Die Geschichte dürfte ja durch die Medien bekannt sein, ich hatte sogar bereits die Möglichkeit, den Film zu sehen.
Marco W. hat gemeinsam mit seinen Eltern einen unbeschwerten Urlaub an der türkischen Riviera genossen. Doch kurz vor der Abreise geschieht das Unfassbare. Der 17-Jährige wird am letzten Urlaubstag verhaftet. Er soll eine minderjährige Britin vergewaltigt haben. Marco W. muss ins Gefängnis. Immer wieder steht er vor Gericht, immer wieder wird ein Urteil vertagt. Erst nach 247 zermürbenden Tagen, die Marco unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem türkischen Gefängnis verbringt, darf er wieder nach Deutschland und zu seiner Familie zurück...
Sat. 1 hat aus Marcos Erlebnissen einen sehenswerten Film produziert. Das Drehbuch hält sich eng an der Vorlage, in der Marco Weiss seine Haft beschrieben hat. Regisseur Oliver Dommenget produzierte einen Film, der ohne jegliche Gerüchte auskommt, sich nur auf die bekannten Fakten bezieht. Besonders erwähnenswert ist, dass bei diesem tollen Film davon Abstand genommen wurde, den Inhalt zu überladen. Aufgrund der Fülle an Informationen und Möglichkeiten hätte auch die Möglichkeit bestanden, ein überlanges Drama zu produzieren. Die Länge von 110 Minuten ist allerdings völlig angemessen. Grunde nicht mehr viel passiert, vermeiden Buch und Regie jeden Leerlauf. Der Film konzentriert sich im Wesentlichen auf das Gefängnis und den Gerichtssaal. Hierbei wurde auf jeglichen Kitsch verzichtet, die Gefängnisszenen wurden schonungslos realitätsnah dargestellt. Die erdrückende Stimmung wurde zudem, sehr gut umgesetzt, durch düstere und kühle Farben erzeugt.
Aus dem Cast ist besonders Vladimir Burlakov zu erwähnen. Burlakov verkörpert absolut überzeugend Marco Weiss. Sein Schauspiel ist so überzeugend gut, dass man ihm seine Rolle zu jeder Sekunde voll abnimmt. Zudem ist zu erwähnen, dass auch große deutsche Stars mit an Bord geholt wurden, wie z. B. als Marcos Eltern Veronica Ferres und Herbert Knaup.
Fazit:
Ein absolut überzeugender, gelungen inszenierter TV-Film nach einer wahren Begebenheit. Unbedingt zu empfehlen!