Auf den Kanarischen Inseln ist dieser Roman schon seit den 70er Jahren bekannt und sogar auf der Leseliste der Schulen, doch in deutscher Übersetzung erschien er erst im letzten Jahr. Dabei hat Arozarena seinen Lesern viel zu bieten: ein großartiges landschaftliches Panorama der Insel Lanzarote, ihrer Berge und Dörfer und ihrer Strände und Einsamkeit. Und auch die Menschen, die auf dieser Insel leben, werden einfühlsam porträtiert. Da gibt es im Dorf Femés den buckligen Marcial, etwas zurückgeblieben und doch bauernschlau, den Kneipenbesitzer Isidro, bei dem sich alle Männer des Dorfes jeden Tag versammeln, und Alfonso, der jahrelang auf Kuba als Landarbeiter beschäftigt war. Vor allem aber ist da Mararía, eine alte, dunkel gekleidete und dennoch wunderschöne Frau, um die sich viele Geschichten ranken. Fast jeder der Dorfbewohner gibt so eine zum besten, und allmählich vervollständigt sich das Bild nicht nur der Frau, sondern der gesamten Gesellschaft, die noch immer alten, mystischen Traditionen verhaftet ist. Ein phantastisches Buch, das mich in eine völlig andere Welt entführt hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)