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Marx' Gespenster: Der verschuldete Staat, die Trauerarbeit und die neue Internationale [Taschenbuch]

Jacques Derrida , Susanne Lüdemann
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

2005
Jacques Derridas Auseinandersetzung mit der Theorie von Marx und ihrem Erbe gehört zu den meistdiskutierten philosophischen Texten der Gegenwart. Hier geht es um nichts Geringeres als um das Erbe des Marxismus, um Marx’ Testament, um seine Vergangenheit und seine Gegenwart. Marx’ Gespenster eröffnet eine neue Perspektive auf die Philosophie von Marx. »Ein Gespenst geht um in Europa«, so könnte man beginnen und zugleich seine gespenstische Gegenwart konstatieren. »Es gilt, auf magische Weise ein Gespenst auszutreiben, die mögliche Rückkehr einer Macht zu bannen, die für böse an sich gehalten wird und deren dämonische Drohung fortfährt, das Jahrhundert heimzusuchen.«

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 in El-Biar in der Nähe von Algier als Sohn jüdischer Eltern geboren und starb am 8.Oktober 2004 in Paris. Während seiner Schulzeit war er antisemitischen Repressionen ausgesetzt. Ab 1949 lebte er in Frankreich und besuchte das Lycée Louis-le-Grand in Paris. Von 1952 bis 1954 studierte er an der École Normale Supérieure, wo er Vorlesungen bei Louis Althusser und Michel Foucault besuchte und sich mit Pierre Bourdieu anfreundete. 1956 gewann er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt an der Harvard University. Während seines Militärdienstes von 1957 bis 1959 lehrte er Englisch und Französisch in Algerien. Von 1960 bis 1964 war er wissenschaftlicher Assistent an der Sorbonne. Ab 1965 bis 1984 bekleidete er eine Professur für Geschichte der Philosophie an der École Normale Supérieure. Den Durchbruch erlangte Derrida im Jahr 1967, als er nahezu zeitgleich in drei bekannten Verlagen drei wichtige Schriften veröffentlichte: De la grammatologie, La Voix et le phénomène sowie L'écriture et la différence. Auf Vortragsreisen in den USA lernte er Paul de Man und Jacques Lacan kennen. 1981 gründete er die Gesellschaft Jan Hus (eine Hilfsorganisation für verfolgte tschechische Intellektuelle). Im selben Jahr wurde er in Prag verhaftet und erst nach einer energischen Intervention François Mitterrands und der französischen Regierung von der Tschechoslowakei freigelassen. 1983 gründete er das Collège international de philosophie, zu dessen erstem Direktor er gewählt wurde.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ermüdendes, aber hilfreiches Pamphlet 10. September 2010
Format:Taschenbuch
Wenn man dieses Derrida'sche Machwerk radikal auf die Füße stellt und damit den hyperbolischen Diskurs seines Autors ein wenig erdet, dann kommt hier nichts weiter raus, als dass Marx nicht totzukriegen ist (auch wenn ihn der z.B. liberale Diskurs gern totredet), weil Geister (Ideen?) eben nicht sterben (aufgrund ihres paradoxen ontologischen Statuses), und die sogenannte Dekonstruktion nicht nur in der Tradition eines gewissen Marxismus steht, sondern auch dessen Radikalisierung darstellt und jedes kritische Unternehmen immer mit Marx zutun haben wird. Auch fällt Derrida auf, wie oft Marx sich in seinen Schriften auf Geister bezieht oder diese thematisiert usw. (wie im Kommunistischen Manifest: Ein Geist geht um in Europa, der Geist des Kommunismus usw.) Wenn ich das Buch so kleinmache, dann nur, weil es im Grunde für eine ganz gewisse Klientel geschrieben ist und sich jeder Normalsterbliche an diesem Krempel die Zähne ausbeißt. Deshalb ist das Buch auch nur für Leute zu empfehlen, die sich in einem absolut enervierenden Expertendiskurs von Marxisten und solchen die sich dafür unbedingt halten müssen umschauen möchten. Das liegt letztendlich an dem starken philosophischen Zugriff den Derrida hier walten lässt. Mit dem Erbe Marxens oder des Marxismus kann man sich auch ganz anders auseinandersetzen. Naja.

Obwohl man Derridas Volten und Sprachspiele nicht im voraus disqualifizieren sollte und ruhig aufmerksam und konzentriert auf ihre Inhalte abzuklopfen bereit sein müsste, merkt jeder einigermaßen pragmatische Leser recht schnell, dass hier viel zu viel Käsekuchen hin und her geschoben wird. Philosophen würden von Tiefsinnigkeit sprechen - sicherlich, aber Derridas Versiertheit rettet ihm den Kragen.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gegen den Strich 16. November 2007
Format:Taschenbuch
Derrida bewährt sich wieder darin, einen Autor gegen den Strich zu lesen. Marx, heillos überfrachtet mit politischen, soziologischen und vielleicht ökonomischen Diskursen wieder dem freien denkenden Blick zu öffnen, ist kein leichtes Unterfangen.
Derrida gelingt dies, indem er das scheinbar Fernste seines Denkens zu seinem Nächsten werden lässt, nämlich das Gespenstige. Dabei hat er ursprünglich an das berühmte Gespenst Marx', "das Gespenst des Kommunismus" des kommunistischen Manifestes gar nicht gedacht, das Buch dreht sich eher um die Heimsuchung des Werkes durch das Verbannte, wobei diese Heimsuchung den inneren Kern der Lebendigkeit ausmacht. Im Gespenst als ein Anwesen des Abwesenden ist Derrida bei sich selbst und die Verquickung des Marxschen denkens mit dem Werk Shakespeares tut das Übrige. Sicher kein ganz grosses Buch, aber ein lesenswertes un markantes.
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