Kurzbeschreibung
"Heidegger und seine Heimat" erschließt frühe, bislang vergessene Zeitungsbeiträge Martin Heideggers. Sie dokumentieren die Bedeutung der oberschwäbischen Region für den Meßkircher Philosophen. Unter ihnen befindet sich die erste Veröffentlichung überhaupt: "Allerseelenstimmungen" aus dem Jahr 1909, als Heidegger 20 Jahre alt war. Einer breiten Öffentlichkeit werden erstmals vollständig die frühesten Publikationen und Vorträge (1909-1913) Heideggers sowie seine Nachkriegsvorträge aus den fünfziger und sechziger Jahren zugänglich gemacht.
Bilder, Texte, Stammbäume - die Ergebnisse von Elsbeth Büchins Recherchen - präsentieren die jahrzehntelange Ahnenforschung zu Martin Heidegger. Zahlreiche Bilder aus dem Privatbesitz veranschaulichen einprägsam Martin Heideggers Heimatverbundenheit und zeigen, wie lebendig sein Denken in seiner Geburtsstadt, dem oberschwäbischen "Geniewinkel", und in der Landschaft Oberschwabens verwurzelt war.
Bilder, Texte, Stammbäume - die Ergebnisse von Elsbeth Büchins Recherchen - präsentieren die jahrzehntelange Ahnenforschung zu Martin Heidegger. Zahlreiche Bilder aus dem Privatbesitz veranschaulichen einprägsam Martin Heideggers Heimatverbundenheit und zeigen, wie lebendig sein Denken in seiner Geburtsstadt, dem oberschwäbischen "Geniewinkel", und in der Landschaft Oberschwabens verwurzelt war.
Über den Autor
Alfred Denker ist Philosoph und arbeitet seit 1997 an einer umfassenden Heidegger-Biographie. Er ist Mitherausgeber des Heidegger-Jahrbuches und hat neben einer Reihe von Aufsätzen zu Heidegger und seinem Denken und Leben ein »Historical Dictionary of Heidegger´s Philosophy« veröffentlicht.
Auszug aus Martin Heidegger und seine Heimat von Elsbeth Büchin, Alfred Denker. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort
Martin Heidegger hat oft die prägende Bedeutung der Heimat für sein Leben und Werk betont. Die heimatliche Verbundenheit und Bodenständigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk. "Immer wieder geht zuweilen das Denken in den gleichen Schritten oder bei eigenen Versuchen auf dem Pfad, den der Feldweg durch die Flur zieht. Dieser bleibt dem Schritt des Denkenden so nahe wie dem Schritt des Landmannes, der in der Morgenfrühe mähen geht." Das erste Wort, das er öffentlich in seiner Heimatstadt Meßkirch sagen durfte, konnte deshalb nur ein Wort des Dankes sein: Er dankte der Heimat für alles, was sie ihm auf seinen langen Weg mitgegeben hatte. Auch ein philosophisches Werk kann nur aus einem gewachsenen Heimatboden gedeihen. In einem Gespräch mit einem japanischen Gast bemerkt er: "Ohne diese theologische Herkunft wäre ich nie auf den Weg des Denkens gelangt. Herkunft aber bleibt stets Zukunft."
Martin Heideggers Vater Friedrich war Mesner und Küfer in Meßkirch, die Ahnen väterlicherseits stammten aus dem oberen Donautal. "Vielleicht muß Hölderlin, der Dichter, zum bestimmenden Geschick der Auseinandersetzung werden für einen Denkenden, dessen Großvater um dieselbe Zeit der Entstehung der Isterhymne' und des Gedichtes Andenken' nach der Urkunde in ovili (im Schafstall einer Meierei) geboren wurde, die im oberen Donautal nahe dem Ufer des Stromes unter den Felsen liegt." Seine Mutter war eine Bauerntochter aus Göggingen, wo ihre Familie seit Jahrhunderten den Lochbauernhof bewohnte. "Durch diese Aufenthalte in Göggingen wurde uns zugleich immer wieder das heimatliche Dorf unserer Mutter und Deiner jüngeren Schwester gegenwärtig und vertraut - jenes Land, durch dessen Felder die Vorfahren den Pflug geführt und im sicheren Wechsel der Jahreszeiten die einfache Ordnung ihres bäuerlichen Lebens verwirklichten."
