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Mao: Das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Volkes
 
 
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Mao: Das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Volkes [Broschiert]

Jung Chang , Jon Halliday
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer gedacht haben sollte, über Mao Tse-tung sei im Wesentlichen alles gesagt, hat sich gründlich getäuscht! Im Gegenteil nämlich dürfte vieles, nein: das meiste, was in der Vergangenheit über Mao publiziert wurde, aufgrund dieses grandiosen Buches von Jung Chang und Jon Halliday als überholt gelten. Man wird sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wenn man voraussagt, dass diese Arbeit auf Jahrzehnte hinaus als die Mao-Biografie Bestand haben wird.

Mit Maos Lebensgeschichte resümieren die Autoren des klug gegliederten Bandes zugleich die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert. Schritt für Schritt folgen wir Maos Weg vom schwer erziehbaren Schüler in das Zentrum der Macht. Die Lektüre entlarvt den chinesischen Revolutionsführer außer als einen Mann, den der Anblick sich gegenseitig erschlagender Bauern körperlich erregte, als einen ökonomischen Analphabeten sonder gleichen: Während die eigene Bevölkerung Not litt, unterstützte Mao befreundete Länder, deren wirtschaftliche Situation zum Teil deutlich besser war als die eigene, chinesische Waffenlieferungen erfolgten in aller Regel ohnehin zum Nulltarif, die Rückzahlung von gewährten "Krediten", die zu gewähren man sich eigentlich überhaupt nicht leisten konnte, wurde von befreundeten Staaten nicht erwartet. Und selbst die nach der bisher einhelligen Lesart ihm zuzurechnenden militärisch-strategischen Leistungen, wie namentlich der "Lange Marsch" 1934/35, werden von den Autoren als ihm in den Schoß gefallene (Fehl-)Leistungen anderer entzaubert.

Mehr als ein Jahrzehnt haben Chang und Halliday recherchiert, zahllose Zeitzeugen, zum Teil aus der nächsten Nähe des Diktators befragt. Sie haben eine Unzahl von Archiven in aller Welt durchforstet, unbekannte Quellen gehoben, ausgewertet und schließlich aus einer unschätzbaren Zahl an Puzzlesteinen ein Bild vom "Großen Vorsitzenden" zusammengefügt, das endlich mit den Legenden aufräumt, die sich bis heute um ihn rankten. Unvorstellbar nach der Lektüre der knapp tausend Seiten, dass das Abbild dieses an nichts, aber auch gar nichts anderem als der Macht um ihrer selbst willen interessierten Massenmörders (ohne Berücksichtigung der Kriegstoten sollen seiner Herrschaft über 70 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sein!) in China bis heute den Status eines Heiligenbildes besitzt. -- Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Nun ist eine Biografie über den 'Großen Steuermann' auf den Markt gekommen, der zuzutrauen ist, was Historiker seit Jahren vergebens versuchen: den Mao-Mythos ein für alle Mal zu zertrümmern. Die fulminante, knapp 1000-seitige Anklageschrift bringt alle Voraussetzungen mit, Maos Bild zumindest im Westen auf breiter Basis neu zu definieren. Sie wurde nämlich nicht im akademischen Elfenbeinturm verfasst, sondern von der Chinesin Jung Chang - eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt." (Der Spiegel )

"Dieses Buch rüttelt auf, es verstört. Jeder, der mit China zu tun hat, ob als Politiker oder als Vertreter der Wirtschaft, ob als Student oder als Tourist, sollte dieses Buch lesen." (Die Zeit )

