Ganze 21 Jahre sind inzwischen seit der Veröffentlichung dieses monumentalen Werkes der Popgeschichte vergangen. Mariah Carey schaffte es auf Anhieb, mit ihrem unfassbaren Stimmumfang von 5 Oktaven neue Maßstäbe in der Musikszene zu setzen und der damals alles überragenden Whitney Houston eine ernstzunehmende Konkurrenz zu sein. Das Album überzeugt aber nicht nur durch Frau Careys Stimmakrobatik, sondern auch durch eine sehr gute Produktion, eingängige Rhythmen und tolle Texte.
"Vision of Love" - Der erste Song des Albums und gleichzeitig Careys erste Single überhaupt brilliert durch eine unglaubliche Atmosphäre und Careys starke Stimme. Der Song ist schlicht die Definition einer RnB-Ballade.
"There's Got to Be a Way" - In diesem Lied thematisiert Mariah die sozialen Missverhältnisse in der Welt und ruft zum globalen Frieden auf. Musikalisch erinnert der Song an Michael Jacksons "Man in the mirror". Gerade gegen Ende des Stücks erhebt sich Carey über den gewaltigen Chor und lässt den Zuhörer nachdenklich und gleichzeitig effektvoll aufgeweckt zurück.
"I Don't Wanna Cry" - Mariahs vierter #1 Hit in den Staaten ist eine zurückhaltende Ballade, die vor allem ein gewisser Latino-Flair prägt. Mariah zeigt in diesem Song die magische Wirkung ihrer bereits sehr erwachsen klingenden Stimme.
"Someday" - Beeinflusst vom New Jack Swing-Sound der frühen 90er entführt uns dieser Uptempo Song in einen eher sorgenfreien und lyrisch weniger bedeutsamen Bereich des Albums. Mariah gelang mit diesem Song zudem auch ihr dritter #1 Hit in den USA.
"Vanishing" - Diese Piano-Ballade ist mit Sicherheit das beste Stück des Albums. Der Song steigert sich durchgehend in seiner Dramatik und mündet in einem Erguss von Stimmgewalt. Mit Liedern wie diesem, das Mariah wie alle Lieder des Albums auch selbst geschrieben hat, verwies sie Whitney Houston oder Celine Dion klar auf die Plätze.
"All in Your Mind" - Dieser RnB-Song ist vor allem berühmt für den gezielten Gebrauch von Mariahs Pfeifregister, mit dem sie im Crescendo des Liedes schier unendliche Höhen erreicht.
"Alone in Love" - Dieses Lied gehört eher zu den schwächeren Werken des Albums, verfügt aber durchaus über die typisch starken Vocals und eine emotionale Melodie.
"You Need Me" - Sehr rockig kommt dieser Song daher und bietet daher ein Stückchen Abwechslung, indem er die Balladen oder RnB-Songs des Albums angenehm kontrastiert.
"Sent from Up Above" - Man möchte den Song zwar nicht als oberflächlichen "Gute-Laune-Song" abtun, aber zu den künstlerischen Hochgenüssen des Albums zählt er nun wirklich nicht.
"Prisoner" - Mariah versucht sich in diesem Uptempo Song auch am Rappen, eine willkommende Erscheinung, da sie doch sonst eher durch Melisma und Stimmakrobatik auffällt.
"Love Takes Time" - Das Album wird durch diese wunderschöne Ballade abgeschlossen, die zugleich Careys zweiter #1 Hit in den USA wurde und dies zu Recht.
Fazit: Wer starke Stimmen und die Pop- und RnB-Musik der 1990er mag, ist mit diesem Album bestens beraten und auch der durchschnittliche Musikliebhaber braucht nicht etwa Gekreische zu fürchten, sondern kann sich gemütlich auf einzigartige Melodien und eines der besten Debutalben aller Zeiten freuen. Mit diesem Album begann der Siegeszug von Mariah Carey mit einem großen Knall, der auch heute noch hörbar ist.