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Manon Lescaut von Turdej: Roman. Aus dem Russischen von Daniel Jurjew. Mit einem Kommentar von Olga Martynova und einem Nachwort von Oleg Jurjew. Broschiert – August 2012


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Produktinformation

  • Broschiert: 120 Seiten
  • Verlag: Weidle (August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938803487
  • ISBN-13: 978-3938803486
  • Größe und/oder Gewicht: 13,1 x 1,2 x 20,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 63.520 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Wsewolod Petrow (1912 – 1978) entstammte einer Petersburger Adelsfamilie, er war Kunsthistoriker und arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg am Russischen Museum. Nach dem Krieg, als Offizier in der Roten Armee demobilisiert, hat er sich wieder seiner wissenschaftlichen Arbeit gewidmet und Standardwerke zur russischen Kunst veröffentlicht. »Wir kennen von Petrow viele Bücher zur Kunstgeschichte (die auch in viele Sprachen übersetzt worden sind), aber nur wenige Texte, die zur ›schöngeistigen Literatur‹ zählen dürfen. Eigentlich wäre, abgesehen von ein paar philosophischen Miniaturen, allein unsere Erzählung als solche zu bezeichnen. Dafür aber ist dieser Text einer der schönsten Prosatexte der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Diese Erzählung, die erst 2006 veröffentlicht wurde, war nicht in einem Geheimfach verborgen worden: Jedes Jahr an seinem Geburtstag, zu dem viele Dutzend Gäste kamen, die ganze kulturelle Elite Leningrads, begann die Feier damit, daß der Gastgeber Auszüge aus seiner Manon vorlas. Er verheimlichte sein Meisterwerk nicht, er reichte es nur nicht zur Publikation in sowjetischen Zeitschriften und Verlagen ein – wer weiß warum: Weil er das für sinnlos hielt? Aus Ekel vor den Barbaren in den damaligen Redaktionen? Aus der klaren Einsicht heraus, daß diese kleine Erzählung Inhalte transportiert, die mit der Sowjetliteratur nicht kompatibel sind – stilistisch, philosophisch und auch politisch?« Oleg Jurjew

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Dieter Drewitz am 7. Januar 2013
Format: Broschiert
Im Verborgenen, hinter den Andeutungen, die Wahrheit erahnen, das war die reizvolle Aufgabe des Lesers der Literatur in der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern.
Der Leningrader Kulturwissenschaftlers Wsewolod Petrow (1912-1978) geht in seiner Novelle „Die Manon Lescaut von Turdej“ einen anderen Weg.
Es ist ein Text der Leerstellen und Petrow ist nicht gewillt, diese zu füllen.
Er bietet keinen Schlüssel zu den Geheimnissen seiner 1946 geschriebenen, postum im Jahr 2006 erschienenen Geschichte an.
Ich möchte mir die Superlative ersparen, mit denen die deutsche Literaturkritik dieses kleine Werk überhäuft hat („Kleinod“, „Juwel!" „ die zweitschönste Liebesgeschichte der Weltliteratur nach „Djamila“).
Petrow erzählt eine "Liebesgeschichte" aus dem 2. Weltkrieg. Ein Lazarettzug der Sowjetarmee fährt von einem Kriegschauplatz zum nächsten: Es sind die Zeiten des Wartens und der Langeweile, nicht die Gräuel des Vernichtungskrieges, die die Geschichte beherrschen.
Der Ich-Erzähler, ein von Erstickungsanfällen geplagter Offizier, der Goethes „Werther“in deutscher Sprache liest (Eine Ungeheuerlichkeit in einer Zeit des Hasses, Leidens und Mordens) verfällt Vera, einer jungen Krankenpflegerin, einem zartes Wesen, das von einem Liebesabenteuer zum nächsten eilt. Seine romantische Liebe hebt sie auf eine Höhe, von der sie abstürzen muss. Er macht sie zur Romanheldin, eine Rolle, die sie nicht ausfüllen kann, die ihre Einfachheit und Natürlichkeit zerstört.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von euripides50 TOP 500 REZENSENT am 17. März 2013
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Manon Lescaut ist die Titelheldin eines Romans von Andre Prevost aus dem Jahre 1731. Giacomo Puccini verfertigte daraus im Jahre 1893 die gleichnamige Oper mit einer Titelheldin, die seitdem für flatterhafte Liebe, Schönheit, Verrat und Unglück steht. Manon Lescauts Liebhaber, der unglückliche Chevalier de Grieux, wurde durch Prevost und Puccini gleichzeitig zum Sinnbild eines Liebenden, der seiner eigenen Liebe zum Opfer fällt, einer Liebe, die sich nicht um Würdigkeit, Dauer, Treue und Gegenliebe schert, sondern wie ein wirklichkeitsresistentes Verhängnis ihren Träger ins Unglück stürzt.

