als einer der Kommandanten des Warschauer Aufstands im jüdischen Ghetto, als Kämpfer im Warschauer Aufstand des polnischen Widerstands. Und inzwischen, entgegen dem Klappentext, weilt dieser Mensch leider auch nicht mehr unter uns.
Marek Edelman hat selbst mehrere Bücher geschrieben, in denen er seine Erfahrungen und Erlebnisse aus der Zeit des zweiten Weltkriegs, der Besatzung Polens, der radikalen, verbrecherischen Verfolgung und Vernichtung der Juden unter der deutschen Besatzung und insbesondere aus dem Warschauer jüdischen Ghetto (Das Ghetto kämpft) beschrieben hat.
In diesem Buch haben die beiden Autoren Witold Beres und Krystof Burnetko nicht nur die Inhalte von Edelmans Büchern sondern auch Interviews und Artikel von Edelman einem Dialog ähnlich mit zusätzlichen Informationen ergänzt, und lassen Marek Edelman zu den ergänzten Ereignissen aus dessen Sicht Stellung nehmen. So entsteht ein interessantes Kaleidoskop zeitgeschichtlicher Beschreibungen und der Sicht eines Zeitzeugen auf diese einschliesslich seiner eigenen Darstellungen und Bewertungen. Gerade weil sich Marek Edelman selbst in gewisser Weise gegen romantisierende oder heroisierende Beschreibungen des Widerstands und der Verfolgung wendet, kann in diesem Buch auf interessante Weise mitverfolgt werden, wie sich auch seine eigene Sichtweise und Bewertungen in manchen Dingen im Lauf der Zeit etwas verändert haben. Dabei ist seine Sicht zwar durch seine damalige Mitgliedschaft im jüdischen Arbeiterbund geprägt, aber dennoch differenziert gegenüber anderen politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen.
Ich muss gestehen, dass ich das Buch erst zur Hälfte gelesen habe. Der zweite Teil befasst sich mit der Nachkriegszeit in Polen und Osteuropa, auf den ich nach der gelesenen ersten Hälfte schon sehr gespannt bin.
... inzwischen haben ich auch den zweiten Teil gelesen: es befasst sich mit der Entwicklung jüdischen Lebens im kommunistischen Nachkriegspolen und auch generell mit den Bedingungen die das kommunistische Regime seinen Bürgern bot. Das Buch liefert einen interessanten Einblick, der wahrscheinlich auch einige Besonderheiten der polnischen Politik, z.B. auch ihres Verhältnisses zu Deutschland und Europa, verstehen hilft.