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Kundenrezensionen

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am 13. Februar 2006
Dieses Buch ist bis heute eine der besten Biographien; es liest sich flüssig und zeichnet nach Jahrhunderten ein lebendiges Bild dieser berühmt-berüchtigten Frau. Vieles ist nicht gerade schmeichelhaft, Maria Antonia war eben ein mittlerer Charakter. Mehr musste sie auch nicht sein, ihr Zweck war einzig und alleine in ein grosses Königshaus einzuheiraten und damit Allianzen zu bilden oder bestehende Machtverhältnisse zu sichern.
Ohne grossartige Bildung - politische schon gar nicht - und fast unglaublich naiv, dazu von ihren Untartanen isoliert am prunkvollen Hof in Versailles lebend, wie konnte Marie Antoinette auch nur erahnen wie es in der wirklichen Welt der arbeitenden Bevölkerung zuging? Diese Gesetzmässigkeiten gelten ja noch heute, oder glaubt der geneigte Leser vielleicht, der/die Bundeskanzler/in oder ein Minister hätte eine Ahnung wie schwer es ist auf dem freien Markt eine günstige Mietwohnung zu finden? So weltfremd war sie dass sie keine Idee hatte wie sehr ihr z.B. die Halsband-Affäre schadete; sie hatte sich nichts zu schulden kommen lassen, und damit Basta! Ihre Untertanen würden das doch wohl genauso sehen.
Trotz aller Unzulänglichkeiten fühlt man oft Sympathie oder gar Mitleid für diese Frau: für das Mädchen, das hunderte von Meilen von ihrer Heimat entfernt, auf dem Weg zu ihrem künftigen Ehemann, den sie noch nie gesehen hat, sich vor Fremden nackt ausziehen muss. Sogar die Haarbänder und ihre Unterwäsche, nichts darf sie von ihrer alten, österreichischen Identität behalten, nun, da sie Französin werden soll. Viel später, in den Wirren der Revolution, bangt man mit ihr um ihre Kinder und ihr eigenes Leben, liest voller Rührung ihre letzten Worte.
Ein sehr gelungenes Portrait eines mittleren Charakters und einer der berühmtesten Frauen der Weltgeschichte. Ihre Verhängnis war nicht etwa ihre Mittelmässigkeit, sondern eine unglückliche Verkettung von 'zu früh' 'zu viel' und 'zu spät'.
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am 24. Oktober 2005
Die Biografie Marie-Antoinettes ist vielleicht nicht die dringendste, die man studiert, wenn man an die schillernden Persönlichkeiten der Französischen Revolution denkt. Zweig weist im Untertitel „Bildnis eines mittleren Charakters" schon darauf hin. Marie-Antoinette war eine umstrittene und durchschnittliche Person, die durch ihre Geburt und die Heirat mit Ludwig XVI. ins Rampenlicht der Geschichte trat - unfreiwillig. Aber anhand der sehr detaillierten und psychologischen Zeichnung ihres Charakters und der Menschen, die sie umgaben, erschliesst sich dem Leser ein fabelhaftes Gesamtbild der damaligen Zeit und der Hauptakteure der Revolution. Zweig zitiert hier nicht wie in der Biografie eines Historikers Quellen, sondern er liefert die Inhalte und Deutung der Quellen und verschiedener Historiker. Dort wo sie lückenhaft oder widersprüchlich sind, ergänzt er die Ereignisse dem Charakter der Königin von Frankreich entsprechend. Am deutlichsten sagt es Zweig selber:
„Wo aber die an den Augenschein streng gebundene Forschung endet, beginnt die freie und beschwingte Kunst der Seelenschau; wo die Paläografie versagt, muss die Psychologie sich bewähren, deren logisch eroberte Wahrscheinlichkeiten oft wahrer sind als nackte Wahrheit der Akten und Fakten. Hätten wir nichts als Dokumente der Geschichte, wie eng, wie arm, wie lückenhaft wäre sie!"
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am 22. November 2001
Also - eigentlich ist Geschichte nicht gerade mein Hauptbetätigungsfeld. Aber eine Reise nach Paris hat mich neugierig auf Marie Antoinette gemacht - und zum Glück bin ich hierbei auf das vorliegende Buch von Stefan Zweig gestoßen! Abgesehen von den vielen französischen Passagen, die den Lesegenuß ein wenig schmälern, wenn man eben dieser Sprache nicht mächtig ist, liest es sich so flüssig wie ein Roman. Das Argument der Zähigkeit einer Biographie ist somit hierbei keines. Und was mich am meisten begeistert hat: Die für heutige Maßstäbe geradezu virtuose Sprache. Diese so schön formulierten Sätze zu lesen, war für mich ein reiner Hochgenuß. Alles in allem: TOP!
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am 30. Juli 2007
Wer die Geschichte der Französischen Revolution kennt, wird in diesem Buch eine Hauptaktörin finden und aller Wahrscheinlichkeit nach das eigene Bild von Marie Antoinette nach dieser Lektüre verändert vorfinden.

