Pressestimmen
»Bleiben Sie dran, Elke Heidenreich stellt gleich schöne Bücher vor, beispielsweise das Marlene Dietrich Adreßbuch!« (Marietta Slomka, ZDF Heute)
[…] Jetzt hat der kleine, sympathische Transit Verlag in Berlin eines von Marlene Dietrichs vielen nachgelassenen Telefon- und Adreßbüchlein herausgegeben, und ich dachte: nun auch noch Leichenfledderei, wer ist eigentlich noch sicher mit irgendetwas! Aber ich habe mich geirrt. Es ist ein von Christine Fischer-Defoy liebevoll betreutes, wunderbar komponiertes kleines Kunstwerk geworden, mit Hunderten von Photos in schönem altem Sepia-Braun. Zuerst ist in der Tat das Adreßbuch der sechziger Jahre im Faksimile abgedruckt, - das waren die Jahre, in denen die Dietrich noch einmal auf Tourneen durch die ganze Welt war. Sie hat ihre Adressen - Freunde, Rechtsanwälte, Hotels, Ärzte - nicht nach dem Alphabet, sondern nach Ländern und innerhalb der Länder nach Städten geordnet, und so wußte sie immer gleich: aha, Wien, da lebt der und der, da gibt es die und die Anlaufadresse. Und zu jedem auch nur halbwegs interessanten Namen hat die Herausgeberin eine Erklärung, eine kleine Geschichte, sie schildert die Beziehung der Dietrich zu dieser Telefonnummer, zu diesem Menschen - und wir begegnen einer disziplinierten Arbeiterin, einer liebevollen Freundin, die ihren Fans Postkarten und Geschenke schickte, einer resoluten Künstlerin, die sich selbst managte und die auch wütend an einen Impressario schreiben kann, der sie verärgert hat, er solle sie doch am Arsch lecken. Wir spüren eine liebende und einsame Frau, wir begreifen ihre strikte Gegnerschaft zu den Nazis - das Buch ist voll mit Adressen von Freunden im Exil. Und am Ende freuen wir uns darüber, daß dieses Büchlein nicht im Museum in Berlin in einem Karton vermodert, sondern uns zugänglich gemacht wurde - vorsichtig, klug und liebevoll, ohne jedes Kramen in Geheimnissen, wunderschön gebunden in roten Samt. Denn wir lernen eine ganz andere Marlene Dietrich kennen - nicht den Star, sondern die Frau auf Reisen, im Hotel, die im Telefonbuch blättert und Freundschaften pflegt und aufrecht hält. Der Mensch Marlene Dietrich - er war mir noch nie so nah wie nach der Lektüre dieses bezaubernden kleinen Geschichtenbuches, das meilenweit entfernt ist vom Billigtratsch unserer Tage.« (Elke Heidenreich, Lesen! ZDF)
[…] Jetzt hat der kleine, sympathische Transit Verlag in Berlin eines von Marlene Dietrichs vielen nachgelassenen Telefon- und Adreßbüchlein herausgegeben, und ich dachte: nun auch noch Leichenfledderei, wer ist eigentlich noch sicher mit irgendetwas! Aber ich habe mich geirrt. Es ist ein von Christine Fischer-Defoy liebevoll betreutes, wunderbar komponiertes kleines Kunstwerk geworden, mit Hunderten von Photos in schönem altem Sepia-Braun. Zuerst ist in der Tat das Adreßbuch der sechziger Jahre im Faksimile abgedruckt, - das waren die Jahre, in denen die Dietrich noch einmal auf Tourneen durch die ganze Welt war. Sie hat ihre Adressen - Freunde, Rechtsanwälte, Hotels, Ärzte - nicht nach dem Alphabet, sondern nach Ländern und innerhalb der Länder nach Städten geordnet, und so wußte sie immer gleich: aha, Wien, da lebt der und der, da gibt es die und die Anlaufadresse. Und zu jedem auch nur halbwegs interessanten Namen hat die Herausgeberin eine Erklärung, eine kleine Geschichte, sie schildert die Beziehung der Dietrich zu dieser Telefonnummer, zu diesem Menschen - und wir begegnen einer disziplinierten Arbeiterin, einer liebevollen Freundin, die ihren Fans Postkarten und Geschenke schickte, einer resoluten Künstlerin, die sich selbst managte und die auch wütend an einen Impressario schreiben kann, der sie verärgert hat, er solle sie doch am Arsch lecken. Wir spüren eine liebende und einsame Frau, wir begreifen ihre strikte Gegnerschaft zu den Nazis - das Buch ist voll mit Adressen von Freunden im Exil. Und am Ende freuen wir uns darüber, daß dieses Büchlein nicht im Museum in Berlin in einem Karton vermodert, sondern uns zugänglich gemacht wurde - vorsichtig, klug und liebevoll, ohne jedes Kramen in Geheimnissen, wunderschön gebunden in roten Samt. Denn wir lernen eine ganz andere Marlene Dietrich kennen - nicht den Star, sondern die Frau auf Reisen, im Hotel, die im Telefonbuch blättert und Freundschaften pflegt und aufrecht hält. Der Mensch Marlene Dietrich - er war mir noch nie so nah wie nach der Lektüre dieses bezaubernden kleinen Geschichtenbuches, das meilenweit entfernt ist vom Billigtratsch unserer Tage.« (Elke Heidenreich, Lesen! ZDF)
Kurzbeschreibung
(...) Christine Fischer-Defoy präsentiert in diesem Buch einen ganz eigenen und durchaus individuellen Zugang zu Marlene Dietrichs Leben. Ein Leben oder vielmehr ein Lebensabschnitt - gesehen durch ein Adressbuch, gefiltert durch die Möglichkeit oder Unmöglichkeit, etwas über die zumeist wenig prominenten Namen herauszufinden, gespiegelt durch die von Marlene aufgehobenen Briefe und Zeugnisse, geformt durch die Auswahl von Zitaten oder die beigegebenen Kommentare. Man mag das Buch als eine Art von privatem Lexikon halten; ein Lexikon liest man in der Regel nicht. Dieses Buch kann man in einem Zug lesen, ja, man tut sogar gut daran, es nicht mit einem Nachschlagewerk zu verwechseln. Wir erleben Marlene Dietrich bei der Arbeit. Es ist ein gelungenes Stück Arbeit - in jedem Sinne. (Werner Sudendorf, aus dem Vorwort)
Über den Autor
Christine Fischer-Defoy arbeitet als Historikerin, Autorin und Filmemacherin in Berlin über die Themen Nationalsozialistische Verfolgung, Widerstand und Exil.