Was für ein Vergnügen in diesem Buch zu blättern!
Zusammen mit dem Zoologen Johann Baptist von Spix unternahm Carl Friedrich Philipp von Martius in der Zeit von 1817 bis 1820 eine Expedition nach Brasilien und Peru.
Neben dem Reisebericht, dem Buch über neue Gattungen und Arten hat der "Vater der Palmen" noch eine Gesamtdarstellung der Palmen weltweit als Hauptwerk veröffentlicht.
Von 1823 bis 1850 hat die Herausgabe des Werkes gedauert. Primär wurde es vom damaligen Adel subscribiert. Mit einem Gewicht von 28 kg und den Maßen 60x43 cm ist die dreibändige "Naturgeschichte der Plamen" / "Historia naturalis palmanum" ein Werk der Superlative.
Auch die Ausgabe des Taschen Verlages hat es in sich: 4,3 kg schwer und den Maßen 31x43 cm.
Aber reden wir lieber über das Tollste am Buch: die wunderbar, schönen Illustrationen. Neben anatomischen Schnitten, Blütendiagramme, Früchte, Verbreitungskarte, Einzeldarstellungen sind es besonders die kolorierten Lithographien der Pflanzen und (Fantasie-) Landschaftsansichten mit Palmen, die mir besonders gut gefallen. Irgendwie kommt da ein bisschen Fernweh schon beim Betrachten auf...
Als Zugabe gibt`s im Illustrationsteil noch drei Abbildungen zum auffalten, die die Größe der Bilder auf 85x60 cm erhöhen.
In seinem einleitenden Referat erwähnt Lack, dass im zweiten Band von Martius "Naturgeschichte der Palmen" Beobachtungen, Fundortangaben und Kommentare aufgeschrieben hat. Leider gibt er diese nicht wieder. Stattdessen sieht man nur die einzelnen Namen (in der aktuellen Nomenklatur) der auf den Illustrationen gegenüberliegenden Seiten (Platz wäre ja bei einer 31x43 cm Größe da).
In diesem einleitenden Artikel geht Lack auch auf die Ergebnisse der von Spix/ von Martius Expedition ein. Viele Pflanzen, Tiere und Mineralien wurden nach Deutschland gebracht. Was auch unter der Beute aus dem brasilianischen Urwald war, übergeht Lack.
Acht Kinder wurden aus dem Urwald verschleppt. Sechs starben schon auf der Reise nach München. Die beiden Überlebenden (Miranha und Juri) wurden mehrere Monate Opfer der bajuwarischen Sensationslust bevor auch sie verstarben. Dass Lack diese Ereignisse nicht erwähnt, finde ich nicht gut.
Das "The book of Palms" ist ein großes Vergnügen für Pflanzenfreunde, Kunstinteressierte und Augenmenschen - gönnen Sie sich dieses Vergnügen.