Anders als Lauryn Hill die mit ihrem Unplugged-Album etwas schwächelt, schafft es ihr Mit-Fugee Wyclef sich mit jedem Album zu steigern. Während auf seinem ersten Solo-Album "The Carnival" schiere Stilvielfalt Programm war, konzentrierte er sich auf "The Ecleftic" wieder vermehrt auf seine Rap-Roots. "The Masquerade" bietet nun die Synthese:
Die erste Hälfte der Scheibe besteht aus fetten Rap-Tracks mit einfallsreichen Samples und intelligenten Texten über Gangstertum und Ghettogewalt. Teil zwei der CD besteht dann aus den mehr gesungenen als gerappten Titeln, von denen einige mit Hitpotenzial aufwarten, so Wyclefs Versionen von "Oh What A Night", "Pussycat" und "Knockin' on Heaven's Door". Genauso überzeugend aber auch Wyclefs Eigenkreationen, besonders die Ballade "Two Wrongs" mit City-High-Sängerin Claudette Ortiz und das Reggae-Stück "No More War", in dem sich Wyclef ironisch mit den Auswirkungen des 11. September befasst.
Insgesamt also ein großer Wurf für den Ex-Fugee, der zudem gesanglich Bob Marley immer mehr ähnelt - sicher nicht von ungefähr, denn beide schaffen es mit ihrer visionären Musik Fans über alle Genregrenzen hinweg zu begeistern.