"Die eigentliche Sensation des Buches liegt in der Art, wie es Stück für Stück die heroischen Mythen von Maos Weg nach oben demontiert." (Die Welt )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
59 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Amarczon
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn von den drei wichtigsten Diktatoren des vergangenen Jahrhunderts die Rede ist, werden im Allgemeinen Hitler, Stalin und Mao genannt. Entsprechend viel wurde über diese drei historischen Figuren dann auch geschrieben und publiziert. Das Problem mit Werken über Diktatoren dieses Ausmaßes ist dabei immer, dass viele Informationen über die Personen nicht an die Öffentlichkeit kommen, solange das Regime noch an der Macht steht. Über Hitler wurde schon sehr früh viel in Erfahrung gebracht: Schon ab Ende des zweiten Weltkrieges 1945, als sein Deutsches Reich zerschlagen wurde. Vieles von dem, was wir heute über Stalin wissen, der immerhin auch schon 1953 verstarb, wissen wir dagegen erst seit 1991, als die Sowjetunion zerbrach. Bei Mao ist es noch extremer, denn die Kommunistische Partei Chinas ist noch heute an der Macht. Und so werden auch heute noch viele geheime Dokumente unter Verschluss gehalten, und die Propagandamaschinerie der Partei arbeitet auch weiterhin. Unter dieser Tatsache litten bislang alle Biografien, die über Mao geschrieben wurden.
Selbstverständlich hatten auch Jung Chang und Jon Halliday mit diesem Problem zu kämpfen. Allerdings ist es ihnen gelungen, viele bisher unbekannte und/oder öffentlich nicht publizierte Quellen zu verwenden. Und genau dies ist die große Stärke dieses Buches: Das Geschriebene basiert auf einem ungewöhnlich umfangreichen Quellenmaterial. 145 Seiten des Anhangs nehmen die Quellenangaben ein. Darunter finden sich Namen von Zeitzeugen und Politikern, Staatsarchive aus vielen Ländern (Darunter Russland, USA, Deutschland, Großbritannien, selbst Großarchive der Volksrepublik China!) und hunderte von sonstigen Quellen und Büchern. Entsprechend nahmen die Arbeiten an diesem Buch auch über eine Dekade in Anspruch.

Die Biografie ist gut 800 Seiten stark, und in sechs Hauptteile gegliedert, die wiederum in mehrere Kapitel unterteilt sind. Erzählt wird Chronologisch, wobei sich die Unterkapitel der Hauptteile nicht an Jahren, sondern an Ereignissen orientieren, und sich dementsprechend zeitlich oft überschneiden.
Der erste Teil befasst sich mit Mao als Jugendlichem und jungem Anhänger der kommunistischen Partei (1893-1927). Sein Aufstieg zum Führer dieser Partei wird im zweiten Teil beschrieben (1927-1935). Im dritten Teil wird dargelegt, wie er seine neu errungene Macht festigen konnte (1935-1945), bis es im vierten Teil um die Eroberung Chinas geht (1945-1953). Die letzten beiden Teile Fünf und Sechs handeln von Maos Bestreben, sein Land zu einer militärischen Supermacht aufzubauen (1947-1965), und letztlich von seinem Kampf gegen innerparteiliche Widersacher. (1965-1976)
Bei der Nacherzählung von Maos Leben machen die Autoren immer wieder deutlich, wie stark sein ganzes Handeln immer von seinem Machtbestreben gelenkt war. Es wird klar, dass ihm eigentlich nichts an der Installation seines wirklich Sozialistischen oder gar Kommunistischen Systems lag, sondern dass es ihm lediglich um eine totalitäre Diktatur, mit ihm an der Spitze ging – Egal, nach welchem System. Von seiner hässlichsten Seite präsentiert sich Mao, wenn es um die Bevölkerung des eigenen Landes geht: Ungeschönt werden die Gründe für den unnötigen Tot von rund 70 Millionen Chinesen unter Maos Herrschaft offengelegt. Immer wieder gehen Jung Chang und Jon Halliday dabei auf die wesentlichen Charakterzüge von Mao ein, und zeichnen auf diese Weise das Bild eines gefühlskalten Sadisten – Charakterzüge, die ihn über 20 Jahre an der Macht hielten.

