...und wo das Wasser ist, da ist das Leben. Wo das Leben ist, da ist auch die Liebe." So beginnt Dennis Rabaglias Film -Marcello, Marcello-. Wir schreiben das Jahr 1956 auf der kleinen Insel Amatrello. Deren Bewohner halten an einer Tradition fest, die nicht nur Glück auf die Insel brachte. Wenn ein Mädchen 18 Jahre alt wird, dürfen die Jungen des Dorfes deren Vater Geschenke bringen. Das Geschenk, das den Vater am meisten gefällt, beschert dem Schenkenden ein Date mit der Tochter.
Marcello(Francesco Mistichelli), der Sohn des Fischers Mariano(Antonio Pennarella) macht sich nichts aus dieser Tradition. Sie hat schon dafür gesorgt, dass sein Vater und seine Mutter unglücklich wurden. Aber dann kommt Elena(Elena Cucci), die Tochter des Bürgermeisters zurück auf die Insel. Ihr Geburtstag steht bevor. Bei ihrer Ankunft am Hafen verliebt Marcello sich Hals über Kopf in Elena. Jetzt gilt es, das richtige Geschenk zu finden. Ohne Geld in der Tasche ist das schwierig. Aber Marcello hat einen Plan. Der beginnt mit einem Hahn und führt anschließend über zwei Flaschen Limoncello, zwei Hochzeitskleider, einen Revolver, Rock and Roll Schallplatten, der Gottesstimme und ein Gemälde hin zu Elena...oder vielleicht doch nicht? Bis es soweit ist, strapaziert Marcello nicht nur die Nerven seiner Freunde Pasquale(Luigi Petrazzuolo) und Diego(Luca Sepe). Er muss sich auch mit dem aalglatten Armando(Alfio Alessi) auseinandersetzen und gleichzeitig den Schlachter, den Priester, den Professor, den Bürgermeister, den Frisör und die Schneiderin auf die Palme bringen. Eigentlich ein bisschen viel für einen 19jährigen. Aber wenn es um die Liebe geht...
-Marcello, Marcello- beginnt langsam und kommt nur ein wenig holprig in die Erzählspur. Mit jeder Minute Spielzeit schafft Dennis Rabaglia es dann aber uns an die Geschichte zu binden. Er lässt kein Vorurteil aus, das wir über Italien und seine Bewohner haben und schafft es dabei doch, alle Beteiligten sympathisch und liebenswürdig(wenn auch hier und da ein wenig schräg) darzustellen.
Die Tauschgeschichte, die Marcello das Glück bringen soll, ist gut erzählt und wir wissen nie, wie das ausgehen wird. Als Vorlage diente Mark David Hatwoods Buch -Marcellos Date-. Die Umsetzung des Romanstoffs untermalt Rabaglia mit traumhaften Landschaftsaufnahmen, einer liebevollen Requisite und passender Musik.
Bei -Marcello, Marcello- geht es um die Kraft der Liebe. Poesie, Bestimmung, Gefühle und die Einsicht, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, spielen eine Rolle. Vor allem aber geht es um die Menschen von Amatrello im Allgemeinen und Elena und Marcello im Speziellen. Sie sollten sich diesbezüglich nicht auf eine Actionkomödie oder etwas ähnliches freuen, sondern dürfen in Erwartung einer schönen Erzählung alten Stils in "moderner Umsetzung" die DVD in den Player schieben. Wer für diese Art romantischer Filme eine Ader hat, dem wird -Marcello, Marcello- ganz sicher gefallen.