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Manon Lescaut von Turdej: Roman. Aus dem Russischen von Daniel Jurjew. Mit einem Kommentar von Olga Martynova und einem Nachwort von Oleg Jurjew. [Broschiert]

Wsewolod Petrow , Oleg Jurjew , Olga Martynova , Daniel Jurjew
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

August 2012
Ein sowjetischer Spitalzug auf dem Weg von einer Front zu anderen. Darin ein Petersburger Intellektueller: Gepeinigt von Herzanfällen und Todesangst, liest er den Werther (auf deutsch). Aber in die Lektüre drängt sich die Geschäftigkeit der Militärärzte, Apotheker, Krankenschwestern um ihn herum. Es ist eine seltsame Gemeinschaft, hervorgebracht zwar vom Krieg, doch bestimmt von ganz alltäglichen Sorgen und kleinen Freuden: »Wir fuhren schon so lange, daß wir nach und nach die Vorstellung von der Zeit verloren hatten ... Niemand wußte, wohin wir geschickt wurden. Wir fuhren von Station zu Station, als hätten wir uns verlaufen. Man hatte uns wohl vergessen.« Bei einem längeren Aufenthalt trifft er auf ein Mädchen, anders als alle anderen: Vera Muschnikowa, ruhelos und romantisch, grazil und ungestüm, und sie ist jederzeit zur Liebe bereit. Der Feingeist erliegt ihrem vulgären Zauber, erkennt in ihr seine »sowjetische Manon« und erahnt damit bereits den dunklen Weg, den ihre Liebe nehmen wird. »Manon Lescaut von Turdej«, entstanden 1946, erschien erst 60 Jahre später, im November 2006, in der Moskauer Zeitschrift »Novyj Mir«. »Auf der Pritsche liegend, hatte ich mir die Liebe zu dieser sowjetischen Manon Lescaut ausgedacht. Ich hatte Angst davor, mir zu sagen, daß es nicht so war, daß ich mir nichts ausgedacht hatte, sondern tatsachlich alles vergessen und mich selbst verloren hatte und nur davon lebte, daß ich Vera liebte. Ich legte mich so auf die Pritsche, daß ich gleich den ganzen Waggon sehen konnte. Wo Vera auch auftauchte, ich konnte sie sehen. Wie ein Somnambuler drehte ich mich zu der Seite, wo sie war.«

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Produktinformation

  • Broschiert: 120 Seiten
  • Verlag: Weidle (August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938803487
  • ISBN-13: 978-3938803486
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 247.058 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Wsewolod Petrow (1912 – 1978) entstammte einer Petersburger Adelsfamilie, er war Kunsthistoriker und arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg am Russischen Museum. Nach dem Krieg, als Offizier in der Roten Armee demobilisiert, hat er sich wieder seiner wissenschaftlichen Arbeit gewidmet und Standardwerke zur russischen Kunst veröffentlicht. »Wir kennen von Petrow viele Bücher zur Kunstgeschichte (die auch in viele Sprachen übersetzt worden sind), aber nur wenige Texte, die zur ›schöngeistigen Literatur‹ zählen dürfen. Eigentlich wäre, abgesehen von ein paar philosophischen Miniaturen, allein unsere Erzählung als solche zu bezeichnen. Dafür aber ist dieser Text einer der schönsten Prosatexte der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Diese Erzählung, die erst 2006 veröffentlicht wurde, war nicht in einem Geheimfach verborgen worden: Jedes Jahr an seinem Geburtstag, zu dem viele Dutzend Gäste kamen, die ganze kulturelle Elite Leningrads, begann die Feier damit, daß der Gastgeber Auszüge aus seiner Manon vorlas. Er verheimlichte sein Meisterwerk nicht, er reichte es nur nicht zur Publikation in sowjetischen Zeitschriften und Verlagen ein – wer weiß warum: Weil er das für sinnlos hielt? Aus Ekel vor den Barbaren in den damaligen Redaktionen? Aus der klaren Einsicht heraus, daß diese kleine Erzählung Inhalte transportiert, die mit der Sowjetliteratur nicht kompatibel sind – stilistisch, philosophisch und auch politisch?« Oleg Jurjew

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von HeikeG HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Von Abbé Prévosts unzähligen Schriften hat sich über die Jahrhunderte nur eine etablieren können: der Roman "Manon Lescaut". Er erzählt von einer Femme fatale, die einen tugendhaften adligen Klosterschüler all seine Pläne verwerfen lässt, obwohl sie ihn wiederholt betrügt. Die 1731 publizierte Geschichte war wie für die Oper geschaffen und wurde denn auch mehrfach vertont, am bekanntesten davon dürfte wohl Puccinis Adaption sein. Bis heute rühren die beiden blutjungen Durchbrenner, die sich zwar lieben, deren Glück aber nie lange hält, das Publikum zu Tränen - auf Bühnen und Leinwänden ebenso wie in gedruckter Form.

