Im Schatten des öffentlich wirksamen militärischen Kräftemessens und dem spektakulären War against Terror wird all zu oft vernachlässigt welche Machenschaften sich unsere befreundeten Staaten gegenseitig so antun. Wirtschaftsspionage ist die alltägliche stille Waffe im "freien" Spiel der globalen Marktwirtschaft.
Der Autor beschreibt ausführlich, wie ein US-amerikanischer Wettbewerber die Ahnungslosigkeit eines schleswig-holsteinischen Existenzgründers ausnutzte um diesem nicht nur die Windkrafttechnologie abzukupfern sondern auch noch obendrein mittels nachträglicher Patentanmeldung in den USA dem eigentlichen Erfinder einen lukrativen Markt verbaute.
Genauso beunruhigend sind die Beschreibungen der heutigen technologischen Möglichkeiten des Lauschangriffs. Diese reichen von der unbemerkten Einschaltung von ISDN-Telefonhörern bis zur heutigen Debatte um das sog. Trusted Computing, in dem bekannte US-amerikanische IT-Unternehmen neue Technologiepläne für die Unterdrückung unerwünschter Software- und Mediennutzung schmieden.
Einen Skandal stellt dabei die Untätigkeit oder Überfordertheit des BND dar, der -anders als seine westlichen Wettbewerber- sich nicht als Partner seiner heimischen Unternehmen versteht. Weder warnt er diese, wenn Gefahr im Verzug ist, und schon gar nicht unterstützt er sie bei der aktiven Abwehr.
Wer glaubt, dass die gegenwärtigen Verstimmungen zwischen Deutschland und den USA aufgrund der Irakfrage Anlass zur Besorgnis geben, der sollte sich einmal dieses Buch zu Gemüte führen und überlegen, welche Ungereimtheiten es im transatlantischen Verhältnis wirklich anzuprangern gibt.