Marjana Gaponenko



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Interview mit Marjana Gaponenko


Sie sind 31 und schreiben einen Roman über einen 96-jährigen Ornithologen aus der Ukraine, der in einem Wiener Nobelhotel mit Butlerservice und bei Schokoladentorte seine letzten Tage verbringen möchte. Wie sind Sie auf diese ungewöhnliche Geschichte gekommen?
Im Herbst 2010 hat es mich nach Amsterdam in ein ganz gewöhnliches Hotel verschlagen. Vor meiner Weiterreise gönnte ich mir an der Bar noch einen Tee. Ein elegant gekleideter glatzköpfiger Greis saß mir gegenüber und lächelte zahnlos seinen Eisbecher an. Als ich dieses Lächeln sah, war es um mich geschehen. Diese Freude war so ansteckend und die Gestalt des alten Herrn so geheimnisvoll, dass ich immer wieder an diese Begegnung denken musste. Ich wollte dieses Lächeln unbedingt in einer Geschichte weiterleben lassen und seine Ursache ergründen.

Luka Lewadski, so der Name Ihres Helden, ist in Wien ganz und gar nicht zum Sterben zumute. Mit einem Altersgenossen plant er die Revolution und tanzt in der Hotelbar auf dem Tisch. Woher kommt diese Lebensfreude?
Mein Held Lewadski hat sich sein Kindergemüt bis ins hohe Alter bewahrt. Seine Leidenschaft galt Zeit seines Lebens den Vögeln und der Musik. Als ihn eine niederschmetternde Nachricht erreicht, vergisst er um ein Haar, was er liebt und was sein Leben köstlich macht. Ausgerechnet in einem Nobelhotel, umgeben von Luxus, wird ihm klar, wie unbedeutend aller Schein ist, und er erinnert sich, was wahre Freude ist und wie einfach sie zu erreichen ist.

»Wer Vögel beobachtet, kennt die Daseinsfreude«, heißt es in Ihrem Buch. Was können wir von den Vögeln lernen?
Genau das, was wir ständig Gefahr laufen, zu verlernen: Hingabe, geistige Wachheit, Mut und Solidarität.

Mehr Musik, mehr Blech, mehr Trompeten ist Ihr Lebensmotto. Wie beeinflusst diese Einstellung Ihr Schreiben?
So ein Motto ändert sich ja oft im Laufe des Lebens. Im Großen und Ganzen weiß ich aber, dass ich als Mensch mein Leben möglichst ästhetisch verbringen möchte, und als Schriftstellerin wünsche ich meinen Büchern, dass sie in meinen Leserinnen und Lesern das Gefühl erwecken, in einem Konzert zu sitzen. Es muss möglich sein, dass die Macht der Wörter nicht nur Bilder entstehen lässt, sondern auch das Phänomen eines orchestralen Wirbelsturms. Für einen Komponisten ist es wohl das größte Kompliment, wenn ein Konzertbesucher auf seinem Sessel mitten im Konzert einen Herzanfall erleidet. Für mich wäre es das größte Lob, würde sich mein Leser nach einer Textpassage erheben und mit seinem Kopf ganz sacht gegen einen Baum klopfen. Das hieße so viel wie: Ein Resonanzkörper hat den Klang empfangen.

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