Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein opulenter Film., 16. September 2007
Marie Antoinettes Leben in 120 Minuten zu quetschen erschien mir ein fast unmögliches Unterfangen. Als ein Solches stellte es sich dann auch heraus. Der Film besticht zwar durch opulente Bilder, aber es sind Bilder ohne Erklärung, aneinandergereiht, sie scheinen ohne Zusammenhang und zu guter Letzt fehlt das Ende, denn nach dem Auszug aus Versailles ist in diesem Film Schluss. Historisch gesehen schafft dieser Film höchstens 50 % Authentizität, da er reichlich auslässt und recht Gefühlsarm daherkommt. So z. B. als Marie Antoinette die DuBarry anreden muss. Monate lang hat sie sich geweigert diese Prostituierte anzureden, weil die Frau absolut unter ihrer Würde ist und ein Schandfleck in Versailles, immer wieder handelte sie dabei gegen die Ratschläge aus Österreich und die Anweisung des Königs und als sie schließlich doch verliert, gegen eine Mätresse niederen Standes, da plaudert sie im Film hinterher einfach heiter weiter, als wäre nichts geschehen. Das einzige Mal sieht man sie weinen, als der Hof anfängt über ihre Kinderlosigkeit herzuziehen.
Etwas erschreckt hat mich dabei die Popmusik, grade der Anfang des Films ließ mich schlimmes Befürchten, so etwas wie einen quietschbunten Mädchentraum, Marie Antoinette auf modernen Pop getrimmt. Doch so schlimm sollte es nicht werden, natürlich war die Zeit damals Dekadent, aber im Film kommen keine Sportwagen oder Handys vor, es bleibt eigentlich ein ganz netter Historienschinken, wenn man von der unzeitgemäßen musikalischen Untermalung absieht. Wirklich störend ist dabei nur, dass man immer wieder Stationen ihres Lebens sieht, aber keine Erklärung dafür erhält, man sieht sie vergnügt beim Glücksspiel, aber keiner erklärt, dass Glücksspiel gegen das Gesetz verstieß und die Königin, die dagegen verstieß und dabei immense Mengen Steuergelder verlor, ein rechter Skandal war. Auch der ganze Skandal um das Diamanten-Collier taucht nicht einmal auf, man sieht sie nur, wie sie sagt, dass keine Diamanten mehr gekauft werden sollen. Eigentlich lebt der ganze Film nur von der wahnsinnigen Materialschlacht, während man ihn nur verstehen kann, wenn man sich schon ausgiebig mit Marie Antoinette beschäftigt hat.
Er ist ein nettes Extra, wenn man die Geschichte kennt, wenn man sich historisch unbeleckt darauf einlässt, ist er nur eine hohle Hülle mit viel Pomp und Luxus. Ein Farbenfrohes Spektakel ohne Aussagekraft. Daher kann ich diesen Film eigentlich nur empfehlen, wenn man sich schon näher mit Marie Antoinette beschäftigt hat und damit leben kann, dass der Film nur farbenfrohe Bruchstücke wiedergibt, oder wenn man einfach nur etwas Eye-candy haben möchte, ohne sich näher damit zu beschäftigen.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessantes Portrait einer dekadenten, missverstanden Königin, 9. Juli 2009
An Sofia Coppolas eigenwilliger Version eines Historienfilms scheiden sich die Geister. Ihr Film wird gerne missverstanden und rasch als langweilig abgetan, doch man muss anerkennen, dass ihr mit "Marie Antoinette" ein eigenständiges, wenn auch polarisierendes Kunstwerk gelunge ist.
Es handelt sich hierbei um eine interessante, sozusagen "hippe" Alternative zum klassischen Historienfilm, dem sie mit ihrer frechen und selbstbewussten Regie einen frischen Anstrich verleiht.
Der moderne Bezug, den die Filmemacherin erreichen will, wird schon direkt im Vorspann deutlich, als der Song "Natural's Not In It" der Band Gang of Four erklingt. Der Einsatz moderner Popsongs stößt vielen Zuschauern vor den Kopf und kann durchaus befremdlich wirken, doch das ist nun mal letzlich reine Geschmacksache. Ich finde, dass Coppola die Songs auf leichtfüßige und mühelose Art einbaut und auch nie etwas erzwungen wirken lässt.
Die Gegenüberstellung der häufig modernen Musik mit der historischen Thematik gibt dem ganzen natürlich einen interessanten Bezug mit der heutigen Realität, die von den im Film dargestellten Themen wunderbar korrespondiert.
Coppola geht es offensichtlich nicht um eine akurate Darstellung der Geschichte und den politischen Ereignissen der damaligen Zeit. Sie erzählt die Geschichte ganz und gar aus den Augen der jungen Frau, die regelrecht von Österreich nach Frankreich importiert wurde.
Kirsten Dunst trifft mit dieser Rolle den Nagel absolut auf den Kopf, sie spielt völlig unbeschwert und hinreißend. Gerade ihr tolles Spiel sollte es besonders jungen Zuschauern ermöglichen, sich mit dieser Person zu identifizieren, deren Bedürfnisse und Charakterzüge zeitlos erscheinen.
