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Maria Theresia: Die große Habsburgerin
 
 
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Maria Theresia: Die große Habsburgerin [Taschenbuch]

Franz Herre
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Pressestimmen

»Franz Herre erzählt spannend, verknüpft Biografie und wirtschafts- und sozialgeschichtliche Aspekte anschaulich und geschickt und kramt überdies einige Anekdoten hervor.« Badische Neueste Nachrichten

Kurzbeschreibung

Als Nachfolgerin ihres 1740 gestorbenen Vaters Karl IV. übernahm Maria Theresia (1717–1780) als Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und von Böhmen die Herrschaft über die Länder des Hauses Habsburg, und als Gemahlin des römisch-deutschen Kaisers Franz I., eines Lothringers, wurde sie Kaiserin. Franz Herre, Autor erfolgreicher historischer Biographien, versetzt uns in das Zeitalter Maria Theresias. Facettenreich schildert er den Lebensweg der lebenslustigen Erzherzogin zur Monarchin, Landesmutter und konservativen Reformerin.

»Herre erzählt spannend, verknüpft Biographie und wirtschafts- und sozialgeschichtliche Aspekte anschaulich und geschickt, und kramt überdies einige Anekdoten hervor.« Badische Neueste Nachrichten

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Nicht nur allein die politische, auch die gesellschaftliche Geschichte beschreibt Herre hier sehr anschaulich: Wie Maria Theresia bei ihrer Machtübernahme (wobei anfangs von "Macht" nicht viel Rede sein konnte) dastand, wie desolat der österr. Beamtenstaat war (Vergleiche mit heute drängen sich auf), wie verfahren die Situation, wie inkompetent der gesamte Staatsapparat (siehe erste Parenthese!); welche Motivation andererseits Friedrich von Preußen hatte, seinen Krieg zu beginnen. Gut fand ich, dass die politischen Machthaber und deren Einflüsterer in ihrer Persönlichkeit dargestellt werden und so ihre Handlungsweise und deren positiver oder negativer Einfluß auf den Verlauf der Geschichte erklärbar und verstehbar wird. Die diversen Reformen (Militär, Verwaltung, Wirtschaft) werden in ihrer Notwendigkeit erklärt, die verschiedenen Lösungsansätze und deren Protagonisten einander gegenübergestellt und deren Motivationen erklärt. So entsteht ein lebendiges Bild, das nicht wie bisher verstaubt historisch, sondern wie aus dem Leben gegriffen erscheint. Bei aller Sympathie für die gelungenen Reformen der "Kaiserin" bleiben einige schwere charakterliche Mängel an ihr haften: der schlimmste ist ihre alles durchdringende Bigotterie, ihre verabscheuungswürdige Frömmelei, die erstens gute Reformansätze auf halbem Weg verhungern läßt (sie läßt zwar Waisenhäuser bauen, aber keine Häuser für Findelkinger, weil damit der ehelichen Untreue Vorschub geleistet würde); dieser tiefe Katholizismus hatte Österreich schon lange vorher zum europäischen Schlußlicht werden lassen, was Aufklärung, individuelle Freiheit, Bauernbefreiung (nur die allerersten Ansätze, versteht sich), Fortschritt und Wissenschaft angeht. Ganz anders dazu Friedrich von Preußen, der ihr in vielen Dingen ein gutes Vorbild war. Zum anderen scheint Maria Theresia recht eigensinnig gewesen zu sein, was Musik und Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und auch das Militär angeht: ohne tiefergehende Kenntnis der Materie scheint sich sich in alles und jedes eingemischt zu haben; so erkannte sie nicht Mozarts Genie und hielt ihn für einen vagabundierenden Musikus. Ihre Vorliebe für das Chinesische Geschnörksel (ohne irgendeine Kenntnis der chinesischen Lebensweise) deckt sich gut mit dem Faible fürs Rokoko.
Man muss ihr aber zugute halten, dass sie die Medizin gefördert hat (mit Van Swieten, dem wir anscheinend sehr viel verdanken, so auch die Erste Wiener Medizinische Schule), dass sie auch die Macht der Kirche versucht hat zu beschneiden, den Klerus gerechterweise besteuert hat und den Run auf die Klöster gebremst hat (aus pragmatischen Gründen: dort sollen sich Menschen angesammelt haben, die den Drang zur Arbeitsvermeidung verspürten); so gesehen ist sie eine recht ambivalente Persönlichkeit gewesen, sparsam und pragmatisch einerseits, andererseits aber doch auch verschwenderisch (wenn man sich Schönbrunn ansieht) und abgehoben (ihre unnützen Theaterbauten).
In Herres Buch kommen auch private Lebensumständer Maria Theresias zur Sprache: das Leben am Hof oder die Erziehung ihrer Kinder. Interessant ist das Kapitel über den Siebenjährigen Krieg: wäre der anders ausgegangen, wie würde Europa heute aussehen? Auch dieser lange Konflikt hält unserer Zeit den Spiegel vor: Das verhältnismäßig kleine Preußen beginnt einen großen, einen europäischen Krieg und hält (gemeinsam mit England) den vereinigten Mächten Frankreich, Österreich, Russland und einigen kleineren Mächten stand. Und warum? Weil diese durch Betonung ihrer nationalen Partikular-Interessen das übergeordnete Ziel (die Bekämpfung des "Aggressors" Friedrich - natürlich von meiner Seite ganz wertfrei - ich schätze Friedrich als einen aufgeklärten Monarchen) verfehlt haben: die EU läßt grüßen! Ein wunderbar geschriebenes Buch, wie eine Geschichte erzählt, daher flüssig und angenehm zu lesen und dabei trotzdem in die Tiefe gehend. Herre versteht es meisterhaft, Entwicklungen und Zusammenhänge zu schildern und verständlich zu machen - es ist also keine staubige "Historie", im Gegenteil - man bekommt fast das Gefühl, selber dabeigewesen zu sein!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gut 13. März 2007
Von Nadine1978 TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ich finde es richtig, dass der Autor Maria Theresias Lebensgeschichte in Themenkomplexe gegliedert hat - es wäre sonst zu verworren gewesen, immerhin ist viel zu erklären - Thronfolge, Ehe, 16 Kinder, Kriege und Reformen -, und der Leser (zumindest ein Laie, wie ich es bin) wuerde sicher den Faden verlieren.

