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Maria: Der Welterfolg aus Kolumbien: 2
 
 
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Maria: Der Welterfolg aus Kolumbien: 2 [Taschenbuch]

Jorge Isaacs , Michael Kohn
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Südwind-Magazin, Wien, Nr. 5, Mai 2004

Abgesehen von der äußerst feinfühligen, einfühlsamen Beschreibung dieser Liebe ist der Roman ein Meisterwerk der literarischen Landschafts- und Menschendarstellung. Die Natur des Cauca-Tals, die Wälder und Täler, die Tierwelt und die Flora sind mit fotografischer Genauigkeit und sehr bildhaft nachgezeichnet, ohne je in schwülstiges Pathos zu verfallen. Ebenso klar und realistisch ist das Leben auf der Hacienda beschrieben und die einzelnen Figuren, die zwischenmenschlichen Beziehungen in einem patriarchalen Gefüge, in dem noch die Kolonialzeit mit der Sklaverei stark nachwirkt. Ein sehr interesssantes, lesenswertes Buch - und über ein paar Tränen brauchen Mann oder Frau sich nicht zu schämen ...

Kurzbeschreibung

Ein ganzes Jahrhundert lang war ¨Maria¨ der meistgekaufte Roman in Lateinamerika. Als Teil der Weltliteratur eroberte er Spanien, Frankreich, den gesamten englischsprachigen Raum und viele weitere Länder. Zum ersten Mal ist es jetzt gelungen, die ausdrucksvolle Erzählform von Jorge Isaacs ins Deutsche zu übertragen: Die tragische Geschichte der Liebe zwischen Maria und Efrain; ein historisches Drama, das sich beim Lesen zu einem zeitlosen, persönlichen Erlebnis entwickelt. ¨Wer noch nicht vor Glück geweint hat, sollte es aus Verzweiflung über die vergangene Jugend tun. So wie in jungen Jahren kann man nie wieder lieben.¨

Der Verlag über das Buch

Mit "Maria" erschien 1873 eines der bis heute berühmtesten Werke der lateinamerikanischen Kultur. So berühmt, dass zum Beispiel der kolumbianische 50.000-Peso-Schein diesem Werk gewidmet ist. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und dient heute Spanisch-Studenten auf aller Welt als Diskussionsobjekt. Diese Ausgabe von "Maria" ist die erste in deutscher Sprache. Ungekürzt, mit Innenfotos und Glossar.

Über den Autor

Der Autor wurde am 1. April 1837 in Cali/Kolumbien geboren. Nachdem er die Grundschule an seinem Geburtsort und in Popayan besucht hatte, besuchte er die weiterführende Schule in Bogota. Fünf Jahre später kehrte er in den Valle de Cauca zurück, auf das Gut seiner Eltern. Hier, in der Hazienda „El Paraiso“, sollen die meisten der in „Maria“ erzählten Erlebnisse stattgefunden haben. Mit sechzehn Jahren nahm Jorge Isaacs zum ersten Mal an einem Krieg teil, weitere sollten später folgen. Als Achtzehnjähriger heiratete er die damals vierzehnjährige Felisa Gonzalez Umana. Nach dem Tod seines Vater verwaltete Isaacs mit wenig Erfolg das bescheidene Vermögen der Familie. Bald zog er erneut nach Bogota, um sich der literarischen Gruppe „El Mosaico“ anzuschließen. 1866 begann er seine politische Karriere, zeitweise als Konsul in Chile. Während er, zurück im Cauca, als Inspektor für öffentliche Bauten tätig war, schrieb er heimlich an seinem ersten Roman „Maria“, der im Jahr 1873 schließlich veröffentlicht wurde. Aber das Glück hielt nicht lange an: Im selben Jahr änderte er seine politische Überzeugung, als radikal Liberaler wurde er Opfer einer unerbittlichen Verfolgung. Noch einmal versuchte er, Ordnung in sein Leben zu bringen, aber es war zu spät: Seine Geschäfte mit Bergwerken misslangen, auch auf seinen zahlreichen Reisen durch das Land gelang es ihm nicht, ein Vermögen aufzubauen. Die Literatur diente ihm dabei immer als Flucht aus dieser Realität, allerdings blieb seinen Gedichten und historischen Werken eben-falls der Erfolg versagt, die Roman-Trilogie „Tania“, „Camilo o alma negra“ und „Soledad“ blieb unvollendet. Im April des Jahres 1895 starb Jorge Isaacs in Ibague, verarmt, desillusioniert und ohne in seinem Leben daraus Nutzen ziehen zu können, dass er der Verfasser eines der berühmtesten Werke der lateinamerikanischen Literatur sein sollte.

Auszug aus Maria. Der Welterfolg aus Kolumbien. von Jorge Isaacs. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ich war noch ein Kind, als ich mein Elternhaus verlassen musste, um in Bogota zur Schule zu gehen; auf das berühmte Colegio von Doktor Lorenzo Maria Lleras, das trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits zu einem der bekanntesten geworden war.
In der Nacht vor meiner Abreise, nach einer der üblichen abendlichen Zusammenkünfte, kam meine Schwester zu mir ins Zimmer. Sie war nicht in der Lage, etwas zu sagen, weil das Schluchzen sie überwältigte. Sie schnitt eine Locke von meinem Haar ab; dabei spürte ich, wie ihre Tränen auf meinen Hals fielen. Ich musste an das Leid denken, das mich in der Zukunft erwarten würde, und darüber schlief ich ein.
Die Locke von meinem Kinderschopf, die Liebe, die mich vor dem Tod bewahren sollte, das Leben, das ich noch vor mir hatte ... all dies begleitete mich in meinen Gedanken in einen Traum. Einen Traum, in dem wie in einem Roman die schönsten Stunden meines jungen Lebens an mir vorüberzogen.
Am nächsten Morgen musste mein Vater mich, in Tränen gebadet, aus den Armen meiner Mutter ziehen. Meine Schwester trocknete meine Tränen mit ihren Küssen. Maria wartete geduldig, während sie ihre Abschiedsworte stammelte, bis sie sich mit ihrer errötenden Wange der meinen nähern konnte. Ich spürte ihre Haut, die wie erfroren wirkte, verursacht vom Abschiedsschmerz. Bald darauf folgte ich meinem Vater. Er versuchte, seine Augen vor meinem Blick zu verstecken. Und das Getrappel der Pferdehufe auf dem steinernen Pfad übertönte mein Schluchzen.
Der Fluss Zabaletas, dessen fruchtbare Ebene wir rechts liegen ließen, schien so etwas wie ein Abschiedsgemurmel von sich zu geben. Je weiter wir ritten, um so leiser und leiser wurde es.
Schließlich erreichten wir den Hügel, von dem aus wir sonst immer die Besucher erspähen konnten, wenn sie sich unserem Haus näherten. Nach wenigen Schritten drehte ich mich um, als wenn ich noch einmal einen von diesen lieben Besuchern erblicken könnte. Dabei sah ich Maria in der Ferne, umrahmt von den Kletterpflanzen, die das Schlafzimmerfenster meiner Mutter schmückten.
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