Als Wiedereinsteiger in die Kunst die E-Gitarre zu "quälen" brauchte ich einen geeigneten Verstärker um auch im Wohnzimmer gut üben zu können, ohne die Nachbarn zu einer Anzeige wegen Ruhestörung zu verleiten. Nach einer kurzen Überlegung in Richtung Hughes & Kettner "Edition Blue" fiel die Wahl wegen der Features wieder schnell auf den Marshall MG30FX.
Der Name "Marshall" ist wohl jedem Gitarristen ein Begriff und schon beim Auspacken zaubert der strahlend weiße Schriftzug unter dem typisch in Gold gehaltenen Bedienteil ein breites Grinsen in meinem Gesicht. Insgesamt wirkt der gesamte Verstärker sehr hochwertig.
---Bedienung---
Der MG30 FX verfügt über 4 komplett programmierbare Kanäle mit werkseitig eingestellten Presets.
1) Clean - wie der Name schon sagt, schön rein und voluminös.
2) Crunch - leicht angezerrt
3) Overdrive 1 - schön angezerrt, im Stil von AC/DC
4) Overdrive 2 - noch mehr Gain, rotzig ...ich beginne gleich zu gröllen... ;)
Auch ein leichtes Delay ist deutlich zu hören!
Die Kanäle lassen sich über zwei Buttons wechseln, wobei Clean/Crunch und OD1/OD2 auf je einem Button liegen. Verschiedenfarbige LEDs zeigen den jeweiligen Kanal an. Bei einem Kanalwechsel werden die werksseitigen Presets abgerufen und die aktuelle Stellung der Potis ist damit ohne Bedeutung. Sobald ein Poti gedreht wird, wird das Preset ausgehebelt und der jeweilige Effekt entsprechend des Potis wiedergegeben. Alle vier Kanäle können auch nach Belieben verändert und dauerhaft gespeichert werden. Wer sich nicht mehr sicher ist, kann aber auch den Speicher wieder löschen und die originalen Presets wieder herstellen, also keine Angst vorm Experimentieren!
Um komplett störungsfrei (für die Nachbarn) üben zu können, kann man einen Kopfhörer anschließen, auf dem dann ein emuliertes Signal wiedergegeben wird. Das funktioniert sehr gut und klingt auch wirklich gut für meine Bedürfnisse.
Zusätzlich kann ein MP3 Player angeschlossen werden, um z.B. Backtracks über den AMP-Lautsprecher mit auszugeben. Habe ich noch nicht versucht, aber die Idee finde ich ganz gut.
---Effekte---
Der MG30FX verfügt schon über mehrere Effekte auf zwei Potis verteilt. Auf einem kann "Reverb" dazu geregelt werden, von Studio bis Kirche. Für die anderen vier Effekte (Chorus / Phaser / Flanger / Delay) gibt es einen kombinierten FX-Regler, auf dem für jeden Effekt eine Vierteldrehung mit ansteigender Intensität zur Verfügung steht. Das funktioniert ganz gut, man kann eben nur jeweils einen Effekt neben Reverb nutzen, aber für mich reicht das. Für Delay kann man zusätzlich über einen Taster das gewünschte Intervall festlegen.
---Fazit---
Ich habe mit dem Marshall MG30FX den perfekten Übungsamp gefunden, der für das Üben im Wohnzimmer perfekt geeignet ist. Lautlos über Kopfhörer oder leise um die Nachbarn nicht zu ärgern bin ich mit dem Klang mehr als zufrieden. Ob schön Clean oder rotzig verzerrt, für den Marshall alles kein Problem. Und bei der Lautstärke, die schon bei 25% aus dem Lautsprecher kommt, habe ich keine Angst neben einem Bass und Drums auf einer Bühne unterzugehen.
Volle Punktzahl und volle Empfehlung.