Wer dem Titel vertraut und dieses kleine und zugegebenermaßen kostengünstige Buch in der Hoffnung kauft, sich mit dessen Hilfe einen ersten Ein- und Überblick in Bubers Werk verschaffen zu können, wird bereits auf den ersten Seiten enttäuscht. Dem Autor geht es laut seiner Einleitung darum, Buber "von einem pädagogisch-anthropologischen Standpunkt aus zu verstehen", wobei zu bezweifeln ist, ob selbst dies gelingt. Das Buch ist gespickt mit sachlichen Fehlern, oberflächlichem Geplänkel und Exkursen, die zum Verständnis Bubers nicht unbedingt beitragen. Informationen werden versatzstückartig und ohne den größeren Kontext von Bubers Werk darzustellen aneinandergereiht; und es wird kein Versuch unternommen, Buber im Denken seiner Zeit zu verorten. Wenn das Buch nun wenigstens unterhaltsam oder als erster Einstieg angenehm zu lesen wäre, wäre ja viel gewonnen. M.E. ist das aber auch nicht der Fall.
Als kleine Veranschaulichung ein Zitat vom Beginn des Buches, dem Kapitel "Das Leben-eine Zeichnung":
"Warum Zeichnung? Wir sagen gemeinhin, das Leben habe jemanden gezeichnet oder jemand sei "vom Leben gezeichnet". Lässt sich ein Leben überhaupt nachzeichnen? Meinte solches gar, dass etwas vorgezeichnet sei , das es nun nachzuzeichnen gälte? [...] Mit dem Zeichnen kommen wir nicht weiter. Trotzdem sei der Titel belassen. Warum? Die etymologische Verwandtschaft von Zeichen und Zeichnen könnte vielleicht veranlassen, die Zeichnung anders zu sehen, zu hören...Zeichnung hören?"
Mir stäubten sich beim Lesen die Nackenhaare und ich hätte wohl 0 Sterne gegeben, wenn ich nicht davon ausgehen würde, dass es evt. einen Leserkreis gibt, den diese Art des Schreibens anspricht und der daraus irgendeinen Informationsgehalt ableitet.
Fazit: absolut oberflächliches Buch, vielleicht empfehlenswert für Leser ohne jegliche Hintergrundkenntnisse - völlig ungeeignet für Studenten und andere, die eine ernstzunehmende Einführung in Bubers Werk wollen.