Das auf wahre Begebenheiten beruhende Historiendrama *Maria Stuart, Königin von Schottland* ist ein Spielfilm des britisch-kanadischen Regisseurs Charles Jarrott aus dem Jahr 1971. Die Geschichte basiert auf einem Original-Drehbuch von John Hale und wurde von dem Filmstudio Universal Pictures produziert.
In einer alten Filmversion von 1940 mit Zarah Leander (Das Herz der Königin), welche sich stärker an Schillers "Maria Stuart" anlehnt, wird Maria Stuart heldenhafter und unschuldiger und die Elizabeth I. "böser" dargestellt als in diesem Film.
Obwohl auch der hier vorliegende Film sich nicht ganz exakt an historische Realitäten hält, so manche Verstrickung und Begebenheit wurde künstlerisch-frei verändert oder gar erfunden, (z. B. die zwei persönlichen Treffen und Dialoge zwischen Maria und Elizabeth die es in Wirklichkeit nie gegeben hat) so wirkt er dennoch "realistischer" als die andere Version die ich mal vor 20 Jahren sah. Es werden "realistischer" die egoistischen Ziele, die durchaus auch Maria hatte, und nicht nur die Elizabeth hatte, dargestellt, und die "böse" Elizabeth wird mit mehr menschlichen Zügen und Ambivalenzen dargestellt und wie sie halt in den Sachzwängen ihrer Zeit steckte, z. B. die Maria gar nicht hinrichten lassen wollte, aus politischem Kalkül oder gar staatsmännischer Räson heraus sie aber dazu gezwungen war. Auch das schwierige Thema, ob Maria tatsächlich an diversen Mordkomplotts beteiligt war oder nicht, wird hier "kritischer" und weniger romantisch-beschönigend geschildert.
Trotz des dramatischen und fast märtyrerhaften Endes von Maria, bleiben beim Zuschauer zwiespältige Gefühle und man kann sich mit der "guten" Maria nicht so zu 100 % identifizieren.
Man muss bedenken in welcher Zeit der Film produziert worden ist, 1969/1970, Erscheinungsjahr 1971. Damals wurde er hochgelobt und erhielt fünf Oscarnominierungen. Nach heutigen Unterhaltungsmaßstäben ist er höchstens Mittelmaß. Für heutige Verhältnisse zu wenig Action, Sex und Blut, und auch der Spannungsbogen wird nicht immer gehalten. Wer sich aber für Geschichte interessiert, insbesondere das englische/schottische Spätmittelalter/Renaissance, wird Gefallen an diesem Movie finden.
Die Schauspielerleistungen sind gut. Die DVD-Bildqualität ist gut und frei von schwarzen Balken (16:9). Die Tonqualität hingegen ist schlecht (deutsche Fassung nur in Mono). Kein 5.1-Raumfeeling, keine Bässe.
Trivia: 1. Das Historiendrama entstand zwei Jahre nach Charles Jarrotts erfolgreichem Kinodebüt *Königin für tausend Tage*. 2. Der spätere "James Bond" Timothy Dalton spielt hier den Lord Darnley, den kindischen und wankelmütigen zweiten Ehemann Marias. Die schauspielerische Leistung Daltons ist gut, er kann die Figur glaubhaft spielen.
Besetzung:
Vanessa Redgrave: Maria Stuart
Glenda Jackson: Königin Elizabeth I.
Patrick McGoohan: James Stuart
Timothy Dalton: Lord Henry Darnley
Nigel Davenport: James Hepburn, Lord Bothwell
Trevor Howard: Sir William Cecil
Robert Hardy: Earl of Leicester
Daniel Massey: Robert Dudley
Ian Holm: David Rizzio
Stab:
Regie - Charles Jarrott
Drehbuch - John Hale
Produktion - Hal B. Wallis
Musik - John Barry
Kamera - Christopher Challis
Schnitt - Richard Marden
Erscheinungsjahr: 1971. Spielfilmlänge: 128 Minuten. FSK: 16. Produktionsland: UK. Ton: Deutsch: DD 2.0 Mono. Englisch: DD 2.0 Stereo. Bildformat 2.35:1 Anamorph (16:9) PAL.
Fazit: Für Interessierte, die gerne solche alten Schinken sehen (so wie ich...), gebe ich 4 Sterne.
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