Auch Wsewolod Petrow, der dem literarisch-belletristischem Publikum so gut wie unbekannt sein dürfte, nahm sich diesem Thema an. 1946 verfasste er eine hinreißende Novelle, die nun erstmals von Daniel Jurjew in eine Fremdsprache übersetzt und im Weidle Verlag dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht wurde. Der Text des russischen Autors, der sich als Kunstwissenschaftler und Verfasser vieler Bücher über die russische Kunst einen Namen gemacht hatte, blieb zu Lebzeiten unveröffentlicht. "Auch nach seinem Tod musste sie beinahe drei Jahrzehnte auf das Licht der Öffentlichkeit warten, obwohl der Autor sie nie verheimlicht hatte", berichtet Oleg Jurjew im Nachwort. Petrow las zum Beispiel an Geburtstagen seinen Gästen daraus vor und zeigte sie auch seinen Bekannten. Veröffentlicht hat er sie allerdings nie.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine echte Entdeckung 7. Januar 2013
Von Dieter Drewitz TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Im Verborgenen, hinter den Andeutungen, die Wahrheit erahnen, das war die reizvolle Aufgabe des Lesers der Literatur in der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern.
Der Leningrader Kulturwissenschaftlers Wsewolod Petrow (1912-1978) geht in seiner Novelle „Die Manon Lescaut von Turdej“ einen anderen Weg.
Es ist ein Text der Leerstellen und Petrow ist nicht gewillt, diese zu füllen.
Er bietet keinen Schlüssel zu den Geheimnissen seiner 1946 geschriebenen, postum im Jahr 2006 erschienenen Geschichte an.
Ich möchte mir die Superlative ersparen, mit denen die deutsche Literaturkritik dieses kleine Werk überhäuft hat („Kleinod“, „Juwel!" „ die zweitschönste Liebesgeschichte der Weltliteratur nach „Djamila“).
Petrow erzählt eine "Liebesgeschichte" aus dem 2. Weltkrieg. Ein Lazarettzug der Sowjetarmee fährt von einem Kriegschauplatz zum nächsten: Es sind die Zeiten des Wartens und der Langeweile, nicht die Gräuel des Vernichtungskrieges, die die Geschichte beherrschen.
Der Ich-Erzähler, ein von Erstickungsanfällen geplagter Offizier, der Goethes „Werther“in deutscher Sprache liest (Eine Ungeheuerlichkeit in einer Zeit des Hasses, Leidens und Mordens) verfällt Vera, einer jungen Krankenpflegerin, einem zartes Wesen, das von einem Liebesabenteuer zum nächsten eilt. Seine romantische Liebe hebt sie auf eine Höhe, von der sie abstürzen muss. Er macht sie zur Romanheldin, eine Rolle, die sie nicht ausfüllen kann, die ihre Einfachheit und Natürlichkeit zerstört.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von euripides50 TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert|Verifizierter Kauf
Manon Lescaut ist die Titelheldin eines Romans von Andre Prevost aus dem Jahre 1731. Giacomo Puccini verfertigte daraus im Jahre 1893 die gleichnamige Oper mit einer Titelheldin, die seitdem für flatterhafte Liebe, Schönheit, Verrat und Unglück steht. Manon Lescauts Liebhaber, der unglückliche Chevalier de Grieux, wurde durch Prevost und Puccini gleichzeitig zum Sinnbild eines Liebenden, der seiner eigenen Liebe zum Opfer fällt, einer Liebe, die sich nicht um Würdigkeit, Dauer, Treue und Gegenliebe schert, sondern wie ein wirklichkeitsresistentes Verhängnis ihren Träger ins Unglück stürzt.

Soweit der geistesgeschichtliche Hintergrund des für viele Leser sicher zunächst einmal rätselhaften Titels. Die Sache, um die es sich dreht, ist allerdings alles andere als rätselhaft: sich in die Liebe zu verlieben, ganz unabhängig von dem Objekt der Liebe, gehört zu den primären Irrungen der Liebe, vor denen niemand gefeit ist und die die meisten schon einmal durchlitten haben werden. Was also ist neu an dem vorliegenden Werk, das vom deutschen Feuilleton geradezu enthusiastisch gefeiert wurde? Meiner Ansicht nach: Einiges - einschließlich einer ergreifenden Neuinszenierung dieses Motivs vor dem Hintergrund eines vollkommen verwandelten Bühnenbildes.

Wie sieht dieses Bühnenbild aus? Wir befinden uns im Zweiten Weltkrieges, die Auseinadersetzung zwischen Deutschland und Russland ist in vollem Gange, während ein russischer Sanitätszug mit Offizieren, Ärzten und Krankenschwestern in den Weiten Russlands zwischen den Frontabschnitten hin und her fährt.
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5.0 von 5 Sternen honni soit qui mal y pense
noch nicht gelesen
mein gott,falls es ihn gibt,du unendliche sub stanz iert geht er daher ohne wort fliesst er sie es immer
Vor 21 Monaten von joachim grimm veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Betrifft Ihre Sendungen von zwei Büchern und einer CD
Ich bin mit den bestellten Sendungen Buch "manon lescaut aus dudej" , "Figues. Schick einen Gruß ... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Günter Und Elli Meier veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Manon Lescaut von Turdej
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Vor 22 Monaten von Klaus Kreppel veröffentlicht
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