Ihre Entfremdung und Einsamkeit und ihre Versuche dieser seltsamen Welt zu entfliehen, ist wunderbar umgesetzt (ähnlich wie in Coppolas wundervollem, bedeutend besseren "Lost in Translation"). Sie ist im Prinzip ein ganz gewöhnliches Mädchen, das in eine fremde Welt gestoßen wird und diese, ganz auf sich alleine gestellt, bewältigen muss.
Auch Jason Schwartzman als Ludwig XVI. gibt eine tolle Figur, seine Verklemmtheit und Verunsicherung ist stellenweise urkomisch.
Der Film ist deutlich mehr am höfischen Zeremoniell interessiert als an der Historie. Coppola beobachtet das Leben am Hof, die höfischen Rituale mit scharfem Auge, wodurch sie deren Absurdität entblößt. Die steif wirkende Etikette sorgt auch für manchen Lacher.
Auch die Bezüge zur damaligen Gerüchteküche sind sehr interssant, der berühmte Spruch Marie Antoinettes, dass das Volk doch Kuchen essen soll, wenn sie kein Brot haben, wird als Lüge dargestellt. Parallen zur modernen Klatschpresse, deren Lügengeschichten so manchen Prominenten kaputt machen sind sicherlich nicht ungewollt.
Die Ausstattung ist jedoch zweifelsohne das Highlight des Films: Die exquisiten Dekors führen den Zuschauer direkt in das höfische Leben von Versailles zurück. Natürlich spielen die Originaldrehorte dabei eine entscheidende Rolle, die auf naturalistische und nicht übertriebene Weise eingefangen werden. Die atemberauben Kostüme, für die Milena Canonero mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, sind eine wahre Augenweide.
Coppola kreiert ein ungemein sinnliches Ereignis, man hat regelrecht das Gefühl, die ausgefallen Törtchen schmecken und das Puder der Perücken riechen zu können. Alleie deswegen ist "Marie Antoinette" sehenswert.
Der Film ist also definitiv schön anzusehen und hat einen außergewöhnlichen, unkonventionellen Stil. Er funktioniert auch sicherlich im Bezug auf Coppolas Ambitionen, Parallelen zur Moderne herzustellen (an einer bestimmten Stelle sind sogar versteckt Converse Schuhe zu sehen), jedoch lässt die dargestellte Oberflächlichkeit den Film ein wenig kalt wirken. Dennoch ist "Marie Antoinette" ein guter Film, man muss ihm nur offen begegnen.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
... Zuckerwatte in Pinklichtmilieu von Versailles, 30. September 2008
Rapunzel aus Austria, anachronistisch gefangen in den goldenen Gemächern des französischen Königskäfig zu Versailles, "geknechtet" durch tiefe Einsamkeit und die gleichzeitige Verweigerung jeglicher Intimität und mopslos konfrontiert mit einem orgienhaften Ambiente voll von, in allen Formen wallender, bonbonbunter Kostüme, heimtückischer Fratzen verborgen hinter höfisch etikettierten Masken und unter exzessiven Frisuren, widersetzt sich zäh und dehnend Coppolas Idee und Versuch, ein an sich klassisches Historienepos im modernen Sinne visuell in ein redundantes Szenenspiel im Wechsel von Demütigung, Hohn, Ekstase und einer verzweifelten Königinsuche nach echter physischer und psychischer Befriedigung zu extrahieren.
Sehenswert und überzeugend inszeniert Kirsten Dunst fernab einer Selbstdarstellung die tragische Figur der jungen Königin als einen sich, am französischen Hofe immer mehr selbst verlierenden Teenager. Doch bei fast sinnentleerten und eintönigen Dialogen und Handlungsabläufen, einer Monotonie weiblicher Erotik und königlicher Asexualität sowie mangelhafter Charakterisierung der Hauptperson entwickelt sich der Film trotz des makellos gezeigten Prunks und eines wunderbaren Soundtracks bei beabsichtigter Verweigerung von Inhalt, Spannung und Dramatik zu einem Epos von nuancierten Schattierungen und anonymen Stimmungen zweifelhafter Länge.
eine reizvolle Idee ... leider nur ein sympathischer Film in hervorragender Optik und Akustik
Besetzung
* Kirsten Dunst: Marie Antoinette
* Jason Schwartzman: Ludwig XVI.
* Judy Davis: Comtesse de Noailles
* Rip Torn: Ludwig XV.
* Rose Byrne: Herzogin von Polignac
* Asia Argento: Madame Dubarry
* Molly Shannon: Tante Victoire
* Shirley Henderson: Tante Sophie
* Danny Huston: Kaiser Joseph
* Marianne Faithfull: Maria Theresia
* Jamie Dornan: Graf von Fersen
* Aurore Clément: Herzogin von Chartres
* Guillaume Gallienne: Comte Vergennes
* Clementine Poidatz: Comtesse de Provence
* Tom Hardy: Raumont
* Steve Coogan: Botschafter Mercy
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