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Produktinformation
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Mit Maos Lebensgeschichte resümieren die Autoren des klug gegliederten Bandes zugleich die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert. Schritt für Schritt folgen wir Maos Weg vom schwer erziehbaren Schüler in das Zentrum der Macht. Die Lektüre entlarvt den chinesischen Revolutionsführer außer als einen Mann, den der Anblick sich gegenseitig erschlagender Bauern körperlich erregte, als einen ökonomischen Analphabeten sonder gleichen: Während die eigene Bevölkerung Not litt, unterstützte Mao befreundete Länder, deren wirtschaftliche Situation zum Teil deutlich besser war als die eigene, chinesische Waffenlieferungen erfolgten in aller Regel ohnehin zum Nulltarif, die Rückzahlung von gewährten "Krediten", die zu gewähren man sich eigentlich überhaupt nicht leisten konnte, wurde von befreundeten Staaten nicht erwartet. Und selbst die nach der bisher einhelligen Lesart ihm zuzurechnenden militärisch-strategischen Leistungen, wie namentlich der "Lange Marsch" 1934/35, werden von den Autoren als ihm in den Schoß gefallene (Fehl-)Leistungen anderer entzaubert.
Mehr als ein Jahrzehnt haben Chang und Halliday recherchiert, zahllose Zeitzeugen, zum Teil aus der nächsten Nähe des Diktators befragt. Sie haben eine Unzahl von Archiven in aller Welt durchforstet, unbekannte Quellen gehoben, ausgewertet und schließlich aus einer unschätzbaren Zahl an Puzzlesteinen ein Bild vom "Großen Vorsitzenden" zusammengefügt, das endlich mit den Legenden aufräumt, die sich bis heute um ihn rankten. Unvorstellbar nach der Lektüre der knapp tausend Seiten, dass das Abbild dieses an nichts, aber auch gar nichts anderem als der Macht um ihrer selbst willen interessierten Massenmörders (ohne Berücksichtigung der Kriegstoten sollen seiner Herrschaft über 70 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sein!) in China bis heute den Status eines Heiligenbildes besitzt. -- Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die Biografie ist gut 800 Seiten stark, und in sechs Hauptteile gegliedert, die wiederum in mehrere Kapitel unterteilt sind. Erzählt wird Chronologisch, wobei sich die Unterkapitel der Hauptteile nicht an Jahren, sondern an Ereignissen orientieren, und sich dementsprechend zeitlich oft überschneiden.
Der erste Teil befasst sich mit Mao als Jugendlichem und jungem Anhänger der kommunistischen Partei (1893-1927). Sein Aufstieg zum Führer dieser Partei wird im zweiten Teil beschrieben (1927-1935). Im dritten Teil wird dargelegt, wie er seine neu errungene Macht festigen konnte (1935-1945), bis es im vierten Teil um die Eroberung Chinas geht (1945-1953). Die letzten beiden Teile Fünf und Sechs handeln von Maos Bestreben, sein Land zu einer militärischen Supermacht aufzubauen (1947-1965), und letztlich von seinem Kampf gegen innerparteiliche Widersacher. (1965-1976)
Bei der Nacherzählung von Maos Leben machen die Autoren immer wieder deutlich, wie stark sein ganzes Handeln immer von seinem Machtbestreben gelenkt war. Es wird klar, dass ihm eigentlich nichts an der Installation seines wirklich Sozialistischen oder gar Kommunistischen Systems lag, sondern dass es ihm lediglich um eine totalitäre Diktatur, mit ihm an der Spitze ging – Egal, nach welchem System. Von seiner hässlichsten Seite präsentiert sich Mao, wenn es um die Bevölkerung des eigenen Landes geht: Ungeschönt werden die Gründe für den unnötigen Tot von rund 70 Millionen Chinesen unter Maos Herrschaft offengelegt. Immer wieder gehen Jung Chang und Jon Halliday dabei auf die wesentlichen Charakterzüge von Mao ein, und zeichnen auf diese Weise das Bild eines gefühlskalten Sadisten – Charakterzüge, die ihn über 20 Jahre an der Macht hielten.
Noch nie zuvor wurde Maos Leben so detailliert und ausführlich erzählt. Durch den flüssigen Schreibstil und die logische Gliederung, ist das Buch zudem sehr einfach zu lesen. Einziger Kritikpunkt ist die starke Einseitigkeit. Vorhandene Talente und Fähigkeiten Maos werden komplett übergangen, so dass sich unweigerlich die Frage stellt, wie ein unfähiger Mann so lange an der Spitze bleiben, den ebenfalls kühl berechnenden Stalin zeitweise ausnutzen, und selbst Anti-Kommunisten wie US-Präsident Nixon um den Finger wickeln konnte. Welche Wesenszüge diesen Menschen zu solchen Dinge befähigten, wird leider nicht behandelt. Trotz dieser Einseitigkeit, bleibt das Werk ein hervorragendes und wichtiges Sachbuch, und die beste Biografie über Mao, die bislang erschienen ist.
Der Mythos, den der Personenkult um Mao in China geschaffen hat, und der vor allem durch die 68er-Bewegung auch in die westliche Welt getragen wurde, wird mit diesem Werk demontiert.
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