Pressestimmen
"Der Band, der mit Fotos großzügig ausgestattet ist, füllt eine Lücke der Forschung. [...] So ist zu hoffen, dass entsprechende und ähnliche Unternehmungen dadurch angeregt werden und noch mehr regionale Zusammenfassungen der kaiserzeitlichen Plastik aus dem Osten des römischen Reiches folgen. Das wird nicht nur die Erfassung der kaiserzeitlichen Plastik und des Kunsthandwerks befördern, sondern auch die weitergehende historische Auswertung erleichtern. " THETIS (Mannheimer Beiträge zur Klassischen Archäologie und Geschichte Griechenlands und Zyperns) Bd. 5/6, 1999
Kurzbeschreibung
Marmorstudien haben in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Der Post-Modernismus des ausgehenden Jahrtausends ließ zunehmendes Interesse an diesem Material in Baudenkmälern, im Alltagsleben und in der Forschung entstehen. Studien über Marmorabbau, Transport, Handel, Einflüsse der Kunst, die Rolle der Handwerker und schließlich interdisziplinäre Studien auf den Gebieten der Gesteinskunde, der Chemie und Physik haben zunehmende Beachtung gefunden. Bisher stand in Israel Marmor nur selten im Mittelpunkt des Forschungsinteresses und wurde meist zusammen mit anderen Gesteinsarten untersucht. Gemeinsame Forschungsprojekte, die von Archäologen, Kunsthistorikern und Chemikern initiiert wurden, ließen die Idee entstehen, Marmor, der als»Visitenkarte«für dieses Gebiet gilt, im zeitlich und geo-politisch begrenzten Rahmen der römischen Provinz Palästina zu untersuchen. Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um die erste dieser Art, die auf eine geo-politische Einheit begrenzt ist. Der Schwerpunkt dieser Studie liegt auf der Darstellung und Untersuchung von Marmor-Objekten in der Architektur, in Skulpturen und Sarkophagen aus dem Israel der römischen Kaiserzeit, vor dem Hintergrund der sozio-politischen Einbindung Palästinas und seiner Beteiligung am römischen Marmorhandel. Der Verbrauch von Marmor in Palästina im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr., der vollständig durch Importe gedeckt wurde, stellt einen Mikrokosmos dar, der den Makrokosmos des kaiserlichen Systems von Marmorabbau und -handel auf regionaler Eben widerspiegelt. Dieser Einfluß auf das römische Palästina zeigt sich deutlich in einer Vermischung von Imitationen, Luxus und Ideologie.