Noch nie zuvor wurde Maos Leben so detailliert und ausführlich erzählt. Durch den flüssigen Schreibstil und die logische Gliederung, ist das Buch zudem sehr einfach zu lesen. Einziger Kritikpunkt ist die starke Einseitigkeit. Vorhandene Talente und Fähigkeiten Maos werden komplett übergangen, so dass sich unweigerlich die Frage stellt, wie ein unfähiger Mann so lange an der Spitze bleiben, den ebenfalls kühl berechnenden Stalin zeitweise ausnutzen, und selbst Anti-Kommunisten wie US-Präsident Nixon um den Finger wickeln konnte. Welche Wesenszüge diesen Menschen zu solchen Dinge befähigten, wird leider nicht behandelt. Trotz dieser Einseitigkeit, bleibt das Werk ein hervorragendes und wichtiges Sachbuch, und die beste Biografie über Mao, die bislang erschienen ist.
Der Mythos, den der Personenkult um Mao in China geschaffen hat, und der vor allem durch die 68er-Bewegung auch in die westliche Welt getragen wurde, wird mit diesem Werk demontiert.

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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Fast auf jeder Seite dieser Anklageschrift wird deutlich: Mao Zedong, Chinas Revolutionsheld und Gründer der kommunistischen Volksrepublik, war machtbesessen, egozentrisch, opportunistisch, verschlagen, brutal, kaltherzig, skrupellos und verbrecherisch. Täuschung, Intrige und Rufmord waren zentrale Elemente seiner Politik. Sein Aufstieg und seine Herrschaft führten ihn über Millionen von Leichen. Im Sinne seiner Machtinteressen war er jederzeit bereit, ideologische Prinzipien und Freundschaften zu opfern, ja sogar seiner Partei und seinem Lande zu schaden.
Es handelt sich also um eine furiose Anklage gegen einen skrupellosen Staatsverbrecher, der sein machtpolitisches Treiben immer im ideologischen Gewande zu verhüllen suchte. Allerdings hat eine Abrechnung wie diese auch ihre Schwächen: So ist die Darstellung natürlich recht einseitig ausgefallen; alles ist auf die Hauptthese vom gewissenlosen Massenmörder ausgerichtet. Auch die Auswahl und Auslegung der reichhaltigen Sekundärliteratur sind zum Teil sehr selektiv und willkürlich. Zudem erfährt man aufgrund der Konzentration auf Mao als Einzelperson insgesamt zu wenig über Chinas politische und sozioökonomische Rahmenbedingungen, die sein Handeln mitbestimmt haben. Schließlich: Für den Eingeweihten enthält dieses Werk wohl nur wenige wirkliche Neuigkeiten von Rang.
Trotz dieser Schwächen überwiegt aber das Positive. Vor allem ist dieses Buch interessant, lebendig und anschaulich geschrieben, so dass auch Nicht-Wissenschaftler auf ihre Kosten kommen. Zahlreiche Beispiele illustrieren überzeugend die Hauptthese der beiden Autoren. Viele Passagen sind spannend, ja auch erstaunlich und überraschend, zum Beispiel über die zahlreichen schweren Fehler und Irrtümer, die Mao bereits während seines mühsamen Aufstiegs zur Macht in den 20er und 30er Jahren begangen hat. Die damit verbundenen Rückschläge hat er auch mit Glück und Zufall immer wieder wegstecken können, was allerdings ohne die jeweilige Schwäche seiner Gegner nicht möglich gewesen wäre. Intuition und Improvisationsgabe waren ebenfalls wichtige Schlüssel zum Erfolg Maos, der sich auch niemals scheute, in ganz pragmatischer und realpolitischer Manier vermeintliche Feinde für seine Interessen einzuspannen. Dies waren nicht nur innere Kräfte, darunter viele Warlords, sondern auch ausländische Mächte: Japan als Werkzeug gegen die chinesische Nationalregierung, die Sowjetunion als Verbündeter und die USA als nützliche Idioten.
Dieses bedeutende Werk ist erfreulicherweise auf große Resonanz gestoßen. In China ist es allerdings verboten, so wird sich dort an der offiziell gesteuerten Verehrung Maos vorerst nichts ändern. Sein Porträt wird weiterhin über dem Eingang zur Verbotenen Stadt hängen. Und im Westen? Soweit die hier immer noch verbreitete Tendenz zur Idealisierung und Mystifizierung dieses Verbrechers nicht auf Verbohrtheit, sondern auf Unwissenheit zurückzuführen ist, kann diese Abrechnung mit Mao vielleicht Augen öffnen und darüber hinaus überhaupt mehr gesundes Misstrauen gegen "große Führer" und ihre Manipulationskünste wecken. Dass es ein solch umfangreiches Sachbuch mit einem ausländischen Thema zum Bestseller und jetzt sogar zur günstigen Taschenbuchausgabe gebracht hat, lässt immerhin hoffen.
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40 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der wahre Mao 12. November 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Das 20. Jh. hatte drei große Diktatoren: Hitler, Stalin und Mao. Während die Lebensläufe des "Führers" und des "Woschd" mittlerweile umfassend erforscht sind, bleibt Mao immer noch eine mysteriöse Gestalt. Das vorherrschende Bild von ihm entspricht etwa jenem, das von Hitler bestehen würde, wenn dieser den Zweiten Weltkrieg gewonnen und die meisten inoffiziellen Quellen über sich unterdrückt hätte.