Die Königin des Rokoko wird von der ersten bis zur letzten Minute ihres Lebens um- und beschrieben. Zweig bemüht sich das Leben der anfangs oberflächlichen und genußverliebten letzten Königin von Frankreich nachzuzeichnen. Er bleibt dabei kritisch ohne anzuklagen. Ihren mittleren Charakter "seziert" er vor dem Leser in seiner unnachahmlichen stilvollen Art. Es wird ein interessanter Einblick in die Geschehnisse der Zeit, die ermüdende Etikette am Hofe und in das ungenutzte Erblühen einer jungen, leidenschaftlichen Frau gegeben.
Auch die Verluste, Entbehrungen, Kämpfe und Enttäuschungen dieser "leichtsinnigen" Frau werden schattenscharf skizziert. Vor allem aber die krasse Wandlung einer übermütigen und wenig nachdenklichen Königin, hin zur schicksalgeprüften, innerlich starken und stolzen Frau wird brillant erzählt. Zweigs tiefgründige Analyse der Umstände und seine psychologischen Einblicke ergeben ein Bild, in dem diese Frau zum Schluß sogar ihrer eigenen Hinrichtung innerlich stark entgegengeht, um ihrer permanenten Demütigung zu entkommen.

Zweig hat ein wertvolles Werk abgeliefert, lesenswert für Alle die sich für diese turbulente und weltweit einmalige Epoche im damaligen Frankreich interessieren. Zuweilen ist Zweig bei diesem Buch etwas zu detailverliebt und zu ausschweifend. Jedoch wer Zweigs Stil mag wird dieses Buch genauso mögen, wie die 'Schachnovelle' oder 'Maria Stuart'. Ferner kann ich nur raten, einmal 'Joseph Fouché' im Anschluß an dieses Buch zu lesen, wo man diese ereignisreiche Zeit fortgeschrieben sieht, und in diesem Buch wird ein Schicksal erzählt, wie man es noch heute - leider - zu Hauf auf der ganzen Welt findet.
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am 11. November 2009
Einfühlsame Biographie und historisches Zeitdokument

Sind es normalerweise die Helden der Geschichte, die Stefan Zweig mit einer Biographie versieht, so deutet der Autor bereits im Titel an, dass sich im "Bildnis eines mittleren Charakters" dem Leser so manche Schattenseite in der Biographie auftun wird: wer möchte schon ein "mittleres" Buch lesen oder ein "mittleres" Zeugnis ausgestellt bekommen ?

Das Ende der in Wien geborenen Habsburgerin ist bekannt: Vom Revolutionstribunal abgeurteilt wird sie - wie davor ihr Mann Ludwig XVI. - durch die Guillotine hingerichtet.
Gründe der französischen Revolution sind die hohe Staatsverschuldung, der Hunger in der Bevölkerung, sowie soziale Ungerechtigkeiten. Nach englischem Vorbild verlangt der dritte Stand (nach Klerus und Adel) ein Mitspracherecht.
Nach der Erstürmung der Bastille steht das Volk unter Waffen und die radikalen Jakobiner füllen das Machtvakuum der gestürzten Aristokratie: Tausende von Adeligen, Klerikern und Andersdenkenden fallen der Revolution zum Opfer.

