Als Singer/Songwriter hat man es nicht leicht. Wie (er)finde ich mich innerhalb dieses Genres immer wieder neu, halte meinen Sound interessant? Diese Frage wird erst redundant, wenn mindestens eines der namensgebenden Elemente absolut sitzt: das Songwriting, viel mehr noch als das Singen. Für Damien Jurado stellt sie sich erst gar nicht. Der Mann aus Seattle legt einfach sein bereits elftes Album vor, das mit perfekt produzierten, eingängigen und trotzdem ausgefallen arrangierten Perlen punktet. Obwohl Stücke wie "Nothing ist the News" oder "Life away from the Garden" es nicht nötig hätten, frischt er sie mit saftigen Bluesjams oder Kinderchören auf. Der leichte 70er-Touch und seine Jurados dezent nasale Erzählerstimme - hier passt alles perfekt zusammen und schließt nahtlos an den fabelhaften Vorgänger "Saint Bartlett" an. Wer solche Songs liefert, muss sich wirklich nicht neu erfinden. (ms)