Es ist schön, ueber Maria Theresias Kindheit zu lesen - tragisch, wie die Eltern nach 8 Jahren kinderloser Ehe endlich einen Sohn bekommen und dieser mit nur 8 Monaten stirbt! Danach kamen "nur" noch Töchter... Dass das Geschlecht des Kindes vom Mann "bestimmt" wird, konnte Kaiser Karl VI. (der Vater) nicht wissen, dennoch hat er anders als andere Ehemänner dieser Zeit seine Enttäuschung NICHT an Frau und Kindern ausgelassen, sondern war offenbar ein recht guter Ehemann und Vater.

Leider verliert der Autor kein Wort ueber den Tod von Maria Theresias Mutter - sie verschwindet nach Maria Theresias Geburt fast völlig von der Bildfläche. Allerdings stellt der Autor selbst fest, M. T. habe kein inniges Verhältnis zu ihrer Mutter gehabt. Ihren Tod (1750) sollte man aber dennoch erwähnen, finde ich.

Das Bildmaterial ist sehr schön, vor allem zwei Bilder, die M. T. als Kind und als die - sehr schöne - junge Frau zeigen, die sie VOR den ewigen Schwangerschaften war.

Die Zitate sind interessant, wenn auch schwer zu lesen - sie wurden nämlich nicht an die heutige Orthographie angepasst, sondern originalgetreu zitiert - so erfährt man etwa, dass Maria Theresias Lunge nicht mehr "wuerckte" usw. So erhält man einen Eindruck vom DEutsch der feinen Herrschaften, die meistens Französisch wesentlich besser konnten als ihre eigene Muttersprache - oder schlimmstenfalls keines von beiden richtig...

Franz Herre passiert das gleiche wie allen Historikern, er schreibt von anderen ab - und uebernimmt somit auch deren Fehler. Er glaubt z. B., dass Marie Antoinettes Ehe erst nach 7 Jahren vollzogen wurde, obwohl belegt ist, dass dies "schon" nach 3 Jahren Ehe passierte... Dann schreibt er noch, marie Antoinettes erster Sohn sei im März 1785 geboren - falsch, das war der zweite Sohn, der erste wurde geboren im Oktober 1781.

