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Martin Dressler: Ein amerikanischer Träumer
 
 
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Martin Dressler: Ein amerikanischer Träumer [Taschenbuch]

Steven Millhauser , Dorothée Beckhoff
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (26. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833306211
  • ISBN-13: 978-3833306211
  • Originaltitel: Martin Dressler. The Tale of an American Dreamer
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.065.245 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Steven Millhauser
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Böses Erwachen

Ein Roman von Steven Millhauser

«Es war einmal» ist eine verlockende Formel, und wenn ein Roman mit ihr beginnt, wird oft wieder das Kind im Leser wach. Es muss wohl eine gewisse Urteilstrübung durch diesen Reflex gewesen sein, die Steven Millhauser für seinen Roman «Martin Dressler. Ein amerikanischer Träumer» den Pulitzer-Preis einbrachte. Denn in dem Buch selbst ist weit und breit nichts zu finden, was diesen ja nicht gerade beliebigen Literaturpreis rechtfertigt – geschweige denn die zeitaufwendige Lektüre von fast dreihundert Seiten.

Millhauser hat alle knochentrockenen Vorzüge, mit denen Buchhalter in ihrer Berufswelt womöglich Wunder bewirken, in diesem Roman aufgeboten, um eine amerikanische Erfolgsgeschichte im letzten Fin de siècle zu bilanzieren. Die märchenhafte Gradlinigkeit, mit der Martin Dressler, Sohn eines Tabakhändlers, in wenigen Jahren vom Liftboy zum Hotel-Tycoon aufsteigt, wird mit geradezu zermürbender Monotonie erzählt. Um diese narkotisierende Wirkung zu mildern, hat es Millhauser mit bunten Dekorationsstoffen versucht, allerdings ohne den gewünschten Effekt.

Durchaus möglich, dass ein solcher Aufstieg um die Jahrhundertwende, als das Hotelwesen Traditionen feiner Lebensart mit moderner Technik und Architektur verbinden musste, interessante historische Hintergründe erschliessen könnte. Solche Synthesen in seinen immer verwegener in New York hochschiessenden Hotels sollen Dressler jedenfalls emporgetragen haben – bis er mit dem gigantomanischen «Grand Cosmo» am Masslosen seines Träumens scheitert. Doch dieser Roman, der mit endlosen Beschreibungen baulicher Innovationen, Interieurs und Hotel-Eröffnungszeremonien vollgestopft ist, löscht auch noch den letzten Interessenfunken daran.

Hegel hat einmal bemerkt, man könne Äpfel und Birnen aufzählen, solange man wolle, komme so aber nie zum Begriff des Obstes. Millhauser ist dieses Wunder literarisch schon gar nicht gelungen, und selbst seine Äpfel und Birnen sind zutiefst fruchtlos. Und falls der Roman – auch mit Blick aufs heutige Fin de siècle – vor masslosen Erfolgstraumschlössern warnen sollte, ist dabei nur ein trauriges Warnsignal vor massloser Einfallslosigkeit entstanden, die nach dem verlockenden «Es war einmal» viel schneller als aus allen amerikanischen Träumen böse erwachen lässt.

Uwe Pralle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Dieses wundervolle Buch voller Wunder ist zugleich eine Fabel und ein Blendwerk über die Anfänge unserer modernen Zeit." (The New York Times Book Review )

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Format:Taschenbuch
Der amerikanische Traum erfüllte sich für so manchen Bürger in Amerika aus kleinsten Anfängen, wenn sie es im 19. Jahrhundert vom Tellerwäscher zum Millionär brachten. Geschichten darüber bilden Legenden.
Steven Millhauser hat mit seinem Roman um den Aufsteiger Martin Dressler ein vergleichbares Schicksal nachvollzogen. Nicht vom Tellerwäscher sondern aus dem Tabakladen seines aus Deutschland nach New York eingewanderten Vaters steigt der Held der Geschichte zunächst zum Pagen und dann zum Privatsekretär des Hotelbesitzers vom Vanderlyn- Hotel auf.

