Mit einem dem KATA 3N1-30 sehr ähnlichen Schnitt und dabei nur halber UVP ist das Jagdrevier des Mantona Rhodolith sehr offensichtlich. Daher ist es nur gerechtfertigt, wenn ich die beiden Konkurrenten im direkten Vergleich antreten und meine mehrjährige Erfahrung mit dem KATA in die Rezension einfließen lasse.
Stellt man die beiden Konkurrenten nebeneinander fällt zunächst auf, dass sich die beiden Rucksäcke augenmerklich nur in der Breite voneinander unterscheiden. Hier zeigt sich der Mantona um ca. 6cm schlanker als der Konkurrent aus Israel. Das sich das 1:1 auf das Nutzvolumen auswirkt liegt auf der Hand, doch auch in Sachen Tragekomfort ist hier einer der Hauptunterschiede zu finden. Gerade schlanke Personen und Frauen finden im Mantona wahrscheinlich die bessere Wahl, da er ihnen durch die schlanke Breite auch nach hinten uneingeschränkte Ellenbogenfreiheit gewährt, während hier der Kata und auch wesentlich breitere Fotorucksäcke, wie z.B. der Vanguard Skyborne 51, weit über die Schultern überstehen und somit die Bewegungsfreiheit der Arme nach hinten stören. Da mit einer zierlicheren Statur in den meisten Fällen wohl auch Vermögen und Wille, tonnenweise" schweres Foto-Equipment durch die Gegend zu wuchten, abnehmen, ist das kleinere Ladevolumen daher auch eher willkommen als ein Kompromiss.
Weitere offensichtliche Unterschiede sind dann zusätzliche seitliche Reißverschlusstaschen im oberen Bereich beim Kata, welche der Rhodolith nicht bietet. Bei beiden Rucksäcken sind die Reißverschlüsse nicht verdeckt oder abgedeckt, so dass sowohl der Mantona als auch der Kata mit einem separaten Regenschutz aufwarten; ersterer im oberen Fach zusammengeknüllt, letzterer sauber gefaltet in einem separaten Täschchen.
Bei der Aufteilung ähneln sich die Konkurrenten dann weiterhin. Ein großes, durch Trennwände mit Klettverschlüssen mehrfach unterteilbares Fach in den unteren 2/3 des Rucksacks für Kamera und Gläser, jeweils von vorne und beiden Seiten zugänglich wird durch ein großes, einteiliges und von oben zugängliches Fach im oberen 1/3 ergänzt. Hier gewinnt allerdings der 3N1-30 mit 8:6 - die Breite macht den Unterschied.
Einen Pluspunkt verbucht dafür den Mantona wieder für sich: 2 Gummiprofile außen mit dem Boden des Rucksacks vernäht schützen vor Beschädigung und zu einem gewissen Grad auch Verschmutzung beim Abstellen. Der Kata weist hier keinerlei Schutz auf.
Ist der Mantona also der bessere Kata? Für mich: NEIN ! ! !
Das Hauptmanko: durch die weiter innen liegende Anordnung der Reißverschlüsse lässt der Mantona Rhodolith KEIN Verpacken einer Profikamera mit Batteriegriff zu. Sowohl meine D700 als auch die etwas kompaktere D300s mit angeflanschtem MB-D10 passen von der Tiefe her nicht in die T-förmige Unterteilung des Rucksacks. Die bessere Bauraumausnutzung des Kata macht hier hingegen keine Probleme. Lässt man den Batteriegriff dann weg, passt die D300s mit angeflanschtem 55-300mm Glas mühelos in das abgetrennte, mittlere T-Abteil. Ein 70-200mm passt dann aber nur noch mit großer Mühe und Not und ich persönlich würde diese Kombination nicht mehr mit gutem Gewissen verbaut transportieren. Die seitliche Polsterung des Mantona ist dann doch nicht so dick, als dass sie den ein oder anderen härteren rempler vollends filtern würde.
Auch andere Details rechtfertigen dann letztendlich doch den Griff zum teureren Produkt: Innenraum und Regenschutzhülle des Mantona stinken deutlich nach Chemikalien, die verwendeten Klettverschlüsse sind deutlich billiger und bestimmt nicht so haltbar wie die des Kata, die Hüftgurte des Rhodolith sind nicht wie die des 3N1-30 zusätzlich im Rückenbereich gepolstert und schnüren somit bei besser gebauten" Personen wie mir seitlich in die Nierengegend ein. Die Polsterung ist beim Kata dann insgesamt deutlich besser und auch der gesamte Qualitätseindruck ist offensitlich eine ganz andere Liga.
Trotzdem: der Mantona ist sicherlich kein Flopp.
Wie so oft im Leben kommt es darauf an, was man mit dem Kauf bezweckt. Für wen soll der Rucksack sein, welches Equipment soll transportiert werden, für welche Anlässe soll der Rucksack herhalten und vor allem, wie viel will ich letztendlich dafür ausgeben?
Für (ambitionierte Amateure und Semi-) Profis mit ensprechender Ausrüstung kann ich den Mantona Rhodolith nicht empfehlen. Frauen oder schlanke Personen, welche eine kleinere (D)SLR-Ausrüstung während eines Tagesausflugs oder einer Stadtbesichtigung komfortabel transportieren und trotzdem durch den seitlichen Zugang schnell Zugriff auf ihre Kamera haben wollen, finden in diesem Rucksack sicherlich eine interessante Alternative. Warum nicht einfach bei Interesse mal zuschicken lassen und ausprobieren? Tragekomfort und Handhabung lassen sich halt nur in Natura erfahren und nicht virtuell ausloten... und mit dem problemlosen Umtausch bei amazon geht man schließlich auch kein Risiko ein!