Herre stellt zu Recht fest, dass Erzherzogin Marie Christine Maria Theresias Lieblingskind war - allerdings klingt es so, als sei sie dies erst im Laufe der Jahre geworden, womöglich erst nach den ratschlägen ihrer Schwägerin Isabella, die ein scharfes psychologisches Gespuer hatte und ihre Umgebung gut durchschaute. Es ist aber belegt, dass Marie Christine von Geburt an der Liebling ihrer Mutter war, wahrscheinlich deshalb, weil sie an Maria Theresias eigenem Geburtstag geboren wurde.

Ein Wunder, dass Maria Theresia soviel geschafft hat - 40 Jahre Regierung sind eine lange Zeit, aber man darf nicht vergessen, dass sie die ersten 20 Jahre fast ununterbrochen im Kindbett verbracht hat (16 Kinder in 19 Jahren!).

Apropos Kinder, M. T. war stolz auf ihre Kinderschar, aber sie gesteht dennoch, dass sie hofft, das 10. Kind möge das letzte sein, weil das kinderkriegen "mich schwächt und altern lässt". Hier sieht man wirklich den Menschen Maria Theresia, nicht die Herrscherin und Politikerin.

Das ist das Beste an dem Buch: Die Hauptfigur wird lebendig! Man erfährt, wie verliebt sie in ihren Mann war, dass sie Freude an Handarbeiten hatte und dass sie - was ich sehr sympathisch fand - NICHT gern gejagt hat, aus Mitleid mit den Tieren.

Franz Herre hat uebrigens einen ganz eigenen Schreibstil - er verwendet oft Gegenueberstellungen wie z. B. "Die Schwiegereltern waren zufrieden, und die Schwiegerkinder mussten zufrieden sein." Und: "Am liebsten spielte sie (Marie Antoinette) heitere Theaterrollen, nicht ahnend, dass ihr eine traurige Rolle im Drama der Revolution bevorstand." Dieser Stil ist GELEGENTLICH unterhaltsam, auf die Dauer aber etwas ermuedend.

Eigentlich ein gutes Buch, leider zu viele kleine Fehler - schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, es sollte dreieinhalb geben! Daher: 4 Sterne, denn: Im Zweifel fuer den Angeklagten!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Die große Habsburgerin Maria Theresia (1717-1780) war eine einzigartige Frau. Als sie nach dem Tod ihres Vaters Karl VI. die Nachfolge in den Regierungsgeschäften antreten musste, wurde es ihr von inneren und äußeren Gegnern denkbar schwer gemacht, ihr Amt zu übernehmen und wirkungsvoll auszuüben. Dank ihres politischen Naturtalents und dank guter Berater, die sie auszuwählen verstand, sicher auch dank ihres Gatten Franz Stephan von Lothringen, der zwar politisch nicht viel Einfluss nahm oder nehmen konnte, sie aber dennoch menschlich sehr unterstützte, kam es zu einer fortschreitenden Konsolidierung in den Ländern des Hauses Habsburg, auch wenn Maria Theresia dabei Schlesien an den Preußenkönig Friedrich II. abtreten musste. Über die Jahre hinaus richtungweisend waren Reformen im Bereich des Heeres und der Verwaltung, der Wirtschaft, des Bildungswesens und der Gesundheitspolitik.

Nach dem Tod ihres Gatten wurde ihr Sohn und späterer Nachfolger Joseph II. ihr Mitregent. Mit ihm verstand sich die Mutter nicht besonders gut, weil er als Freigeist und Aufklärer allzu radikale Reformideen umsetzen wollte und dabei die Menschen überforderte.

Maria Theresia war zeit ihres Lebens eine gläubige Katholikin und mit der Kirche eng verbunden, auch wenn es gewisse Akzentverschiebungen von einer jesuitisch geprägten zu einer jansenistisch beeinflussten Frömmigkeit gab und auch Konflikte mit kirchlichen Vertretern nicht fehlten.

Die Maria Theresia - Biografie des Historikers und ehemaligen Chefredakteurs der Deutschen Welle Franz Herre stellt die vielen Facetten der Persönlichkeit, das Wirken als Herrscherin, aber auch das soziale und politische Leben unter dem Einfluss Maria Theresias in sachlicher und interessanter Weise dar. Eine Zeittafel, Literaturhinweise, ein Personenregister und genealogische Übersichten schließen das 372 Seiten umfassende Taschenbuch ab. Empfehlenswert!
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