Doch wie kommt es zum Stimmungsumschwung in der Bevölkerung gegen die einstmals gefeierte "La rheine"? Stefan Zweig beschreibt den Lebensinhalt der Königsgemahlin. Ihre wohlbehütete Kindheit verlebt sie in Wien. Im Jugendalter wird sie an den französischen Hof verheiratet, an einen phlegmatischen, unattraktiven und altbackenen Herrscher. Dieser lässt ihr freie Hand, und so entwickelt sich die junge Königin zu dem, was man heute eine "Luxusgöre" nennen würde. Kleider, Mode, Schmuck, sowie eine verschwenderische Lebensart des von ihr gegründeten "Fliederblauen Klüngels" bestimmen ihren neuen Lebensinhalt. Eine Affäre mit dem jungen Offizier Fersen wird ihr nachgesagt. Und sie baut sich ihr eigenes Schlösschen mit einem Theater und einem aufwendig gestalteten Park.

Dass Adelige im Luxus schwelgen, ist auch für die damalige Zeit nichts ungewöhnliches. Doch die notleidende Bevölkerung erfährt von den Ausschweifungen der Königin durch die Presse. Von da an weht ihr ein rauer Wind entgegen. Den ignoriert die Königin jedoch, auch die eindringlichen Warnungen ihrer Mutter Marie- Therese und ihres Bruders Joseph II. überhört sie. Hier liegt die angedeutete Schwäche ihres Charakters: das Volk hungert, die Stimmung gärt und die Königin in ihrer Verschwendungssucht beschließt, in ihrem Elfenbeinturm zu bleiben und weiterhin Geld auszugeben. Möglicherweise hat erst diese aristokratische Ignoranz die Revolution überhaupt ermöglicht.
Der stets um Sachlichkeit bemühte Autor überlässt es jedoch dem Leser, über das Schicksal der Königin zu urteilen. Gegen Ende ihres Lebens in Gefangenschaft billigt er der geläuterten Königin eine gewisse charakterliche Entwicklung zu, doch letzten Endes erfolgt diese nicht freien Willens und ist auch ihrem Schicksal nicht mehr zuträglich.
Auch der König selbst wird hinreichend charakterisiert. Sein im Tagebuch vermerktes "rien" (nichts geschossen bei der Jagd) am Tag der Erstürmung der Bastille ist legendär und unterstreicht sein weltfremdes Phlegma.
Der Fluchtversuch in großer Staatskarosse mutet bei aller Dramatik beinahe komisch an, so unrealistisch ist die Einschätzung der Situation bei Hofe.

Stefan Zweig gibt mit seiner Biographie Marie- Antoinettes einen präzisen Einblick in den französischen Hof zu Zeiten der Revolution.
Bei aller Sympathie mit dem Volk ist es ihm doch ein Anliegen, die Dramatik der gesellschaftlichen Umwälzung von beiden Seiten aus zu betrachten und auf beiderseitige Opfer hinzuweisen.
Sowohl als Biographie als auch als Zeitdokument ist dieses spannende Buch überaus lesens- und empfehlenswert.
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am 23. Januar 2004
Steffan Zweig beschreibt spannend und mitreisend Marie antoinettes leben. Wie aus einer österreichischen Prinzessin eine Königin wurde, die unbewust ein neues Zeitalter einleutete.
Das Buch ist eine der Biographien die auch nach längere Zeit nicht langweilig wird. Es wurden alle für Marie Antoinette wichtige Ereignisse aufgezählt und keines vergessen. Er versucht dem Leser klar zu machen warum die Französische Königin sich bei all Ihrem falschen Handeln immer noch im Recht fühlte und beschreibt auch ihren Aufstieg zur waren Königin am Ende Ihres lebens.
Ein großes Meisterwerk der Schreibekunst.
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am 1. April 2008
Einst hatte Stefan Zweig gesagt, er hätte deshalb begonnen eine Biographie über Marie Antoinette zu schreiben, da sich ihm der Roman verweigert hätte. Dabei hat der Leser seines Werks über die französische Königin häufig den Eindruck, als wäre dies nur die halbe Wahrheit. Großartig recherchiert und zweifelsfrei informativ ist es durchaus zu dem Genre der Biographien zu zählen. Andererseits vermittelt die fließende und teils blumige Schreibweise das Gefühl einen historischen Roman in Händen zu halten.

