter...
Am 25. November 2009 veröffentlicht
"Wenn man jemand alles verziehen hat, ist man mit ihm fertig." (...
Man könnte ihn definieren als Zusammenschluss einer Anzahl von Menschen aus einem besonderen Anlass und für eine bestimmt Zeit, die durch eine Absenkung der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Juni 2009 von Helga König
Vernünfteln ist veraltet
Zu Zeiten Freuds waren seine Arbeiten revolutionär und wichtig.
Diesem muss bei einer Rezension Rechnung getragen werden! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Oktober 2007 von Julia Möller
Wichtige Texte...
Massenpsychologie und Ich-Analyse:

Freud unternimmt in dieser 1921 erschienenen Studie den Versuch, die Individualpsychologie zur Erklärung von Phänomenen bei... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Februar 2007 von Shaun
enttäuschend
Dieses Buch hatte ich als Ergänzung zu LeBons "Psychologie der Massen" gelesen. Leider war es eine herbe Enttäuschung. Lesen Sie weiter...
Am 21. Juni 2002 veröffentlicht
Geniales Buch über Psychologie und Religion!
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