17.06.2004 Lesbenstern von Daggi und Margit
Ein Buch zwischen Realität und Traum, auf das frau sich einlassen können muss. Mara, angehende Krankenschwester, absolviert ein klinisches Praktikum in der Psychiatrie. Ihre anfänglichen Bedenken, ob sie den Anforderungen gewachsen sein wird, die Erleichterung, in Eva nicht nur eine nette Kollegin sondern auch eine gute Freundin gefunden zu haben, werden nachvollziehbar geschildert. Dann erscheint die Gärtnerin, eine geheimnisvolle Gestalt, die bei Mara ein Kribbeln zwischen den Schulterblättern auslöst. Kurz nach dieser Begegnung beginnen Maras Träume von einer idealen, frauenbestimmten Welt, in die Artäa sie einführt und fortan begleitet. Diese ständig wiederkehrenden Träume lassen Mara mehr und mehr zu sich selbst finden und helfen letztendlich den erlebten sexuellen Missbrauch, den sie bisher verdrängte, zu verarbeiten und offen zu sein für ihre große Liebe. Bei manchen mag die zunehmende Konfrontation mit mystischen Inhalten eine gewisse Abwehr auslösen, wer jedoch für diese Thematik empfänglich ist, erhält ein spannendes, phantasievoll geschriebenes, außergewöhnliches Buch, das einen in den Bann zieht und auch noch nach dem Lesen gedanklich nicht so schnell los lässt.
17.02.2004 von Sappholina
Selbstverwirklichung, Freundschaft, Hoffnung und Liebe. Themen, die sich auch täglich in den Sappholina Kontaktanzeigen finden - ganz offensichtlich Elemente menschlicher Grundbedürfnisse. Nicht nur bei Lesben.
Mara, die Protagonistin, tritt ein Praktikum in einer psychiatrischen Klinik an. Eine Tätigkeit, die ihr nicht nur neue Kontakte, sondern auch eine Fülle neuer Eindrücke beschert. Die Begegnung mit einer mysteriösen Frau lässt sie eintauchen in eine phantastische Traumwelt uralter, weiblicher Zivilisation. Mit Hilfe der positiven und intensiven Kontakte in der Anderswelt findet sie zu ihrer eigenen Gefühlswelt, entdeckt Vergangenes, Verborgenes, das sie nun endlich bewältigen kann.
Ein Buch auch über Coming Out im besten Sinne, über das schöne, harmonische Lesbenleben, den Einklang von Mensch und Natur, über Perspektiven, Lebensgestaltung und Phantasie.
Inspiriert wurde die Autorin vom archaischen Ambiente auf der griechischen Insel Kreta, wohin sie sich nach 20 Jahren Großstadtleben in Berlin mit Gefährtin und Tieren zurückgezogen hat.
14.02.2004 Dyke World
Abgesehen von wenigen Lektoratsmängeln stellt das Buch eine gute Lektüre mit einigen Anregungen für die geneigte Leserin dar. Insbesondere ein wunderbar poetischer Beginn des Kapitels "Der Wind" (S. 124) und eine hinreißende Diskussion über Sinn und Zweck des Bungee Jumpings (im Buch heißt das Bungie Jumping und findet sich auf den Seiten 97 und 98) sind bemerkenswert. Die Theorien und Interpretationen der Autorin zur geschichtlichen Entwicklung unserer heutigen (Parallel-)Kultur aus dieser matriarchalen Frauenkultur heraus sind zum Teil mit viel Witz und Phantasie geschrieben (z.B. die "wahre Geschichte" der Circe) und machen das Buch trotz der zuvor genannten Schwächen lesenswert!
© heaven
01.02.2004 von Lesarion
Eines der wenigen Bücher im Selbstverlag, die ich kenne, bei dem sich das Kaufen lohnt - für Fantasy-Fans zumindest. Die Autorin schafft es, die Traumwelt mit der realen Welt nahtlos zu verknüpfen. Mit deutlichen Auswirkungen auf Maras "reales" Leben, aber zum Glück ohne überflüssige - in solchen Fällen oft verwendete - Dramatik. Mara macht durch ihre Traumwelt eine große Entwicklung durch, die in der "realen" Welt durch eine neue Freundin und deren Umfeld hervorragend ergänzt und unterstützt wird. So findet sie zu sich selbst, wird wieder eins mit sich. - Schön erzählt!
Kurzbeschreibung
Mara, die lesbische Hauptfigur des Romans MARA und die Feder des Domai, macht eine Ausbildung zur Krankenschwester. Was ihr am meisten widerstrebt tritt ein: Sie muss ein Praktikum in der Psychiatrie absolvieren. Gleich am ersten Tag begegnet ihr eine mysteriöse Frau, die bei Waldarbeiten in einer Höhle entdeckt und von der Polizei in die Klinik eingewiesen wurde. Niemand kennt ihre Herkunft. Keiner weiß, wer sie ist. Sie spricht kein Wort. Alle nennen sie nur Gärtnerin, weil sie sich im Freien aufhält und Kräuter sammelt. Mara ist von der schweigsamen Fremden, deren Blick sie tief berührte, fasziniert. Insgeheim gibt sie ihr den Namen Mystiria.Dann beginnen nachts Träume: Mara trifft in sonnigen Gefilden auf die anmutig kraftvolle Artäa. Sie ist Teil einer uralten, weiblichen Zivilisation, die jenseits von Raum und Zeit existiert. Artäa nimmt Mara mit auf die Reise, lässt sie an Zeremonien teilhaben und stellt sie der weisen Ajagalis vor, an welcher das Alter keine Veränderung bewirkt.Ajagalis und Artäa helfen Mara ihre Angst zu überwinden. Sie erinnern sie an verborgenes, geheimes Wissen. Mara entdeckt ihre ursprünglichen Gefühle, die Liebe zu den Frauen und findet den Weg, furchtlos und selbstbestimmt zu leben.
Über den Autor
Die Autorin erblickte im Januar 1958 in Deutschland das Licht der Welt und wuchs im Schwabenland auf. Ihr Name MARIA stammt aus dem christlich geprägten Umfeld der frühen Kinderjahre. Das griechische Wort ELEFTHERIA dagegen bedeutet Freiheit. Diese lebt sie: selbstverständlich, phantasievoll und stets mit einem Lachen im Gesicht.Das Leben ist ihr zu kurz, um es im Strom der Alltäglichkeiten zu verlieren. Deshalb zog Maria Eleftheria nach zwanzig Jahren Berlin ans südliche Ende Europas, auf die Insel Kreta. Sie erwarb mit ihrer Gefährtin ein traditionelles Steinhaus, das sie eigenhändig restaurierten. Fünf Katzen und drei Hunde haben dort ebenfalls eine Heimat gefunden. Maria Eleftheria genießt das geliebte Meer und hört auf die Sprache der Steine, die ihr geheimnisvolle Geschichten von dieser Insel erzählen.Das archaische Ambiente des Ortes, der in jedem Baum, Fels und Frauengesicht die matriarchale Mythologie ausstrahlt, inspirierte die Autorin zu ihrem Debütwerk MARA und die Feder des Domai aus der AJAGALISGROUP 2004.