es ist gar nicht einmal so unüblich für musiker aus der indie-szene, dass sie sich vom westcoast-soft-rock der 70er jahre haben beeinflussen lassen. diesen sound künstlerisch aber auch anno 2005 noch so sehr zu umarmen, ja, das haben nur wenige leutchens in dem maße drauf wie ein bart davenport. als wäre er tatsächlich dem singer/songwriter circle alter tage entstiegen, so kam bart schon mit seinem vorgänger-album game preserve" ende vergangenen jahres daher (siehe auch kontrastradio-rezension). maroon cocoon" nun ist letzten endes nichts anderes als die weiterhin konsequent-vorzügliche umsetzung eines lebensgefühls, welches in dieser art eigentlich gar nicht mehr existiere dürfte...und genau deswegen nun so erfrischend wirkt. das wirklich besondere an bart ist dabei seine bedingungslose hingabe. auch wenn man sich dieser tage auf die akustische linie alternativer musik verlegt hat, so ist man längst bereit und auch geneigt einen gewissen hintergründigen humor in den lyrics zu erwarten. eine spezielle art von witz, von ironie, gepaart mit kleinen prisen verbitterung und weltschmerz. nicht so bei herrn davenport. der ist einfach nur so verdammt ehrlich, dass einem schon der begiff treu-doof" dafür einfallen möchte. wenn er nicht eben so mies konnotiert wäre, dieser begriff. davenport singt nämlich beispielsweise liebeslieder wie sie irgendwann vor gefühlten jahrhunderten auch einmal gemeint gewesen sein müssten: als liebeslieder eben. und dabei ist es vollkommen egal, ob er einer dame, einer umgebung oder einfach seiner größten passion, der musik, ein ständchen bringt. manch ach so sharp-ge-eyed-er student mag das eventuell etwas aussageschwach finden. etwas zu simpel. soll er doch. denn auch zufriedenheit und ansätze von glück sind halt tugenden, die man sich ersteinmal hart erarbeiten muss - so man sie denn nicht in die wiege gelegt bekommen hat. und auch einem dauerhaften gefühl von urlaub kann sich der mitteleuropäische hörer auf dauer nicht entziehen, was vor allem an davenports schon auf game preserve" anvisierten spanischen anmutung" einiger songs liegen dürfte.
"i want love, the kind of love you hear about in an oldies tune," singt er auf maroon cocoon", seinem im übrigen insgesamt dritten album. und welche oldies tunes" er meint braucht man nirgendwo nachzuschlagen, das hört man einfach. die schwelle zwischen easy listening und folk ist es, auf der bart davenport dort entlangflaniert. und auch wenn bart selber immer wieder betont, dass er sich mit sicherheit auf keinem nostalgie-trip befindet und doch nicht jeder mann mit akustik-guitarre zwangsläufig versuche james taylor zu imitieren - ein bisschen james taylor ist ganz einfach in den songs. ganz genauso wie ein wenig romantik a la nick drake. und stimmlich durchaus in der nähe eines leo sayer. aufgenommen mal wieder ganz nach der minimalst-mode dieser tage, mit barts stimmbändern am mikro, seinen händen an der akustik-guitarre und gelegentlichen drum-einschüben über das ganze album verteilt. das klappt auf einigen songs gerade zu brilliant - allen voran into music". das einzige problem von maroon cocoon" dürfte dabei sein, dass es als ganzes, als gehörte einheit, nur bedingt funktioniert. sicher, jeder song für sich bringt einen schwall von aufrichtiger wärme in unsere bedenklich zerknitterten herzen. diesem schwall auf album-länge ausgesetzt zu sein kann jedoch schnell ein vor-sich-her-plätscher-gefühl erzeugen.
trotz alledem: viel schlechter als beispielsweise ein ron sexsmith macht auch bart davenport seinen passionierten job nicht.