Erstmals ist nun ein Buch erschienen, das anfängt, diesem Mißstand abzuhelfen. In zwölfjähriger Suche haben die Autoren Jung Chang und Jon Halliday einen wahren Berg an unbekannten Informationen über Mao zusammengetragen und zu einer Lebensbeschreibung verdichtet, die in fast jedem Absatz Verweise auf neue Quellen enthält, neben Dokumenten aus russischen Archiven vor allem Interviews mit Zeitzeugen.

Nicht alles, was sie zu berichten haben, überrascht. Daß Mao ein skrupelloser Machtpolitiker war, der den Tod von Millionen verschuldete, wußte man schon lange. Auch pikante Details aus seinem Privatleben, seine persönliche Hygiene (er putzte sich nie die Zähne und duschte in seiner Amtszeit kein einziges Mal) und sein ausschweifendes Sexualleben (er ließ sich attraktive Frauen zu hunderten aus ganz China zuschicken) betreffend, waren geläufig. Dennoch neigten die meisten Betrachter dazu, die Leistungen des Großen Vorsitzenden stärker zu gewichten als seine Verbrechen. Als Feldherr, Staatsmann und Denker wurde Mao weithin bewundert.

Chang und Halliday zufolge muß diese Einstellung grundlegend revidiert werden. Ihre Demontage der gängigen Vorstellungen beginnt beim Privatmann, den sie uns als einen Menschen zeigen, der zeitlebens zu echter Freundschaft und Liebe unfähig war. Als seine dritte Frau auf dem Langen Marsch lebensgefährlich verwundet wurde, habe Mao, der ganz in der Nähe untergebracht war, es nicht für nötig gehalten, sie zu besuchen. Seine Söhne aus zweiter Ehe habe er aus Gleichgültigkeit jahrelang im Elend aufwachsen lassen, den Tod des Ältesten im Koreakrieg ungerührt zur Kenntnis genommen, seinen Weggefährten Chou-Enlai bewußt sterben lassen, indem er ihm die Behandlung seiner Krebserkrankung untersagte, usw.

Schon in jungen Jahren habe Mao zudem einen verblüffenden Mangel an Idealismus offenbart. So schrieb er als Student, Menschen wie er seien nur sich selbst verpflichtet und hätten es nicht nötig, auf andere Rücksicht zu nehmen. Dementsprechend finden die Autoren in Maos Werdegang auch keine Spur von Empörung über soziale Ungerechtigkeit. Sein Beitritt zur Kommunistischen Partei wirke zufällig und eher lustlos, was in auffälligem Gegensatz zu der "nie erlebten Ekstase" stehe, die er nach eigenen Worten verspürte, als er erstmals einer Folterung beiwohnte.