Schon von der ersten Seite an wird man in das Geschehen hineingerissen und hat das Leben Marie Antoinettes so deutlich vor Augen als wäre man selbst Zeuge jener Epoche gewesen. Man fiebert mit den diversen Charakteren mit; mal empfindet man Sympathie, mal Mitleid mit der Protagonistin, manchmal sogar Wut über ihre Unvernunft. Auch die Enttäuschung des Volkes ist ebenso präsent wie die Sorge Maria Theresias um ihre Tochter.

Der Leser begleitet Marie Antoinette auf ihrer Reise von Österreich nach Frankreich, er erlebt ihre Unsicherheit angesichts der fremden Umgebung, folgt ihr schließlich in ihren ausschweifenden Lebensstil als französische Königin und letztlich in ihr Leiden in Gefangenschaft, das sie endlich aus der Mittelmäßigkeit hervorhebt.

Stefan Zweig zeichnet ein differenziertes und facettenreiches Bild der stolzen Habsburgerin. Er kritisiert ohne anzuklagen, er sympathisiert ohne zu glorifizieren um auf höchst psychologische Art Marie Antoinettes Verhalten zu beleuchten.

Es fällt wirklich schwer sich von diesem Buch loszureißen. Allen die Interesse am Leben Marie Antoinettes haben oder sich allgemein für Geschichte interessieren, kann ich es nur wärmstens empfehlen. Selbstverständlich äußert Zweig häufig sehr subjektive Vermutungen, diese sind aber stets schlüssig begründet und hauchen den historischen Persönlichkeiten Leben ein. Durch seine Ausführlichkeit bietet es zudem viele spannende Lesestunden. Wirklich ein sehr gelungenes Buch!
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am 26. Mai 2007
Was für ein enorm fesselndes Buch!

Teilweise mag es zutreffen, dass Stefan Zweig versucht, dem Leser seine Meinung aufzudrängen, aber so ist es nun einmal. Ich denke nicht, dass es irgendein Buch gibt - gerade wenn es um historische Personen gibt, die wirklich gelebt haben -, das ohne eine bestimmte Interpretation auskommt.

Es wäre doch auch irgendwie langweilig, wenn das ganze Buch nur aus Spekulation bestehen würde. Außerdem sollte man davon ausgehen, dass ja wohl jeder Leser so viel Grips besitzt, sich seine eigenen Vorstellungen über die Authentizität einiger dargestellter Fakten zu machen.

Zum Beispiel den angeblichen Kindesmissbrauch, der Marie Antoinette vorgeworfen wurde oder ob sie tatsächlich etwas mit Fersen hatte (darauf geht Zweig sehr ausführlich ein, allerdings interessiert mich das eher wenig).

Unumstritten gelungen ist jedenfalls, wie er charakterisiert, gerade Marie Antoinette. Wieso wird hier behauptet, er würde sie nur schlecht machen? Das tut er doch gar nicht. Immer wieder führt er Argumente an, warum sie so ist, wie sie ist: verwöhnt, stolz und arrogant. Er sagt nie, dass sie dumm sei und bescheinigt ihr Größe in den letzten Augenblicken ihres Lebens. Und wenn er sie als "kleine Königin" bezeichnet, so ist dies für mich nachvollziehbar in den Kontext eingebaut. Insgesamt kommt sie positiver weg als ihr träger und - aus heutiger Sicht würde man sagen - lahmarschiger Gatte Ludwig XVI.

Absolut großartig ist auch, wie er die Entwicklung der Revolution beschreibt, in all ihren Grausamkeiten, wobei er erneut ziemlich klar macht, welche Charaktere er für Dummköpfe hält und welche nicht. Ich will Zweig das allerdings mal glauben, denn er war schließlich ein Schriftsteller, der sehr viel recherchiert hat, bevor er etwas niedergeschrieben hat. Einzig Robespierre, einer der größten Verbrecher der Revolution, kommt mir zu positiv weg, bzw. es wird zu wenig deutlich gemacht, was er alles veranlasst hat.

