Es scheint, dass die vorliegende Thematik in idealer Weise auf die Autorin zugeschnitten ist - anders ist es nicht zu erklären, dass ein scheinbar schlecht gefügtes Themenpaket, nämlich Religion und Botanik, sich in so aufschlussreicher Weise darstellen lässt. Die ausgewogenen thematischen Anteile von Religion, Symbolik und naturwissenschaftlicher Einsichten bezogen auf die acht präsentierte Pflanzen(Madonnenlilie, Rose, Erdbeere, Iris, Akelei, Veilchen, Gänseblümchen und Pfingstrose) machen dieses Buch in Verbindung mit einer feinfühlig selektionierten Illustration zu einer höchst empfehlenswerten Lektüre. Diese verdienstvolle Arbeit kann als Symbol einer Rückbesinnung auf vergessene Urkräfte der Natur verstanden werden - Kräfte, welche wir uns durch die Nutzung der jeweiligen Heilpflanzen zur Gesundung von Körper und Geist zuführen. Diese Betrachtung stärkt ausserdem die alternativmedizinische Sicht, welche in unserem stark mechanistisch und rational geprägten Weltbild kaum mehr Beachtung findet und z.T. systematisch verdrängt wird.
Sozusagen durch die Blume als Symbol einer religiösen Welt öffnet uns die Autorin die Augen, um den Wert verloren gegangener Kräfte neu zu erkennen. Vor diesem Hintergrund ist die Rückkehr zur Natur nicht als Verzicht auf die moderne Welt zu verstehen, sondern als notwendige Bereicherung, um ein wertvolles Erbe in die Zukunft zu retten.
Ein fachkundig zusammengestelltes Literaturverzeichnis lädt zu einem vertieften Studium der von der Autorin präsentierten Themenfülle ein. Dieses Buch kann vorbehaltlos einem breiten Publikum empfohlen werden.