Soweit der geistesgeschichtliche Hintergrund des für viele Leser sicher zunächst einmal rätselhaften Titels. Die Sache, um die es sich dreht, ist allerdings alles andere als rätselhaft: sich in die Liebe zu verlieben, ganz unabhängig von dem Objekt der Liebe, gehört zu den primären Irrungen der Liebe, vor denen niemand gefeit ist und die die meisten schon einmal durchlitten haben werden. Was also ist neu an dem vorliegenden Werk, das vom deutschen Feuilleton geradezu enthusiastisch gefeiert wurde? Meiner Ansicht nach: Einiges - einschließlich einer ergreifenden Neuinszenierung dieses Motivs vor dem Hintergrund eines vollkommen verwandelten Bühnenbildes.

Wie sieht dieses Bühnenbild aus? Wir befinden uns im Zweiten Weltkrieges, die Auseinadersetzung zwischen Deutschland und Russland ist in vollem Gange, während ein russischer Sanitätszug mit Offizieren, Ärzten und Krankenschwestern in den Weiten Russlands zwischen den Frontabschnitten hin und her fährt.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von MyandMar HALL OF FAME REZENSENTTOP 100 REZENSENT am 6. Oktober 2012
Format: Broschiert
Von Abbé Prévosts unzähligen Schriften hat sich über die Jahrhunderte nur eine etablieren können: der Roman "Manon Lescaut". Er erzählt von einer Femme fatale, die einen tugendhaften adligen Klosterschüler all seine Pläne verwerfen lässt, obwohl sie ihn wiederholt betrügt. Die 1731 publizierte Geschichte war wie für die Oper geschaffen und wurde denn auch mehrfach vertont, am bekanntesten davon dürfte wohl Puccinis Adaption sein. Bis heute rühren die beiden blutjungen Durchbrenner, die sich zwar lieben, deren Glück aber nie lange hält, das Publikum zu Tränen - auf Bühnen und Leinwänden ebenso wie in gedruckter Form.

Auch Wsewolod Petrow, der dem literarisch-belletristischem Publikum so gut wie unbekannt sein dürfte, nahm sich diesem Thema an. 1946 verfasste er eine hinreißende Novelle, die nun erstmals von Daniel Jurjew in eine Fremdsprache übersetzt und im Weidle Verlag dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht wurde. Der Text des russischen Autors, der sich als Kunstwissenschaftler und Verfasser vieler Bücher über die russische Kunst einen Namen gemacht hatte, blieb zu Lebzeiten unveröffentlicht. "Auch nach seinem Tod musste sie beinahe drei Jahrzehnte auf das Licht der Öffentlichkeit warten, obwohl der Autor sie nie verheimlicht hatte", berichtet Oleg Jurjew im Nachwort. Petrow las zum Beispiel an Geburtstagen seinen Gästen daraus vor und zeigte sie auch seinen Bekannten. Veröffentlicht hat er sie allerdings nie.
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