Gleich forneweg: Es handelt sich hier um eine Ansammlung netter Rocksongs einer Gruppe, die auf der ständigen Suche ist, die auf der Flucht vor sich selbst ist. Marillion fürchtet ja heute den Begriff "Progressiv" wie der Teufel das Kreuz. Das haben sie aber ausschließlich ihrer Vergangenheit zu verdanken, denn heute kann bei Marillion absolut keine Rede mehr von irgendeinem musikalischen Fortschritt sein...
Wie es sich anhört, wenn man dort angekommen ist, wo man hingehört, kann man auf älteren Alben dieser Band hören, wie etwa "A Script For a Jesters Tear" (1983), "Fugazi" (1984) oder "Clutching at Straws" (1987).
Auch nach der Ära "Fisch" gab es noch ein paar sehr gute Würfe, da wären "Seasons End" (1989) und "Brave" (1995) zu nennen.
ALLES, was nach "Brave" kam, ist eigentlich kaum einer Erwähnung wert. Marillion sind technisch exzellente Musiker, keine Frage und ihre Konzerte sind immer ein Erlebnis. Nur musikalisch sind sie leider in zwischen total uninteressant geworden.
Die Melodien sind einfacher, pointierter geworden, die Strukturen straighter, vorhersehbarer.
Die Keyboardarbeit des Herrn Kelly ist einfach total austauschbar und langweilig geworden, wenn sie überhaupt zu vernehmen ist.
Das athmosphärische, marillion-typische Fingerpicking des Herrn Rothery gibt es (so gut wie) nicht mehr und die Gitarrensounds, die er benutzt sind einfach alltäglich.
Und der Gesang von Hogarth ist zum Teil einfach zu prätentiös und pathetisch-überfrachtet. Er passt irgendwie überhaupt nicht zu den straight geratenen Songs.
Fast jedes neuere Album birgt in sich noch das eine oder andere gelungene Stück aber das ist einfach viel zu wenig.
Mit "A Legacy" fängt es interessant an, fast in "alter" Manier und man wird hellhörig. Power, Bombast, hört sich gut an. Weiter.
Mit "Deserve" plätschert es aber song-mäßig irgendwie dahin. Nett anzuhören aber nicht mehr.
"Rich" ist quasi das Aushängeschild der neuen Marillos. Man versucht cool zu sein, sich nach Sonne, Strand und Surfen anzuhören. Total ärgerlich...
"Enlightened" reisst mich auch nicht aus dem Sofa, im Gegenteil und für "Built in Bastard Radar" gillt das selbe, wie für "Rich". So geht es leider immer weiter.
Und der dünne Sound setzt dem Ganzen hier noch die Krone auf.
Fazit: Ärgerlich!