Doch wie dem auch sei, wenn es ansonsten um irgendwelche Fakten geht, macht Zweig auch jedes Mal deutlich, dass man nur in eine Richtung stark tendieren kann, aber nicht hundertprozentig sicher sein kann.

Es mag dennoch sein, dass nicht alles historisch korrekt ist (aber wer will auch alles genau wissen?), aber das Buch lebt von der wundervollen, metaphorischen Sprache, die auch heute noch kaum zu überbieten ist. Allein wie er am Ende quasi aus Sicht der Statue auf dem Place de la Concorde beschreibt - meisterhaft.

Eines der besten Bücher, die ich bisher lesen durfte!
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am 24. Oktober 2005
Auf diese Frage findet auch jenes Buch keine eindeutige Antwort. Eine Frage wird uns jedoch hier mit Sicherheit beantwortet! Was macht eine erstklassig verfasste Biographie aus.
Selten ist es einem Autoren so geschickt gelungen, mich von der ersten Seite an in seinen Bann zu ziehen.
Jedem dürfte die Vita von Marie Antoinette in ihren Grundzügen aus dem Geschichtsunterricht bekannt sein. Ihre unfreiwillige Rolle in der Weltgeschichte, sowie ihr tragisches Ende. Dieses tangierte aber die Spannung und das Lesevergnügen in diesem Fall nicht im Geringsten. Einem Schriftsteller und Biographieliteraten wie Stefan Zweig gelingt es immer wieder, uns trotz dieser Tatsache an das Schicksal seiner Protagonisten zu fesseln. Bei diesem Werk hat er sich selbst übertroffen.
Sein Stück setzt ein mit dem Eintreffen der jungen Prinzessin am französischen Hofe Ludwigs XV. Als unerfahrene Dauphine wird sie zum Spielball der Höflinge. Unzählige Konventionen drängen sie in eine Rolle, welche später ursächlich für ihr Schicksal werden wird.
In einmaliger Akribie erarbeitet der Autor in seinem Psychogram über Marie Antoinette, welche Ursachen letztendlich zum Sturz der Monarchie und zur Französischen Revolution führen und setzt dies in bemerkenswerter Prosa um. Er gibt uns einerseits einen exakten Einblick in die Verhältnisse am französischen Hofe und auf der anderen, weiß er uns, die Stimmungen im Volke zu vermitteln. Wahrt dabei jedoch immer die Rolle des neutralen Erzählers. Ganz kann er freilich nicht verhindern, vielleicht will er es auch gar nicht, dass uns spätestens zum Ende des Buches die Sympathien für diese Frau an ihrem tragischen Los leiden lassen.
Für mich als eifrigen Leser von Biographien waren diese 580 Seiten ein wirkliches Vergnügen und beweisen einmal mehr, Stefan Zweig ist ein herausragender Schriftsteller, dessen Bücher einen hohen Qualitätsanspruch erfüllen.
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am 4. Dezember 2005
Stefan Zweig portraitiert innerhalb seiner Biographie zu "Marie Antoinette- Ein mittlerer Charakter" das Leben der Marie Antoinette, ausgehend von der behüteten Welt ihrer österreichischen Kindheit bishin zu ihrem letzten Gang auf das Schafott.
Dabei schildert Zweig sehr detailiert und realitätsgetreu den Werdegang eines 14-jährigen Mädchens aus der vermeintlichen Provinz bis zu einer weltweit bekannten und, von den Anhängern der Französischen Revolution, verhassten Herrscherin.
Dabei setzt sich Zweig intensiv mit den unterschiedlichen Beweggründen und inneren Entwicklung innerhalb Maries Persönlichkeit und der höfischen Intrigen auseinander.
Somit beleuchtet Zweig die Person Marie Antoinette auf vielschichtige Weise, wobei er sich weder auf eine posthistorische Glorifizierung- noch auf eine Verwerfung ihrer Herrschaft bezieht.
Insgesamt ein lesenswerter und unterhaltsamer Roman, der sich auf wissenschaftlichen Grundlagen beruft und dem Mythos "Marie Antoinette" dennoch gerecht wird.
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