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Marquis de Sade - Werke
 
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Marquis de Sade - Werke [Gebundene Ausgabe]

Donatien A. Fr. Marquis Sade
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
  • Verlag: Glb Parkland (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3893400354
  • ISBN-13: 978-3893400355
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 412.585 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Fast 30 Jahre saß de Sade hinter Gittern - in Gefängnissen und zuletzt in der Irrenanstalt von Charenton. Im 19. Jahhundert totgeschwiegen oder als bloße Illustration psychopathologischer Verirrung abgetan, erfuhr sein Werk erst mit Baudelaire und später mit den Surrealisten literarische Anerkennung. Seine geistesgeschichtliche Bedeutung wurde schließlich von den Vertretern der Frankfurter Schule Horkheimer und Adorno anerkannt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein unbequemer Philosoph 9. August 2005
Sades Bücher schockieren und entrüsten auch noch heute den Leser durch ihre Offenheit, Obszönitäten und Grausamkeit verbunden mit Lust. Sie sind ein Angriff auf die guten christlichen Sitten. In jeder Seite die man von Sade liest, spürt man seine grenzenlose Verachtung auf die Heuchelei und Konvention der damaligen Zeit. Sade war ein Punk des 18. Jahrhunderts. In diesem Sammelband ist der schwarze Roman "120 Tage von Sodom", die Schrift "Philosophie im Boudoir" und Ausschnitte aus den beiden Romanen "Justine" und "Juliette" enthalten. Die Vorurteile bringen es aber mit sich, dass man zunächst und fast ausnahmslos das Augenmerk auf die pornographischen Darstellungen, die durch ihre Monotonie irgendwann total langweilig werden, richtet und dabei den spannenden und interessanten Teil übersieht, nämlich die philosophisch-ethischen Abhandlungen, die durch ihre Originalität und Kontroverse den Leser zum nachdenken mobilisieren. Deshalb ist für mich "Philosophie im Boudoir" die interessanteste Schrift in diesem Sammelband. Sades Religionskritik geht noch weiter als die von Voltaire. Für ihn sind alle Religionsgründer große Schwindler, "Despoten unserer Gedanken". Sade ist ein entschiedener Gegner aller Religionen. Ein Staat der auf Tugend gestützt ist, braucht keine Religion, so seine Ansicht. Zudem ist für ihn der Glaube an einen Gott in einem "sich selbst bewegenden Universum" ein Aberwitz. Sade ist ein überzeugter Atheist und selten habe ich einen Schriftsteller gelesen, der so energisch für den Atheismus auftritt. Auch die Sitten sollen in einem aufgeklärten Staat nicht mehr religiös begründet werden. In Sades Werk wird man sehr moderne Ansichten finden, so zum Beispiel ist er der Meinung dass Homosexualität eine Veranlagung ist, und damit die Natur nicht beleidigt. Sade ist keineswegs ein Monster, wie er immer dargestellt wird. So ist er als einer der ersten Schriftsteller gegen die Todesstrafe. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es sich hier um ein literarisches Werk handelt und dass man das nicht eins zu eins in die Realität übertragen kann. Es wäre das absurdeste, wenn man behaupten wollte Sade ruft zur Gewalt auf. Also mehr auf das achten, was Sade zu sagen hat.
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41 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
120 Tage? 11. Juli 2004
Von Bower
Dass Marquis de Sades Werke eher weniger konventionelle Erotik als ein zweischneidiges Schwert, bestehend aus abgedrehtem Psychogramm und philosophisch/ethischen Ansichten, sind, sollte einem unbedingt klar sein, bevor man sich dieses Machwerk zu Gemüte führt - wenn nicht, weiß man es hinterher. Wohl kaum ein Buch für jeden, aber garantiert genau das richtige für Psychologie-Studenten im 20. Semester, Intellektuelle, Sittenwächter mit zuviel Freizeit und Menschen mit schwarzem Humor. Die "120 Tage von Sodom" wirklich durchgehend zu lesen, stellt einen wahren Kraftakt dar, denn was anfangs noch überwältigend und in seiner ganzen Faszination anziehend ist, wird von Tag zu Tag abartiger und ekliger, wird zunehmend abstoßender, dann verwunderlich, gewohnt, normal und schließlich - trotz aller Perversion, Obszönität und Ekelhaftigkeit langwierig und letztendlich l a n g w e i l i g . Ob de Sade diese Langeweile nun bewusst provoziert hat oder ob es einfach Ausdruck seines Persönlichkeitsbildes ist oder ob ihm einfach in Haft so langweilig war, dass er diese Langeweile irgendwie niederbringen musste, sei hier mal so dahingestellt. De facto ist das Buch aber, trotz oder gerade wegen, seiner ekelhaften Abartigkeit und abartigen Monotonie ein Meisterwerk; übrigens genauso wie "Justine", "Juliette" und "Die Philosophie im Boudoir", die in dieser Ausgabe übrigens auch mitenthalten sind - gekürzt, versteht sich. "Justine" und "Juliette", die Geschichten zweier Schwestern, in ihrer geschichtlichen Dualität umreißen zusammen den ersten Kern Marquis de Sades Philosophie: Die "Leiden der Tugend" und die "Vorteile des Lasters" stehen in ihrer Kriminalität, Bosheit und Egozentrik gegen jede verlogene, geheuchelte, selbstgefällige Moral. Die "120 Tage" dagegen umreißen die 'Dekadenz' und - in ganz seltsamer Art und Weise auch - die Erotik des schrägen Marquis sehr gut. Es ist mit einem amtlichen Kommentar ausgestattet und verschafft einem einen guten ersten Überblick über den Menschen de Sade und den vielleicht besten literarischen Einstieg in seine Philosophie, aber es sollte jedem klar sein, der diese Ausgabe des Buches kauft, dass die hier enthaltenen Bücher keinesfalls Komplettausgaben sind, sondern allenfalls in etwa die Essenz enthalten. Für wissenschaftliche Arbeit daher ist das Buch nur in Verbindung mit Komplettausgaben von Büchern wie "Justine" & "Juliette" und "Verbrechen der Liebe" geeignet. Aber - es ist einfach ein Meisterwerk. Fünf Punkte und ein Minuspunkt für seine Langeweile (die zur Meisterhaftigkeit allerdings auch das ihre tut).
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Beck-Ewerhardy TOP 500 REZENSENT
Dieser Leser und Rezensent verlor gegen Ende wirklich die Lust am gründlichen Lesen all dieser im ermüdenden Detail beschriebenen Scheußlichkeiten und an dieser auf ständigen Zirkelschlüssen beruhenden philosophischen Rechtfertigungen derselben.
Was auch immer de Sade zwischen dem Schreiben der ersten Fassung der Justine und diesen Werken erlebt haben mag, es hat seine Sicht der Welt und der Menschen nachhaltig getrübt. Und wohl auch seinen Geist. Aber trotzdem - oder gerade deswegen, sind die hier versammelten Texte - besonders "Die Philosophie im Boudoir" duchaus wichtige Texte zum erweiterten Verständins der Idee des Menschenbildes und der Sitten in der Zeit der um die französische Revolution. Wobei die "120 Tage" und "Juliette" besonders auf die Sitten abzielen.
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