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Wer an eine weibliche Pianisten-Persönlichkeit unserer Tage denkt, dem wird sogleich Martha Argerich einfallen. Die 1941 in Buenos Aires geborene Künstlerin debütierte schon als Achtjährige in ihrer Heimatstadt. '57 hatte sie den Ersten Preis des Busoni-Wettbewerbs in der Tasche, '65 gewann sie in Warschau den Chopin-Wettbewerb. Der Kritiker-Guru Joachim Kaiser wird in seiner Betrachtung der Spitzenpianisten nicht müde, sie mit Größen wie Benedetti-Michelangeli zu vergleichen. Ihr Liszt-Spiel findet er so aufregend wie "Wladimir Horowitz als junger Mann." Die DG hat ihr pianistisches Leben von früh an mitbegleitet und vieles auf elf CDs zur "Martha Argerich Collection" zusammengefaßt. Diese Kompilation gilt ausnahmslos der Solistin, nicht der Kammermusikerin, die mit Gidon Kremer oder Mischa Maisky ebenfalls Formidables geleistet hat. Seit jeher ist die große Romantik ihre Liebe. Die Musik beginnt erst mit Beethoven, ihr erstes und zweites Klavierkonzert. Dann Chopin, Tschaikowsky, Liszt: Taucht der Klavierton der Argerich aus dem Orchestergewoge auf, beginnt der wahre Zauber, und es wird klar, auf welchen Pianisten (außer sich selbst) diese Komponisten gewartet haben. Wären die Orchesterpartien nur halb so inspiriert, halb so ausgefeilt! Einen guten Einblick in die große Klaviermusik nach Argerich-Art geben auch fünf CDs mit Solowerken von Chopin, Bach, Schumann und Liszt. Zwei CDs enthalten Aufnahmen für Klavierduo. Es ist nicht nur die stupende Technik, die in Bann schlägt. Es ist Argerichs ganz persönliche Stellungnahme, die aus jedem Stück spricht. ** Musik.: 03-05 ** Klang.: 03-04
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