Ich stelle mir die beiden Autoren als kenntnisreiche und sympathische Menschen vor, aber die Sehenswürdigkeiten eines Nachbarlandes mit einer größeren Fläche als Italien auf 73 schmalen Seiten zu präsentieren, das funktioniert einfach nicht. Richtig gelesen, von den 136 Seiten beschäftigt sich nur etwa die Hälfte mit den Regionen, der Rest sind allgemeinere Infos. Wer absolut nicht mit den vielen Polen-Überblicken im Internet zurecht kommt, kann mit diesem Büchlein vielleicht feststellen, ob er überhaupt dorthin will. Dann wird er sicher nicht im ganzen Land (vergleichsweise also von Sizilien und Sardinien bis zu den Alpen) Urlaub machen, sondern sich eine bestimmte Region aussuchen, über die er bei Marco Polo eine kleine subjektive Auswahl von Kneipen- und Museumsvorschlägen erhält. Der enthaltene Reise-Atlas (welch hochtrabende Bezeichnung für den gebotenen Maßstab) ähnelt der Polen-Karte, die von vielen Fremdenverkehrsbüros gratis verteilt wird, außerdem bräuchte man sowieso noch eine detaillierte Landkarte über die als Ziel ausgewählte Region.
Fazit: Ein grober Überblick über ein stellenweise (Seenlandschaften, Waldkarpaten, Kopernikus und Kreuzritter) sehr lohnenswertes Reiseland, der in ähnlicher Form auch schnell im Internet gewonnen werden kann. Dass das zugegebenermaßen sinnvoll gegliederte Büchlein in einer anderen Rezension als umfangreich bezeichnet wird, kann ich absolut nicht nachvollziehen.