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Margarete Maultasch. Ein Frauenschicksal im späten Mittelalter
 
 
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Margarete Maultasch. Ein Frauenschicksal im späten Mittelalter [Gebundene Ausgabe]

Wilhelm Baum
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 749 Seiten
  • Verlag: Kitab; Auflage: Veränd. Neuaufl. (26. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902005432
  • ISBN-13: 978-3902005434
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

In Tirol müsste man mit ihrem Namen etwas anzufangen wissen. Denn die letzte Gräfin von Tirol, der man bereits zu ihren Lebzeiten im 14. Jahrhundert den Beinamen "Maultasch" anhängte, setzte die Habsburger zu ihren Erben ein. Nach Zustimmung der Landstände - der Vertreter des Adels, der Geistlichkeit, der Städte und der Bauern - trat sie 1363 von der Regierung des von mehreren Dynastien umkämpften Landes zurück und verbrachte ihren Lebensabend in Wien, wo sie 1369 im Alter von 51 Jahren starb. Sollten nicht auch die Wiener mit dieser Frau, die in den Machtkämpfen ihrer Zeit eine gewichtige Rolle spielte, etwas verbinden? Immerhin ist der 5. Wiener Gemeindebezirk nach ihr benannt. Mit diesen paar oberflächlichen Feststellungen wird man dem vorliegenden Buch natürlich nicht gerecht. Denn es ist ein wissenschaftliches Werk, aus Chroniken und zeitgeschichtlichen Quellen exakt, gründlich und mit Akribie erarbeitet und mit einem umfangreichen wissenschaftlichen Apparat (und auch ein paar schönen Farbbildern) ausgestattet. Das ist außerordentlich verdienstvoll, denn dem Autor gelingt es, das durch die Jahrhunderte überlieferte Bild von der "hässlichen Gräfin" zu korrigieren. Bücherschau Friedrich Weissensteiner (Bücherschau)

Mit Hilfe des tirolischen Adelsvertrieb die Gräfin den verhassten Luxemburger, um 1342 den Wittelsbacher Ludwig, Sohn Kaiser Ludwigs des Bayern und Markgraf von Brandenburg, zu heiraten. Diese wegen des nachfolgenden Bannes durch Papst Benedikt XII. sowie der Stellungnahmen Marsilius von Padua und Wilhelms von Ockham berühmte Skandalgeschichte nimmt Baum zum Ausgangspunkt. ... Das letzte Kapitel widmet sich der Rezeption der Legenden um Margarete von der dritten bayerischen Fortsetzung der Sächsischen Weltchronik , die 1365 erstmals den Beinamen Maultasch erwähnt, bis zu den Romanen des 20. Jahrhunderts. Ingrid Baumgärtner (Das Historisch-politische Buch 54,2006)

Kurzbeschreibung

Eine Frau im Mittelalter geht ihren eigenen Weg.
Am Allerheiligentag 1341 vertrieb die Tiroler Erbgräfin Margarete Maultasch ihren ungeliebten Mann Johann von Luxemburg, mit dem man sie als Kind vermählt hatte und heiratete Ludwig "den Brandenburger" von Bayern. Trotz Exkommunikation und Verunglimpfung als Hure und Ketzerin behauptete sie sich gegen eine jahrelange Verfolgung durch das Papsttum zu Avignon und den Klerus. Nach dem Tod ihres Sohnes übergab sie das Land Tirol Herzog Rudolf IV. von Österreich, dessen Familie sie im Kampf um die Selbstbehauptung unterstützt hatte. Ihre Lebensentscheidungen erregten derartiges Aufsehen, dass ihr Bild in der Geschichte von Hass und Antipropaganda entstellt wurde. Jakob Grimm fügte das Motiv der "Maultasch" (= "Hure") 1816 in seine "Deutschen Sagen" ein; auf diese Weise blieb das Thema allgemein bekannt. Lion Feuchtwangers Roman "Die häßliche Herzogin" dokumentiert das Interesse an Margarete auch im 20. Jahrhundert. Leider sind nur sehr wenig e Urkunden usw. erhalten, sodass der Biograph in erster Linie auf die - nicht immer objektiven - Zeugnisse der Zeitgenossen angewiesen war. Die "erste Ehescheidung des Mittelalters" sicherte der streitbaren Gräfin einen Platz unter den "Frauen des Mittelalters". Die Resonanz dieser Ereignisse reichte von Italien (Giovanni Villani) bis nach Norddeutschland. Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um die erste Biographie einer österreichischen Landesfürstin im Mittelalter.

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Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch bietet einen profunden und zugleich höchst lesbaren Überblick über die Geschichte Klagenfurts. Es legt besonderen Augenmerk auf die Geschichte des intellektuellen Lebens in einem Gebiet, in dem drei Kulturen zusammenfließen.
Die Tatsache, dass das Buch problematische Aspekte der Kärntner Geschichte nicht ausspart, sondern thematisiert -- im erfrischenden Gegensatz zur offiziellen Landesgeschichtsschreibung --, hat zu einigen Kontroversen in geführt. Dass es sein Ziel sei, zur Korrektur eines heimelig-völkischen Kärntenbildes beizutragen, das problematische deutschnationale, konservativ-klerikale und aufklärungsfeindliche Traditionen verdrängt bzw. idealisiert, sagt der Autor klar: Protestantenvertreibung, Metternich-Staat, Unterdrückung fortschrittlicher Kunst im 20. Jhdt. werden ausführlich dargestellt, vielfach mit neuen und wichtigen Einsichten.

Gerade durch diese Schwerpunktsetzung gewinnt die Lokalgeschichte exemplarische, über regionale Begrenzungen hinaus verallgemeinerbare Bedeutung, und hierin liegt die entscheidende Stärke des Buchs: Die eindrucksvolle Dokumentation der Tatsache, dass Provinzialismus keine Frage von geographischer Lage (zwischen Tauern und Karawanken) ist, sondern Resultat bewußter, reaktionärer Machtpolitik (Gegenreformation, Polizeistaat, Diktatur, Parteiprotektion), die sich geistige Isolation und verzögerte Aufklärung zu nutze macht und diese aktiv befördert. Baum zeigt nämlich, wie im Kontrast dazu reges geistiges und kulturelles Leben auch in Kärnten nicht völlig unterdrückt werden konnte und in liberaleren Phasen auch sogleich erwachte: Die intellektuelle Blüte unter den reformierten Ständen, der mit den Zentren der deutschen Aufklärung vernetzte Herbert-Kreis, der Nötscher Kreis oder die (exilierten) Kärntner Literaten des 20. Jhdts. Wilhelm Baums Klagenfurter Lokalgeschichte wird vor allem auch durch diesen Kontrast bedeutend, spannend - und nährt zarte Hoffnung für die Zukunft der Region.

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