Alle, die Karl Marx bereits als genialen Philosophen und Revolutionär mögen, werden diese Biographie sicher begeistern lesen. Für jemanden, der die Theorien von Marx noch nicht kennt, ist das Buch jedoch weniger empfehlenswert, da nicht nur sehr wenig auf die Theorien seiner Kritiker und Gegner eingegangen wird, sondern auch seine Theorien auf dem begrenzten Rahmen des Taschenbuches nicht ausführlich behandelt werden können.
Sehr gut gefallen haben mir die zahlreichen Bebilderungen aus Marx' Leben (andere Berühmtheiten seiner Zeit, mit denen er in Kontakt stand, sowie viele Handschriften seiner Werke) ebenso wie die vielen Zitate aus seinen verschiedenen Werken. Im Gegensatz zu anderen Marx-Biographien wird auch seine Kindheit und Jugend nicht ausgespart, sondern ausführlich behandelt. Leider verliert sich zur Lebensmitte hin der chronologische Faden ein wenig, da der Autor sich dann verstärkt auf Marx' Werke konzentriert, die teilweise über mehrere Jahrzehnte hinweg (z.B. Das Kapital) entstanden sind und sich dann nicht mehr einfach chronologisch einordnen lassen. Ebenfalls schade finde ich, dass seine direkten Familienangehörigen (Frau und Kinder) nur immer wieder am Rand erwähnt oder durch kurze Briefzitate eingebracht werden.
Auch wenn Tatsachen erwähnt werden, die Marx nicht immer im besten Licht erscheinen lassen (sein uneheliches Kind, seine Unsensibilität nach dem Tod von Engels' Frau) werden diese Charakterzüge und Taten vom Autor immer sofort verteidigt und gerechtfertigt. Dies stellt die Subjektivität des Autors und seine Voreingenommenheit Marx gegenüber leider nur zu deutlich heraus.
Empfehlen kann ich das Buch damit allen, die schon mal von Marx und seiner Philosophie gehört haben und jetzt gerne etwas genaueres über seinen Lebenslauf und seine persönlichen Lebensumstände erfahren möchten, in denen einzelne Werke entstanden.