Nennenswerte militärische Fähigkeiten vermissen die Autoren bei Mao. Die ihm zugeschriebenen Siege seien entweder das Werk anderer Befehlshaber oder kommunistischer Agenten im Feindeslager gewesen. Nur infolge geschickter Intrigen sei der uncharismatische und rhetorisch unbegabte Lehrer aus Hunan zum Parteiführer aufgestiegen.

Neben der Demaskierung von Maos Persönlichkeit leistet das Buch auch eine Neubewertung zentraler historischer Ereignisse. So wird ausgeführt, daß
- die chinesischen Kommunisten bis zum Ende des Bürgerkrieges kaum mehr als Befehlsempfänger Stalins waren. Selbst die Gründung der Partei war nur auf sowjetische Initiative hin erfolgt,
- Mao sich schon früh stalinistischer Herrschaftspraktiken bediente. 1931, also mitten im Bürgerkrieg, ließ er 10.000 seiner eigenen Soldaten bei einer Säuberungsaktion exekutieren,
- Chiang-Kai-shek die Kommunisten auf dem Langen Marsch bewußt entkommen ließ, weil er sie als Gegenspieler der noch unabhängigen Kriegsherren brauchte,
- die berühmteste Heldentat des Langen Marsches, die Eroberung der Dadu-Brücke, reine Erfindung ist,
- die Privilegien der Parteiführung bis in die Anfänge der Bewegung zurückreichen. Auf dem Langen Marsch, den die meisten kommunistischen Soldaten nicht überlebten, ließ sich der völlig gesunde Mao Tausende von Kilometern in einer Sänfte tragen und verbrachte seine Zeit mit Lesen,
- sich die chinesischen Kommunisten während des Zweiten Weltkrieges ganz auf die Bekämpfung Chiang-Kai-sheks konzentrierten und fast nichts zum Widerstand gegen die Japaner beitrugen,
- Mao bereits unmittelbar nach Gründung der Volksrepublik von der Vorstellung besessen war, China zur militärischen Supermacht zu machen,
- Mao der Hauptanstifter des Koreakrieges war. Sein Kalkül: Im Gegenzug für seinen Kriegseinsatz sollte China von der Sowjetunion Zugang zu nuklearer Technologie erhalten.

Das für die Beurteilung Maos zentrale Ereignis dürfte der "Große Sprung nach vorn" sein. Schon lange war bekannt, daß dieses politische Experiment die furchtbarste Hungerkatastrophe der Geschichte herbeiführte (38 Millionen Tote), doch hielt man Mao bislang zugute, er habe es in bester Absicht unternommen und gar nicht geahnt, welche Folgen es für die Landbevölkerung heraufbeschwören würde. Chang und Halliday legen nun offen, daß Mao über die Situation der Bauern völlig im Bilde war und vor Beginn des "Großen Sprunges" sogar mit MEHR Opfern gerechnet hatte. Selbst auf dem Höhepunkt der Hungersnot ließ er Getreide in die Sowjetunion exportieren, um damit sein Rüstungsprogramm zu finanzieren. Als seine innerparteilichen Gegner ihn schließlich zum Abbruch dieser Politik zwangen, handelten sie sich Maos unversöhnlichen Hass ein.

Dabei erwies sich das Unterfangen auch wirtschaftlich als Fehlschlag. Die Ressourcen, die man den Bauern abpresste, wurden sinnlos vergeudet, was die Industrialisierung Chinas, die eigentlich vorangetrieben werden sollte, VERLANGSAMTE. Mao war so mörderisch wie Stalin und Hitler, aber dilettantischer als beide zusammen.

