Jeder hat von Maos Langem Marsch gehört, aber Wenige wissen Genaueres über ihn. Die chinesische Schriftstellerin und Filmproduzentin Sun Shuyun legt mit "Maos Langer Marsch - Mythos und Wahrheit" eine Geschichte dieses Gründungsmythos der Volksrepublik China vor. Ihr Buch ist flüssig und lebhaft geschrieben - wobei ihm sehr zugute kommt, dass die Autorin den Langen Marsch nachgereist ist. An vielen Orten spürt sie Veteraninnen und Veteranen des Langen Marsches auf, die mit ihren bewegenden Erinnerungen die ideologisch verkrustete offizielle Darstellung des Langen Marsches aufbrechen und die Nöte, Hoffnungen, Entbehrungen, Leiden und Konflikte der Teilnehmer des Langen Marsches lebendig werden lassen. Ihre Darstellung gewinnt dadurch sehr an Glaubwürdigkeit. Das Ganze - die Fernsteuerung der chinesischen durch die russische Kommunistische Partei, die politischen Intrigen, die immer wieder zu grausamen "Säuberungen" führten, die Rivalitäten, die bis dahin Verbündete plötzlich ins Abseits stellten, der Opportunismus, mit dem sich Mao der Dienste skrupelloser Warlords versicherte - das ist nicht wirklich verstehbar. Auch die Einzelschicksale sind nicht immer verstehbar, aber zumindest nachzufühlen. Sie machen dieses Buch zu einem besonderen.