Aus der Amazon.de-Redaktion
In der Musik passiert nichts Neues. Alles gab es schon mal, in irgendeiner Form, von irgendwem interpretiert. Falsch. Bauchklang sind nicht irgendwer und mit ihrem zweiten Album "Many People" setzten sie ein Highlight für 2006. Diese sechs Jungs aus Österreich schaffen es scheinbar spielerisch leicht Begeisterung hervorzurufen, und das bereits bevor man erfährt, dass es sich bei sämtlichen Sounds auf dieser CD um menschliche Stimmen handelt.
Wer jetzt an a capella denkt, ist zum Glück in der völlig falschen Ecke. Unter Dub oder Hip Hop kann man das Album schon eher einordnen, währe da nicht die Tatsache, dass die Jungs keine Drums, keine Synthis sondern ausschließlich ihre Stimmbänder verwenden. Man sitzt vor den Boxen und fragt sich: "Wie machen die das? Wie bekommen sie aus dem Bauch diesen fetten Bass? Wie kann man alleine mit den Stimmbändern so klare Höhen herzaubern?". Bevor man jedoch die ganze Sache zu wissenschaftlich betrachtet, sollte man sich einfach von den sechs Stimmartisten zum eigentlich Zweck ihrer Musik befördern lassen. Und das ist ein Groove, der vom Kopf ganz schnell in die Beine geht. Tracks wie "Rhytm of Time", "Navigator" oder "Don't Step" werden sicherlich in vielen Dj-Sets ihren Platz finden. Das Album bietet jedoch mehr als nur Clubtracks. Es ist faszinierend, es ist abwechslungsreich, und das wichtigste, es macht tierisch Spaß! Die einzige Steigerung zum Album ist ein Live-Auftritt. Diese Gelegenheit, sowie das Album, sollte man sich dieses Jahr nicht entgehen lassen. -- Markus Lukasson
Kurzbeschreibung
Bauchklang verdichten und verbinden Dub, Reggae, HipHop und DrumnBass zu facettenreichen, komplexen Klangbildern. Was ihren Sound einzigartig und unverwechselbar macht: sie verwenden zur Klangerzeugung ausschliesslich ihre eigenen Stimmen! Bauchklang sind 6 Köpfe, ebenso viele Mikrophone, und je ein Paar Stimmbänder. Doch da ist natürlich noch mehr, was die Erfolgsgeschichte dieses Vocal-Groove-Projekts ausmacht, dessen zweites Album Many People nun nach langer Wartezeit ansteht. Im Anschluss an ihr Debut Jamzero (2001) lieferten Bauchklang an die 160 eindrucksvolle Livegigs ab (auch Festivals wie Roskilde, Drum Rhythm, Pukkelpop, Montreal Jazz), auf denen nicht nur feurig und erregt gegroovt, sondern sogar Babys gezeugt wurden (O-Ton eines Konzertveranstalters). Trotz des immensen Drucks auf einen ebenso guten Nachfolger, klingt Many People erstaunlich ungezwungen, hörbar gereift und dennoch verspielt, und lässt den neuartigen Arrangements im Songwriting viel Raum. Noch stärker als auf Jamzero wird der Livecharakter der neuen Stücke betont, die experimentierfreudige Herangehensweise im Aufnahmestudio lohnte sich spürbar. Navigator, ein stampfender, fast gnadenloser Beat-Track, und das beinahe orchestrale, trotzdem filigran anmutende 12/8 könnten zwar gegensätzlicher nicht sein, sind aber genau deshalb Ausdruck der in den letzten Jahren entwickelten Vielseitigkeit des abrufbaren Soundpotentials. Diese neuen Ansätze in der Entwicklung frischen Songmaterials liessen auch mehr Raum als bisher, sich mit politischen Vorgängen auseinanderzusetzen, zu kommentieren und so den Hörern auch auf Textebene gezielt neues Brainfood zu liefern. Die Ästhetik der Stimme als Brückenschlag zwischen Sound, Herz und Hirn - Bauchklang zeigen auf ihrer zweiten CD Many People vor, wie es geht!