Amazon.de-Hörbuchrezension
Beim kritischen Blättern in den Evangelien fällt ins Auge, daß sie alle von Männern verfaßt wurden. Sollten Frauen im Leben des Mannes Jesus keine oder nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben?
Die Eltern Maria Magdalenas wurden in ihrer Kindheit als aufständische Juden von den Römern ermordet. In ihrem Schmerz liest sie ein griechischer Kaufmann auf und steckt Maria in ein Freudenhaus.
Später trifft Maria bei einer Wanderung auf einen Mann namens Jesus. Er beeindruckt sie so stark, daß sie ihm bis zur seiner Kreuzigung auf seinem Weg folgt. Sie ist diejenige, mit der er zahllose Gespräche führt, wobei er eine Botschaft betont: "Macht keine Gebote aus dem was ich euch gesagt habe. Schreibt keine Gesetze nieder, so wie die Schriftgelehrten es tun."
Maria erhält Jahre später Besuch von den Aposteln Petrus und Paulus. Sie wollen mit ihr über ihre Zeit mit Jesus sprechen, doch sie erkennt schnell, daß es den Männern nur darum geht, das Christentum als Institution zu etablieren.
Marianne Fredriksson beschreibt den Konflikt zwischen weiblicher Intuition und männlicher Logik und Macht hervorragend. Ihre besten Passagen erinnern an die Romane von Luise Rinser und mit ihrem Thema greift sie den Konflikt auf, der den Kirchen im Augenblick eine Menge Kopfzerbrechen bereitet, denn die vielen Kirchenaustritte sind ein massiver Protest gegen die Institution Kirche, nicht gegen das Christentum. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Und so beginnt Maria ihre Geschichte zu erzählen - von Anfang an: ihre Kindheit und die Ermordung ihrer Eltern durch römische Soldaten, ihre Erziehung in einem Freudenhaus und ihre erste Liebe.
Doch mit Jesus von Nazareth hat Maria die wichtigste und prägendste Zeit ihres Lebens verbracht. Als sie sich kennenlernen, sind beide Aussenseiter, und sofort empfinden sie eine tiefe Zuneigung füreinander, die bald zu einer Liebe reift. Jesus weiss, welches Schicksal ihm bestimmt ist, und Maria ist bereit, mit ihm diesen schweren Weg zu gehen.
Aber während Maria von ihren Erinnerungen erzählt, wird ihr bewusst, dass die Jünger die Lehre Jesu absichtlich verändern wollen, um ihr Ziel zu erreichen - eine Kirche, in der Frauen keinen Platz mehr haben sollen. Um das zu verhindern, zwingt sie sich mit aller Kraft, sich an alle noch so schmerzhaften Einzelheiten und Jesu wahre Worte zu erinnern.
Marianne Fredriksson lässt Maria Magdalena so ergreifend persönlich und lebhaft von Jesus, den Menschen, Landschaften und Kulturen erzählen, dass sie uns damit eine überraschend moderne und faszinierend spannende Sicht auf unsere Glaubensgeschichte eröffnet.