Und endlich paßt mal wieder alles zusammen. Ein Marillion-Album zum wegschmelzen. Eine Scheibe, nach der man sich eigentlich nur noch auflösen kann, weil das der Höhepunkt sein muß. Und wir wußten alle daß sie das können. Schon 1987 in Hannover bescherten sie mir mein bis heute drittschönstes Konzerterlebnis. Auch "Seasons End" und "Brave" waren nah dran.
Aber dann immer wieder diese Grottenalben die meilenweit unter den Möglichkeiten der Band lagen. "Radiation" z.B. tat richtig weh. Natürlich gab es auf jedem neuen Album gute Ansätze und starke Songs, natürlich war jede Tour ein Happening, weil die Jungs einfach begnadete Musiker sind. Aber es war eigentlich immer klar, daß da einfach viel mehr möglich war.
"Marbles" ist der Beweis dafür. Das Ding ist derart konstant auf höchstem Niveau, daß man es kaum aushält. Wer sich zuvor noch nicht an vollständiger Reizüberflutung verabschiedet hat, müßte spätestens bei der überirdischen Schlußnummer "Neverland" ohnmächtig werden. Und ich denke daß einzig die Herbst-VÖ von Porcupine Tree noch verhindern kann, daß Marillion das Album des Jahres 2004 abgeliefert hat.
Ach, und noch was: Erzählt es Allen, damit "Marbles" wenigstens mal für eine Woche in der Top Ten landet.