Pressestimmen
»Eine legendäre Biographie, mit der sich Fauser seine Sehnsucht und Bewunderung für Heroen von der Seele schrieb.« (Der Tagesspiegel)
»Es ist ein gutes Zeichen, dass der Alexander Verlag Berlin die Herausgabe der neuen Fauser-Werk-Ausgabe mit diesem Buch beginnt. ... Fauser nannnte es sein poetischstes Prosawerk. Es ist viel mehr als die Biographie einer amerikanischen Ikone, es ist eine blitzende Abhandlung über Künstler, Kunst und Produktion, über den Einzelnen in der Gesellschaft, und es ist ein Aufräumen mit der deutschen Nachkriegsliteratur. Es ist das Portrait von zwei Rebellen, von zwei melancholischen Seelen, die auch in den härtesten Stürmen nie bereit waren, aufzugeben.« (Franz Dobler, SR2 (2002))
»Der versilberte Rebell ist Prosa, ist Fausers Prosa, die Brandos Lebenslauf besetzt hat und ihn als Gedankenstrom durchfließt. ... Fauser ... war gut informiert und stellte den zitierten Quellen immer eine eigene Einschätzung zur Seite. ... Das Buch lebt jedoch von der spürbaren Inspiration, die Fauser durch Brando erfuhr. In ihm fand er einen der Seinen. ... Die innere Zerrissenheit, das »Last Man Standing«, das immer wieder Aufstehen, das sich nicht Korrumpieren lassen, der Versuch, in den Klammern des Zynismus, in die es einen in Hollywood als ernst Meinender treibt, ehrlich und emphatisch zu bleiben.« (Oliver Dresselhaus, Style #69 Booknote)
Süddeutscher Rundfunk (SR2), 17. Juli 2004
Es ist ein gutes Zeichen, dass der Alexander Verlag Berlin mit der Herausgabe der inzwischen dritten Fauser-Gesamtausgabe beginnt. Band 1: "Marlon Brando. Der versilberte Rebell." - Fausers großartige Marlon Brando-Biographie von 1978. Fauser nannnte es sein poetischstes Prosawerk. Es ist viel mehr als die Biographie einer amerikanischen Ikone, es ist eine blitzende Abhandlung über Künstler, Kunst und Produktion, über den Einzelnen in der Gesellschaft, und es ist ein Aufräumen mit der deutschen Nachkriegsliteratur. Es ist das Portrait von ZWEI Rebellen, von zwei melancholischen Seelen, die auch in den härtesten Stürmen nie bereit waren, aufzugeben.
Basler Zeitung, 16. Juli 2004
Man muss Fauser selbst lesen, und das ist immer mehr möglich, denn beim Berliner Alexander Verlag ist eine Neuausgabe seiner Werke in neun Bänden unterwegs.[...] Die Koinzidenz der Schicksale will es so, dass Marlon Brando fast genau zu Fausers Sechzigstem stirbt. Man kann also mit Gewinn und Genuss Fausers Brando-Biografie lesen. Ihm fehlt zwar ein Vierteljahrhundert Leben des Objekts seiner Begierde, aber trotzdem hat Fauser bereits genau erkannt, wie die Unmöglichkeit, das Brando'sche Talent auszuleben, mit Hollywood zusammenhängt. Eine scharfsinnige Analyse der kranken und verdorbenen Traumfabrik wird da also gleich mitgeliefert.
Kurzbeschreibung
Wiederveröffentlichung der einzigartigen Marlon-Brando-Biographie des 1987 verstorbenen Autors Jörg Fauser. Die Biographie ist als Band 1 der sorgfältig editierten Fauser-Werkausgabe des Berliner Alexander Verlages erschienen.
Der Autor über sein Buch
»Es ist ein Buch für Kinogänger, die keine Idole mehr brauchen, sondern einen Hauch von Leidenschaft, von Tapferkeit und Größe. Und manchmal auch den Glanz von Silber. Sicher: 'n bißchen Tabak und 'ne Tasse Kaffee, was braucht der Mann mehr? sagt Johnny Guitar; wohlan. Aber vielleicht auch hin und wieder, wenn die Nächte länger werden, einen Schnaps mit dem Kaffee, und etwas Silber in die Nächte. [
] Ich habe in Brando immer einen Rebellen gesehen - eine sicher naive Betrachtungsweise; was ist schon ein Rebell? In einer Welt, in der es von Revolutionären nur so wimmmelt, ist der Rebell der Mann von gestern, der Konservative. Mag sein. Bei soviel Menschen von heute wirkt auch die Erde wie von gestern, und - wie Brando - halte ich es im Zweifelsfall mit der Erde. Jörg Fauser (1978)
Klappentext
"Dies ist ein Buch über den Schatten zwischen Idee und Realität... Marlon Brando ist ein Mann, der den Schatten immmer gespürt hat, der immmer gewusst hat: man kann sich die Rebellion versilbern lassen, den Schatten nicht. Denn: Der Schatten ist DER ZWEIFEL." Jörg Fauser
Das Buch ist zugleich Streitschrift wider die Kontrolleure und Verhunzer und ein Pamphlet für die Selbstbehauptung des Individuums in der Verweigerung, des Outaw mit der 'Waffe der Phantasie'." Carl Weissner
Marlon Brando, die Legende vom versilberten Rebellen. Ein Poesiealbum aus dem 20. Jahrhundert
Über den Autor
Jörg Fauser wurde am 16. Juli 1944 geboren. Fauser schrieb Essays und Kommentare, Gedichte, Hörspiele, Drehbücher, Erzählungen, Kriminalromane, Songtexte und übersetzte aus dem Englischen. Er hielt sich zunächst längere Zeit in Istanbul und London auf. Nach ersten literarischen Versuchen arbeitete er als Aushilfsangestellter, Flughafenarbeiter und Nachtwächter und war verantwortlicher Redakteur bzw. Herausgeber verschiedener Underground-Zeitungen. 1972 erschien sein erstes Buch Tophane. Seit 1974 lebte er als freier Schriftsteller in München und Berlin. Seinen literarischen Durchbruch hatte er 1981 mit dem Roman "Der Schneemann", der später erfolgreich verfilmt wurde. Fauser arbeitete als Redakteur und Kolumnist u. a für den Berliner TIP, Transatlantik und LUI. 1984 erschien erstmals sein Roman "Rohstoff". Am 17. Juli 1987 starb Fauser an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Auszug aus Marlon Brando, Der versilberte Rebell von Jörg Fauser. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Der Schatten
Between the Idea and the Reality...
Falls the Shadow.
T.S. Elliot
Ein schöner Satz: aber was ist der Schatten, der zwischen Idee (oder Bild) und die Wirklichkeit fällt, die Realität? Es ist ein Schatten, der die Höhen streift, aber fällt er nicht auch in U-Bahn-Schächte? Liegen in diesem Schatten die Liebenden und die Verlorenen, aber treten aus ihm nicht auch die Rebellen? Denn der Schatten ist der Zweifel, er liebkost die Kunst.
Die Kunst! Alle Kunst ist tragisch, sagte Dr. Benn, aber umsonst soll sie auch nicht sein, gewußt wie... die versilberte Rebellion. Nun gibt es eine Kunst, die von keinem Schatten getrübt ist und von keiner Tragik, es ist die Kunst der Konjunkturen und der Kulturverwertungsgesellschaften, von ihr kann nicht die Rede sein, wo von Rebellion die Rede ist und vom Elementaren.