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Markus Lüpertz
 
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Markus Lüpertz [Gebundene Ausgabe]

Markus Lüpertz , C. Sylvia Weber


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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer die Vita von Markus Lüpertz verfolgt hat, der könnte meinen, der Maler, Grafiker und Bildhauer wäre bei der Entwicklung seiner als revolutionär begriffenen Kunst immer ein wenig zu spät gekommen. Den "Neoexpressionismus" hatte er einst begründet -- wobei die Vorsilbe die Herkunft von der Malerei der Moderne mehr als deutlich machte. In den 60er-Jahren erschienen zudem zwei Traktate, in denen Lüpertz unter Rückgriff auf Friedrich Nietzsche sein berühmtes Modell einer "Dithyrambischen Malerei" erläuterte. Auch dies wirkte schon damals etwas antiquiert: Traktate schrieb seit Marinetti und Breton keiner mehr, und auch auf Nietzsche mochte sich seit de Chirico niemand mehr so recht berufen. Auch die Tatsache einer Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit in den 70er-Jahren oder einer Aneignung der Mythologie in den Achtzigern wirkte eigentlich so markerschütternd nicht.

Wie reichhaltig und originell Lüpertz aber jenseits aller ästhetischen Manifeste mit diesen tradierten Themen umging, zeigt nun die schon lange überfällige Monografie des Kunsthistorikers Siegfried Gohr. Von den ironischen, bereits völlig eigenständigen Pop-Art-Anleihen der ersten Schaffensperiode wie "Donald Ducks Heimkehr" (1963) über die teils militärisch ausgedeuteten Landschafts- und Naturdarstellungen sowie die "Schwarz-Rot-Gold"-Motive und die Auseinandersetzung mit den Klassikern der Malerei und Dichtung (Heine -- Hölderlin, Corot -- Poussin) bis hin zu den abstrakt-verästelten Nesselarbeiten der Jahrtausendwende breitet sie ein Panorama aus, das die vielfältigen Brüche und Wandlungen im Schaffensprozess bei Lüpertz offenbar werden lässt.

Vor allem auf dem Gebiet der Plastik und Skulptur wirkte Lüpertz überaus innovativ. Ein kleiner Wermutstropfen des überaus opulenten, reich bebilderten und gut gedruckten Bandes ist deshalb, dass er die Werkgruppen des Bildhauers Lüpertz fast gänzlich ausspart. Dennoch ist Gohr eine sehr empfehlenswerte Monografie gelungen, die die vielen Fassetten eines Werkes zeigt, das hinter dem öffentlichen Interesse an seinem zur Selbstdarstellung neigenden Schöpfer oftmals im Schatten stand. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

In der Öffentlichkeit präsentiert sich Markus Lüpertz gern in der Rolle des exzentrischen Malers, der sich nicht scheut, seinen eigenen Geniekult zu betreiben. Wenn man jedoch den Entwicklungswegen seines Oeuvres nachgeht, erhält diese elegante Dandy-Attitüde Ergänzung und Korrektur durch eine anti-bürgerliche Haltung rigoroser künstlerischer Souveränität, weshalb Lüpertz heute zu den bedeutendsten Repräsentanten zeitgenössischer Kunst in Deutschland gehört.
Siegfried Gohr untersucht ein Werkpanorama, das seit den ersten Bildern der Jahre 1962/63 und seit den berühmt gewordenen Dithyramben mit großer Subtilität die Klaviatur der Stilmodi aus Tradition und Moderne zu nutzen verstanden hat. Den Stil- und Motivgenesen folgend, liefert Gohr geradezu ein Modellbeispiel dafür, wie man in intelligenter und doch zugleich spannend nachvollziehbarer Form die Lesbarkeit von Bildern aus ihrer Chronologie und mit ihren vielschichtigen Kontexten betreiben kann. Die bisher häufig unverständli ch gebliebenen Mutationen, die Lüpertz in zeitlich auseinander liegenden Bildfindungen an bestimmten Motiven vornimmt, lassen sich auf diese Weise in ihrer jeweils gewandelten Malhaltung nachvollziehen.
So erschließt Gohr dem Leser das Stil-Phänomen bei Lüpertz als "Modus einer Wahrnehmung", in der das Künstler-Ich mit der Komplexität der zeittypischen Wirklichkeit kommuniziert, zugleich aber die Distanz der Reflexion einnimmt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Autorenportrait

Das Ende der Malerei wurde seit dem Beginn der Moderne mehrfach ausgerufen - auch als Markus Lüpertz um 1960 die ersten Werke schuf, in denen seine eigene Malerei überlebt und überholt sei von neuen Strategien der Kunst, die ihre Grenzen immer mehr zu erweitern strebte und sich im Alltag der Gesellschaft zu verlieren oder kritisch aufzulösen schien. Gegen diesen Zeitgeist hielt Lüpertz an seinem Metier der Malerei fest und schuf eine kraftvolle Bildwelt, die er unter das Leitwort "Dithyrambisch" stellte, das er von den Dionysos-Dichtungen Friedrich Nietzsches entnahm. Unter der Devise dieses poetischen Programmes fand er den Weg aus der damals übermächtigen Abstraktion. Die Zweifel der Moderne an der Tradition, an der Malerei und an der Rolle des Künstlers nimmt Lüpertz als einen andauernden spürbaren Zwiespalt in seine Bildkontruktion hinein, um in der Malerei Widersprüchliches zu verbinden.
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