Zu den Vorzügen des Buches zählt neben seinem hohen Informationsgehalt auch der flüssige Stil, der die Lektüre über weite Strecken ausgesprochen spannend macht. Konzeptionell ist die Arbeit jedoch einseitig. Da von Leistungen oder Talenten Maos auf über 800 Seiten nie die Rede ist, bleibt sein Erfolg unverständlich. In der kommunistischen Partei Chinas muß es viele skrupellose Gestalten gegeben haben. Warum konnte gerade Mao sich durchsetzen und jahrzehntelang an der Spitze behaupten? Wie ist es außerdem zu erklären, daß dieser überragende Taktiker in seiner Laufbahn so häufig von innerparteilichen Gegnern in die Schranken gewiesen wurde? Und warum versuchten diese daraufhin nicht, ihn endgültig zu beseitigen?

Bedauerlicherweise liegt den Autoren an einer überzeugenden Beantwortung dieser Fragen ebensowenig, wie an der historischen Einordnung von Maos Laufbahn. Außerdem verzichten sie darauf, ihr Urteil über die weltanschauliche Gleichgültigkeit des roten Kaisers durch eine Analyse seiner Schriften zu erhärten.

Angesichts dieser Versäumnisse muß man den Schluß ziehen, daß Chang und Halliday von vornherein keine Biographie, sondern eine Anklageschrift schreiben wollten. Immerhin ist ihnen die Erschließung wichtiger Quellen zugute zu halten, was ihr Buch zur Grundlage jeder künftigen Beschäftigung mit Mao machen dürfte.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Nicht unproblematisch
Das Buch ist nicht unproblematisch. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Mao durchaus in die Riege Hitler/Stalin gehört. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Tagen von August veröffentlicht
gefärbt durch den Blickwinkel der Autoren, aber interessant
Das Buch ist sehr umfangreich und zeichnet Maos Leben detailliert nach.

Der Blickwinkel ist - wenn man die Geschichte der Autorin kennt - natürlich mit etwas... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Jumper veröffentlicht
sehr umfangreich und detailliert
Ich habe zuerst das Buch "Wilde SChwäne" gelesen, eine Familiengeschichte, die die Autorin sehr berührend beschreibt. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Leserin veröffentlicht
Keine Biografie, eher eine Haßschrift
Die Autoren schaffen in dem Buch nur eines, unser Urteil zu verstärken über einen Herrscher, der nicht mehr in unsere Zeit passt. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Great Leap Forward veröffentlicht
beeindruckende Niederschrift!
Dies ist ein wirklich umfassendes Buch über das Leben von Mao.

Die Ausgangssituation der Autorin ist zwar von vornherein etwas einseitig gefärbt - wer das Buch... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Camillo veröffentlicht
sehr umfassend, kein Roman nur für echt Interessierte
Im Unterschied zum Buch "Wilde Schwäne" der Autorin, das mir ganz ausgezeichnet gefallen hat, ist dieses Buch nicht ganz so romanartig aufgebaut, sondern eine echte... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Lese-Reisender veröffentlicht
Gut
Bin mit der Leistung zufrieden. Das Buch ist schnell angekommen, war im beschriebenen Zustand, aber die Verpackung war etwas zu weich, was das Buch ein bisschen beschädigt... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Anna veröffentlicht
bin tief beeindruckt.....
....... von diesem Buch, dass mich total gefesselt hat. Respekt an die Autorin. Ein " must read" für alle die sich für China interessieren.
Vor 18 Monaten von dwlupo veröffentlicht
Keine wissenschaftliche Biografie
Changs und Hallidays Mao-Biografie bemüht sich eindringlich darum, positive bzw. verharmlosende Mao-Deutungen zu dekonstruieren, lässt dabei aber trotz der beachtlichen... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Avariel veröffentlicht
Sehr informativ und gelungen!
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich auch "Wilde Schwäne" gelesen habe und mich dieses von Geschichte und Stil her sehr fasziniert hat. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Buchliebling veröffentlicht
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