Und dennoch wissen wir kaum etwas von seiner Jugendzeit. Unmittelbare Zeugnisse sind selten; das Quellenmaterial ist dürftig. Wie die Welt vor einem Jahrhundert in einem kleinen Ort wie Meßkirch aussah, ahnen wir heute kaum noch. Unter diesen Umständen schien es uns angebracht, einen Band zu Martin Heidegger und seiner Heimat herauszugeben. In dieser Schrift möchten wir Heideggers Verwurzelung in seiner Heimat anhand der Geschichte seiner Vorfahren, von Zeitungsberichten, unbekannten frühen Veröffentlichungen und persönlichen Erinnerungen darstellen. Diese Schrift ist als Dokumentationsband konzipiert, d.h. die Dokumente werden ohne ausführliche Anmerkungen der Herausgeber und ohne Vereinheitlichung der verschiedenen Rechtschreibungen, d.h. diplomatisch getreu, wiedergegeben. (Auch die unterschiedlichen Schreibweisen Meßkirch und Messkirch wurden beibehalten und nicht vereinheitlicht.) Eindeutige Druckfehler, wie z.B. "Die Abraham a St. Clara-feier" statt "Die Abraham a St. Clara-Feier", "htbe" statt "habe", oder "dafür gebühre Martin Heidegger dank" statt "dafür gebühre Martin Heidegger Dank", wurden stillschweigend korrigiert. Unterstrichene oder gesperrte Passagen erscheinen im Text kursiv. Fettdrucke wurden in den Schriften Heideggers beibehalten, um den Unterschied zwischen gesperrten und fettgedruckten Worten beizubehalten. Einfügungen zwischen eckigen Klammern stammen von den Herausgebern und sollen das Verständnis des Textes erleichtern. Alle Fußnoten stammen von den Herausgebern und werden an den betreffenden Stellen mit Ziffern gekennzeichnet. Sie geben Hinweise und zusätzliche Informationen, vervollständigen bibliographische Angaben und belegen Zitate.
Martin Heidegger hat oft die prägende Bedeutung der Heimat für sein Leben und Werk betont. Die heimatliche Verbundenheit und Bodenständigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk. "Immer wieder geht zuweilen das Denken in den gleichen Schritten oder bei eigenen Versuchen auf dem Pfad, den der Feldweg durch die Flur zieht. Dieser bleibt dem Schritt des Denkenden so nahe wie dem Schritt des Landmannes, der in der Morgenfrühe mähen geht." Das erste Wort, das er öffentlich in seiner Heimatstadt Meßkirch sagen durfte, konnte deshalb nur ein Wort des Dankes sein: Er dankte der Heimat für alles, was sie ihm auf seinen langen Weg mitgegeben hatte. Auch ein philosophisches Werk kann nur aus einem gewachsenen Heimatboden gedeihen. In einem Gespräch mit einem japanischen Gast bemerkt er: "Ohne diese theologische Herkunft wäre ich nie auf den Weg des Denkens gelangt. Herkunft aber bleibt stets Zukunft."
Martin Heideggers Vater Friedrich war Mesner und Küfer in Meßkirch, die Ahnen väterlicherseits stammten aus dem oberen Donautal. "Vielleicht muß Hölderlin, der Dichter, zum bestimmenden Geschick der Auseinandersetzung werden für einen Denkenden, dessen Großvater um dieselbe Zeit der Entstehung der Isterhymne' und des Gedichtes Andenken' nach der Urkunde in ovili (im Schafstall einer Meierei) geboren wurde, die im oberen Donautal nahe dem Ufer des Stromes unter den Felsen liegt." Seine Mutter war eine Bauerntochter aus Göggingen, wo ihre Familie seit Jahrhunderten den Lochbauernhof bewohnte. "Durch diese Aufenthalte in Göggingen wurde uns zugleich immer wieder das heimatliche Dorf unserer Mutter und Deiner jüngeren Schwester gegenwärtig und vertraut - jenes Land, durch dessen Felder die Vorfahren den Pflug geführt und im sicheren Wechsel der Jahreszeiten die einfache Ordnung ihres bäuerlichen Lebens verwirklichten."
Und dennoch wissen wir kaum etwas von seiner Jugendzeit. Unmittelbare Zeugnisse sind selten; das Quellenmaterial ist dürftig. Wie die Welt vor einem Jahrhundert in einem kleinen Ort wie Meßkirch aussah, ahnen wir heute kaum noch. Unter diesen Umständen schien es uns angebracht, einen Band zu Martin Heidegger und seiner Heimat herauszugeben. In dieser Schrift möchten wir Heideggers Verwurzelung in seiner Heimat anhand der Geschichte seiner Vorfahren, von Zeitungsberichten, unbekannten frühen Veröffentlichungen und persönlichen Erinnerungen darstellen. Diese Schrift ist als Dokumentationsband konzipiert, d.h. die Dokumente werden ohne ausführliche Anmerkungen der Herausgeber und ohne Vereinheitlichung der verschiedenen Rechtschreibungen, d.h. diplomatisch getreu, wiedergegeben. (Auch die unterschiedlichen Schreibweisen Meßkirch und Messkirch wurden beibehalten und nicht vereinheitlicht.) Eindeutige Druckfehler, wie z.B. "Die Abraham a St. Clara-feier" statt "Die Abraham a St. Clara-Feier", "htbe" statt "habe", oder "dafür gebühre Martin Heidegger dank" statt "dafür gebühre Martin Heidegger Dank", wurden stillschweigend korrigiert. Unterstrichene oder gesperrte Passagen erscheinen im Text kursiv. Fettdrucke wurden in den Schriften Heideggers beibehalten, um den Unterschied zwischen gesperrten und fettgedruckten Worten beizubehalten. Einfügungen zwischen eckigen Klammern stammen von den Herausgebern und sollen das Verständnis des Textes erleichtern. Alle Fußnoten stammen von den Herausgebern und werden an den betreffenden Stellen mit Ziffern gekennzeichnet. Sie geben Hinweise und zusätzliche Informationen, vervollständigen bibliographische Angaben und belegen Zitate.