Endlich ist er zurück: Mark Brandis. Nach der sehr hörenswerten Einstiegsfolge der Serie nach den Romanen von Nikolai von Michalewsky geht es nunmehr endlich weiter. Und "Verrat auf der Venus" zeigt gleich eindrucksvoll, dass die erste Folge kein Zufallserfolg war, sondern dass man sogar in der Lage ist, die ohnehin gute Qualität noch zu toppen.
Inhaltlich geht die Folge mit einem irren Tempo vor. Ohne großes Geplänkel geht es in die Handlung über. Wer die erste Folge nicht mehr im Ohr hat, könnte hier einige Schwierigkeiten bekommen, allerdings bleibt die Folge trotz allem noch verständlich. Immerhin fast man hier und da das Geschehene zusammen, so dass man den Überblick zumindest immer behält.
In 80 Minuten erzählt man hier allerhand - aus soviel Stoff würden andere locker 2-3 Folgen basteln, hier gibt es alles auf einmal. Es wirkt trotzdem nicht überfrachtet, da das Geschehen sehr gut transportiert wird. Man wird über fast 80 Minuten auf einem sehr hohen - sowohl inhaltlichen als auch technischen - Niveau unterhalten. Langweilige Passagen gibt es keine.
Auch die Sprecher sind gut gewählt - Auch wenn sich hier nicht nur ausgewiesene Profis tummeln, die Farbkleckse tun dem Hörspiel sehr gut. Da stört auch ein Sprecher mit einer ordentlichen Dialektfärbung nicht, da er an einer sehr passenden Stelle eingebunden wird und eine Rolle verkörpert, die dies durchaus zulässt. Das ist eine wirklich exzellente Lösung und zeigt, dass man sympathische Akzente setzen kann, ohne das Hörspiel insgesamt qualitativ abzuwerten.
Die Umsetzung ist schon wie bei der ersten Folge auf technisch höchstem Niveau. Geräusche und vor allem die Musik sind erstklassig ausgewählt und gesetzt und bilden perfekte Kulissen für das Gehörte.
Mit einem Paukenschlag meldet sich Mark Brandis zurück und schiebt sich gleich mal in die Spitze der SF-Hörspiel-Mitkonkurrenz. Die Folge "Verrat auf der Venus" zeigt eindrucksvoll, dass sich diese Produktion hinter keiner anderen Serie verstecken muss. Im Gegenteil, was Tempo und Unterhaltungswert anbetrifft, hat man hier sogar die Nase vorn.