Nüchtern, dröge und dennoch anschaulich wird sein zielstrebiger Weg aufgezeichnet. Es geht vorwiegend um Erfolg und Aufstieg in diesem Roman. Arbeit heißt die Devise für Martin Dressler, der einen Schritt vor den anderen tut, um weiter zu kommen. Private Freuden holte er sich mit dem Älterwerden im Freudenhaus, zu dessen Besuch ihn ein Freund ermuntert.
Die Atmosphäre in New York um das Jahr 1900 ist gekonnt eingefangen. Noch ist New York eine langsam zu Größe und Wachstum aufsteigende Metropole, als Martin Dressler seinen von Fleiß und Arbeit geprägten Lebensweg steil aufwärts geht. Ideenreichtum, Phantasie, Beziehungen und eine gute Portion Glück bereiten ihm den Weg, der typisch für die Neue Welt ist. Hier konnte man sein Glück machen, wenn man die Chancen nutzte und zum rechten Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen traf.
Martin wird älter, und über lange Zeit macht er sich zum gelegentlichen Begleiter dreier Damen aus Boston, die nach dem Tod des Ehemannes und Vaters in einem gut beleumundeten Hotel in New York Quartier genommen hatten. Man wohnte dort entspannt und in Kontakt mit anderen Gästen, zu denen auch der aufstrebende Kaffeehausbesitzer Martin Dressler gehört. Mit Spannung und Ungeduld wartet man darauf, dass er sich ihnen " erklärt" und um eine der Töchter wirbt.
Leider müssen die Leser sich gedulden, denn zunächst baut Martin weiter an dem Imperium einer Restaurantkette. Neben dem Reichtum geht es ihm vor allem um die großartige Aufgabe: immer neue Ideen und Einfälle für immer neue Projekte zu entwicklen. Endlich heiratet er Caroline, die kühle und phlegmatische Tochter der Vernons, die ihm fremd bleibt und frustrierende Reaktionen bei ihm auslöst.

Die Atmosphäre des in jenen Jahren noch langsamen wirtschaftlichen Fortschritts ist gut und realitätsnah wieder gegeben. Leben, Wohnen und Arbeiten sind die drei Hauptmerkmale, mit denen Millhauser uns in das Fin de Siècle Amerikas zurückführt. Gemächlich entwickelt der Autor seine Figuren und lässt sie in ihrer Umgebung agieren, wie es den damaligen Geflogenheiten entsprach. Mit Muße sollte man sich seinen Ausführungen überlassen, die das Aufsteigerleben und das Scheitern seines Helden mit ausführlicher Geduld und Feinheit ausmalt.
Steven Millhauser erhielt für dieses Werk 1997 den Pulitzer -Preis,--ob zu Recht, wird in einzelnen Rezensionen bezweifelt. Mir hat das Buch durchaus gefallen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein modernes Märchen 5. Oktober 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Steven Millhauser erzählt mit "Martin Dressler" den amerikanischen Traum, in dem ein Liftboy zum Besitzer einer Hotelkette wird. Ein modernes Märchen, das programmatisch mit "Es war einmal ..." beginnt.

In der Atmosphäre des New York im ausgehenden 19. Jahrhundert läßt Millhauser seine Figuren den Übergang zur Moderne des 20. Jahrhunderts erleben. Die charmanten, den Romanen des 19. Jahrhunderts entlehnte Beschreibungen sind schön. Doch generell bleibt Millhausers Sprache nüchtern und sachlich, etwas zu kalt. Gut, dies kann man noch mit der Kälte des Protagonisten erklären. Martin Dressler ist an Werbung, Kaufhäusern, elektrischen Fahrstühlen und elektrischen Licht, an Tanzhallen und Spielhöllen interessiert und entspricht so dem Prototyp des modernen Menschen. Seinen eigenen Gefühlen gegenüber ist er sich aber überhaupt nicht im Klaren: "Doch es gab [...] Konfusionen, schwer faßbare Verbingungen, die er kaum erfühlen konnte." (113) So heiratet er die falsche Frau und ist lieber in der Nähe ihrer Schwester. Unklar, warum er - der nüchtern und vorwärts denkende Dressler - das überhaupt tut. Charakterliche Entwicklungen und seelische Einblicke in Dresslers Handeln fehlen. Insbesondere die schulbuchartige Verwicklung von Martin Dressler mit den beiden Schwester wird wahrscheinlich von ganzen Scharen von Englischkursen aufs Unbewußte interpretiert. Mir fehlt Subtilität.

Als Parabel auf Amerika, auf das moderne Leben mag der Roman ja noch angehen, sozusagen als Turmbau zu Babel im 20. Jahrhundert. Martin Dressler geht vollends in der Welt der Moderne, der Superlative, des Neuen und des Fortschritts auf: höher, schneller, weiter, besser. Es fehlt jedoch Lebendigkeit; alles ist zu sehr angelegt, zu konstruiert - wie eine Oberstufen-Pflichtlektüre.
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