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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessant und authentisch,
Rezension bezieht sich auf: Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast (Gebundene Ausgabe)
Das Buch von Marco W. unterscheidet sich im Stil von anderen Erlebnisberichten. Es gibt viele Wiederholungen und wirkt an einigen Stellen unbeholfen. Und trotzdem: Der Bericht ist gut.
Warum? Man muss sich bewusst machen, dass ein Achtzehnjähriger den Text verfasst hat. Man kann natürlich nicht wissen, wieviel ihm dabei geholfen wurde. Es wirkt jedenfalls so, als hätte er es relativ eigenständig verfasst. Im Gegensatz zu anderen Biografien oder Tatsachenberichten liest sich das erfrischend, denn bei vielen anderen Berichten, merkt man in jeder Zeile, dass es von einem professionellen Autor kommt, der die stilistischen Griffe (Humor, Spannungsaufbau etc.) kennt und anwendet. Dies liest sich auf Dauer aber auch abgenutzt und fortwährend denkt man: Mein Gott, diese Person denkt und schreibt bestimmt nicht so, das ist aber künstlich (siehe das Buch von Natascha Kampusch). Die Erlebnisse im türkischen Gefängnis sind sehr interessant. Marco schildert eine vollkommen andere Welt, von der man glaubt, dass man sie nie betreten wird. Bewundernswert ist die Reife, die der damals 17-Jährige zeigt. Er weiß, dass er sich mit allen gut stellen will, dass er sich fügen muss, um zu überleben. Trotz der vielen üblen Mitgefangenen konnte er doch einige Freundschaften schließen und seine eigenen Haftbedingungen verbessern. Wer die Fotos aus dieser Zeit von ihm kennt, weiß wie abgemagert er aussah mit dunklen Ringen unter den Augen. Trotzdem hat er behauptet, ihm ginge es gut. In dem Buch erfährt man, dass er durch den Gefängnisdirektor gezwungen wurde, das zu sagen. Außerdem wollte er seine Eltern nicht noch mehr belasten. Dass er trotz seine Verzweiflung noch an andere gedacht hat und immer den Umständen entsprechend sich verhalten hat, zeigt, dass er enorme Reife, Vernunft und Empathie besitzt. Daher schadet dem Buch auch nicht, dass manche Stellen sehr jugendlich, naiv und überflüssig wirken. Im Gegenteil. Es hätte dem Buch mehr geschadet, perfekt zu sein und dabei seine Authentizität zu verlieren. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Hafterfahrungen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast (Gebundene Ausgabe)
Unerwarteter neuer Medienrummel um "Marco" ließ mich dessen Buch mit gewisser Skepsis lesen. Fragen bleiben, die Skepsis ist verflogen. Das Buch liest sich authentisch und über weite Passagen spannend. Nach dem Medienhype im letzten Jahr war es informativ und packend, die eigenen Empfindungen und Sichtweisen von Marco zur Kenntnis zu nehmen. Es bleibt die Frage, ob der Autor sich mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung einen Gefallen getan hat. Man kann nur hoffen, daß die in der Türkei befaßte Gerichtbarkeit die persönlichen Gefühle des Betroffenen von den juristisch zur Beurteilung vorliegenden Sachverhalten getrennt hält. Dass der Autor die Zeit seiner Inhaftierung als schrecklich empfunden hat und dieses auch so ausspricht, liegt auf der Hand. Dass er trotzdem zu vermitteln versucht, daß dadurch seine guten Erfahrungen mit türkischen Freunden und seine grundsätzliche Zuneigung zu dem Land und Leuten nicht überlagert wird, ist erfreulich.
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51 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wichtiges Buch, eines das man gelesen haben muss!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch gestern durchgelesen, sozusagen in einem durch, weil ich es nicht weglegen konnte. Marco bedient sich eines sehr direkten Sprachstils, der einfach und verständlich ist und dabei sehr glaubhaft und absolut authentisch wirkt. Das Buch nimmt einen sofort gefangen und stimuliert die eigene Vorstellungskraft bis zum fast unerträglichen. Fast glaubt man, den ganzen Gestank selber zu riechen, die unerträgliche Hitze selber zu spüren. Seine Verzweiflung reißt einen mit, die eigenen Gefühle gehen auf Achterbahnfahrt. Marco lässt nichts aus, nimmt einen mit auf einen Trip der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Dinge, die man im Fernsehen gehört und in der Zeitung gelesen hat, stellen sich plötzlich ganz anders dar. Von wegen das Essen sei gut, usw. Das Buch lässt einen sehr nachdenklich, niedergeschlagen und auch wütend zurück. Wie ist so etwas nur im Namen des Rechts und eines angeblichen Rechtsstaates möglich? Es erscheint einem zudem unglaublich, wie ein Staat Untersuchungshäftlinge im Allgemeinen und einen Minderjährigen im Besonderen so vorabbestrafen kann. Wie soll ein Unschuldiger damit klar kommen? Das Buch ist daher auch über den Fall hinaus von hoher Bedeutung.
Das Buch ist ein muss, natürlich für seine vielen Unterstützer, die sich zum Teil namentlich in dem Buch wiederfinden (darunter auch mein Name als Bildquelle für zwei Bilder) und erleben dürfen, was ihre verschiedenen Aktionen für Marco bedeuteten. Aber auch für alle, die den Fall mehr oder weniger interessiert verfolgten, ist das Buch sehr zu empfehlen, schon als Abgleich und Ergänzung zwischen Medienberichten und Wirklichkeit. Ganz besonders zu empfehlen ist das Buch aber für alle, die Marco immer noch für schuldig halten. Denn wer glaubt, öffentlich über Marco herfallen und urteilen zu können, sollte zumindest erst einmal seine Version der Geschichte und seinen Leidensweg kennen. Es wurde viel darüber diskutiert, ob man dieses Buch jetzt und überhaupt veröffentlichen darf. Man darf, denn wenn das Buch die Wahrheit beschreibt, dann gibt es auch keinen Grund, diese zu verschweigen. Wenn alle meinen, das Recht zu haben über Marco Weiss zu schreiben, dann hat er selber erst recht das Recht seine Sicht der Dinge dagegen zu stellen. Ist das Buch zu empfehlen. Ja, unbedingt! PS: Marco ruft in seinem Buch dazu auf, sich typisieren und in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eintragen zu lassen, um seinem an Leukämie erkrankten Vater zu helfen. Obwohl dieser Spender inzwischen für Marcos Vater gefunden wurde, sollte sich jeder Leser berufen fühlen, diesem Aufruf nachzukommen, um auch anderen Kranken zu helfen. Immerhin war diese Hilfsaktion ein wichtiger Grund für die vorgezogene Veröffentlichung des Buches. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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