Die Proustsche "À la recherche du temps perdu" ist ein Kunstwerk. Und Kunstwerke spielen in diesem epochalen Roman eine sehr wichtige Rolle. Es sollen wohl etwa 200 Werke sein, die Marcel Porust in seinen Roman "eingearbeitet" hat. Da ist nicht nur das berühmte "Spargelbund" von Edouard Manet - von Proust dem fiktiven Maler Elstir zugeschrieben. Vermeers Ansicht von Delft beschäftigt heute noch Kunstexperten und -liebhaber auf der Suche nach dem "kleinen gelben Mauerstück" - im fünften Band der "Recherche" an prominenter Stelle.
Und so gibt es noch vieles zu entdecken in Eric Karpeles "Marcel Proustt und die Gemälde aus der 'Verlorenen Zeit'". Für Proust war Kunst eine Art Lebenselexier. Er hat sich sein ganzes Leben lang damit beschäftigt und es nahezu zum Experten gebracht; wie nicht zuletzt die kongeniale Übersetzung von Ruskins "The Bible of Amiens" beweist. Und so war es nur natürlich, dass auch in der "Recherche" Kunst eine entscheidende Rolle spielt. Aber welche, an welchem Ort, in welchem Zusammenhang? Hier hilft dem neugierigen Proustianer Eric Karpeles auf die Sprünge. Für die Musik steht Vintieul, für Kunst im Allgemeinen Bergotte und für die Malerei Elstir. Sie bringen ihr Theorien zu diesem und jenem ein - und bringen sie ein in Literatur, wie nur Proust sie versteht.
Karpeles führt den Leser hervorragend und kenntniuisreich durch die Theorien, vor allem aber durch die Bilder. Dieses Buch ist wie der Gang durch ein kleiens wunderbares Museum - ein Proustsches Museum.