Das ist ja mal ein Ding. Ich habe ein Buch gelesen, von dem ich die ganze Zeit weiß, bzw. wusste, dass ich es schon mal gelesen habe. Gut kann 5-10 Jahre her sein, aber ist ja egal. Heinrich Steinfest ist mir jedenfalls schon einmal aufgefallen, durch so einen Comic Krimi: Die feine Nase der Lili Steinbeck". Deshalb habe ich jetzt noch mal zugegriffen, weil grad nicht anderes greifbar war, und war nicht enttäuscht. Steinfest kann virtuos Geschichten erzählen und entwickeln, und vor allem, es gelingt ihm immer wieder, der Story eine überraschende Wende zu geben. Natürlich gibt es den Kommissar Außenseiter", wie in fast jedem guten Krimi, wo der Ermittler die Last seines Jobs, der Familie, explizit einer gescheiterten Beziehung, oder was immer, mit sich rumschleppt. Aber diese einsamen Wölfe verstehen es auf ihre Art, zu suchen und zu finden. Im vorliegenden Fall geht es um einen rätselhaften schwarzen See in einer alpenländischen Unidylle, einen suchenden (vermeintlichen-) Vater und Meister im Ritualsaufen, einen unglaublichen- im wahrsten Sinne des Wortes - Unfall in Mailand und einen gesellschaftlichen Tabubruch im sexuellen Bereich.. All diese Dinge muss man erst mal in einem Roman zusammenfassen können. Aber herausgekommen ist ein lesbarer Kriminalroman, dem die Kurzweiligkeit nie abgeht.